Movie Club: Captain Fantastic

Heute gibt es nur eine Filmbesprechung auf Englisch. Keine anderen Gedanken unter einem Strich.

I think this will be a short review because I am still a little overwhelmed with the film. The film was suggested by Veetii in our Movie Club, and I’ve seen it for the first time. The review might be spoilery.

Captain Fantastic is a film about a family that lives in the woods somewhere in the USA. After the suicide of the mother, the father and children have to deal with her death and navigate corporate America while they’re trying to go and attend her funeral.

The film asks many questions about our modern way of living and I thought it was especially interesting during Covid-19 times. Ben, the father of the children, „homeschools“ them in the woods where he not only assigns them books to read and apparently taught them how to make music. He also trains them to survive in the wild: they hunt, they gut animals, they grow plants, they exercise. From the start of the film, you can see that the children are clever, outspoken and opinionated. There is debate although Ben still seems to be the one who makes decisions. It is unclear which role the mother had before her hospital stay and death.

After Leslie’s (the mother’s) death, Ben takes his children to the funeral of their mother where they are met with Leslie’s and Ben’s family who do not agree with his way of raising the children. Harper, Ben’s sister, clashes with Ben on whether his children should go to a normal school or not which leads to Ben proving to them that his children understand different things about the world than their children. I was compelled to write that they know more, but that wouldn’t quite be true. Ben and Leslie’s children know different things than Harper’s children: they know philosophy and politics, they know music and how to survive outside of society. But they don’t know much about how the modern day USA works. Although they know enough to use the workings of capitalism to their advantage.

I think the film raises questions about how we live with each other and what kind of knowledge is valuable to us. Especially considering Covid-19 where more people turn to gardening or baking their own bread, I thought the question of which knowledge is valuable is even more highlighted. Most of don’t know how to survive in the wild because right now, we don’t need to. We don’t need to shoot and gut our food for ourselves. We rely on others to feed us. It’s convenient, and personally, I wouldn’t like to have to shoot animals very much. On the other hand, this lifestyle alienates us from the rest of the world (non-human world) and isolates us. Maybe we’re experiencing this now more than ever.

Apart from this, Ben’s character arc is also partcularly interesting. He is convinced that his way of raising his children is right. Otherwise he wouldn’t have isolated them from the world for the last decade. I think what he learns throughout the film is that he needs to practice what he preaches. He teaches his children to think for themselves and voice their opinion. And he needs to learn to listen to them instead of making decisions for them. I think his turning point is when one of his daughters almost dies in an accident and he realizes that he cannot endanger his children’s lives anymore, after two of his sons have already pushed back against his authority. Ben is all about respecting his wife’s wishes about her death, and needs to learn to respect his children’s wishes as well.

Which leads me to the last plot point I want to discuss: death. The film also contrasts two ways of dealing with death against each other: a removed, sterile funeral by Leslie’s family, and a simultaneously sad and joyful cremation by Ben and his children. It shows how removed modern society is from death. (I think it’s also highlighted by the way Ben’s family and Harper’s family deal with dead animals.) And I very much liked the personal goodbye the family gave to Leslie. It honored her wishes and gave all of them the space and time to say goodbye to their mother/wife they needed.

Apart from the plot, the film was incredibly gorgeous. The scenery in the beginning in the woods was splendid. I also liked how Ben’s family always looked out of place everywhere because of their colourful and self-made clothes (for proof see picture above).

So I am giving this movie 4 out of 5 stars.

You can read Veetii’s review here.

You can read Dolby’s review here.

(Photo credit: Bleecker Street)

Spring Day

Unter der Woche hatte ich so viele Gedanken dazu, was ich hier schreiben kann. Zwischendurch habe ich kurz überlegt, ob ich sie besser aufschreiben soll, damit ich sie nicht vergesse und heute beim Pfannkuchen backen habe ich versucht, mich an alle zu erinnern. Ich weiß nicht, ob ich all meine Gedanken noch zusammen bekomme. Vielleicht fange ich wirklich mal an, sie aufzuschreiben, damit ich dann am Wochenende darauf zurückgreifen kann. Dann muss ich auch nicht so tief in meine Erinnerung greifen.

Ich gucke Bang Bang Con, und bin damit offiziell im BTS Universum angekommen. Ich muss immer noch ein bisschen über mich lachen, dass ich jetzt diese Gruppe toll finde, aber ich habe diese Woche ein youtube-Video gesehen, dass meine Gedanken dazu sehr gut zusammen fasst. Es hat mich auch ein wenig beruhigt, dass es auch anderen Menschen schwer fällt, nicht in den Strudel reinzugeraten, wenn jemand wie ich erst mal angefangen hat, ihre Videos zu gucken. Nun ja. So isses. Gestern und heute streamt BigHit Entertainment acht (?) BTS-Live-Konzerte, und die laufen so bei mir im Hintergrund. (Außer sie reden gerade oder machen unterhaltsame Sachen. Dann kommen sie in den Vordergrund.) Da ich gerade daran arbeite, mich nicht schon selbst zu shamen für die Dinge, die ich mag, there you go. Ich mag BTS.

Diese Woche kam mir irgendwann der Gedanke, warum es diesen Blog eigentlich noch gibt. Ich hab ja mehrfach hier darüber geschrieben, dass ich nicht genau weiß, was ich hier mache oder was ich hiermit machen sollen. Dann habe ich diese Woche einen Podcast darüber gehört, wie das Schreiben uns helfen kann, wenn alles scheiße ist. Das wusste ich schon länger, ich glaub, ich hab hier auch mal einen Artikel dazu verlinkt. Auf jeden Fall hatte ich dann die Erkenntnis, dass dieser Blog mein Anker zum Schreiben ist. Selbst in den Zeiten, in denen ich nicht kreativ an Geschichten oder anderen Formaten gearbeitet habe, habe ich immer regelmäßig unregelmäßig hier geschrieben. Der Blog ist der einfachste Weg zum Schreiben zurückzukehren. Vielleicht ist es nur Internet Noise. Aber der Punkt ist auch gar nicht, irgendwas zu irgendwelchen Diskursen beizutragen, außer wenn ich mich gerade danach fühle. Der Punkt ist zu schreiben. Das Schreiben nicht zu verlieren. Reinzukommen. Weiter zu machen. Es war wichtig, das zu verstehen, dass ich das hier für mich mache, auch wenn es theoretisch jede:r lesen kann. Das ist mein Ort, an dem ich schreiben kann, was ich will, ohne besonders darauf zu achten, wieviel Sinn es für andere Menschen macht. Jetzt muss ich erst mal nicht weiter darüber nachdenken.

Ich besitze jetzt auch eine Maske zum Schutz der Gesundheit/der Allgemeinheit. Diese Woche konnte ich die Nachrichten ganz gut aushalten. Dabei habe ich viel aus Ländern gelesen, die nicht Europa oder Nordamerika sind, und ehrlich gesagt bestätigt das nur, was wir eh schon alle wussten: die Länder des Globalen Südens und marginalisierte Gruppen im Globalen Norden sind massiver von Corona betroffen als der Mainstream im Norden. Das Virus ist nämlich nicht „demokratisch“, wie gerne lange behauptet wurde. Ich poste hier in dieser Sektion nicht explizit dazu, vielleicht füge ich am Ende ein paar Artikel dazu ein. Allerdings ist es auch nicht schwierig, Nachrichten dazu selber zu finden.

Irgendwann habe ich in den letzten Woche gelesen, dass Singen Stress raus lässt. Ich merke, dass ich instinktiv mehr singe in den letzten Tagen und Wochen. Und es tut richtig gut. Ich mag singen. Ich vermisse meinen Chor und meinen Gesangsunterricht. (Nicht wegen Corona, wegen Leben.) Es macht mich zufrieden, dieses Singen, selbst wenn ich mich manchmal eigentlich zum Heulen fühle. Das kann sich von Minute zu Minute abwechseln. Alles hat seinen Platz gerade. Dieses Wochenende war ich ganz alleine in meiner Wohnung, was seltsam war, und irgendwie auch schön. Gleichzeitig freue ich mich auch darauf, dass meine Mitbewohnerin zurückkommt. Schon als ich alleine gewohnt habe, fand ich daran immer am besten, dass ich einfach nackt durch die Wohnung latschen kann. Ich weiß auch nicht, irgendwie finde ich das befreiend. Ist auch okay, dass ich das normalerweise nicht machen kann. Und ist toll, wenn es mal möglich ist. Außerdem höre ich laut Musik, singe laut mit, spiele Zelda (ich habe fast alles frei geschaltet, was bedeutet, dass ich bald gegen Ganon kämpfen muss, was mich stresst), schreibe, gucke La Casa de las Flores. Im Übrigen gucke ich heute Abend ab 20 Uhr dieses Live-Konzert von meiner früheren Gesangslehrerin. Sie freut sich bestimmt, wenn Ihr auch einschaltet.

Ich habe diese Woche alle meine alten Artikel auf der Leseliste gelesen. Durch das Zuhause-Bleiben und keine-Leute-treffen habe ich mehr Zeit zum Lesen. Mal gucken, wieviel ich davon hier teilen werden. Das weiß ich immer erst, wenn ich die Links einfüge. Diese Zeit führt auch dazu, dass ich mich wieder mehr mit dem Tod beschäftige. Ich weiß, das ist nicht für alle was, und das ist auch okay. Gestern habe ich den endlich-Podcast zu Beziehungen und Trauer gehört, den ich sehr inspirierend und lehrreich fand. Es ging ganz kurz darum, dass die Trauer um Menschen, mit denen eine eine ambivalente Beziehung hat, schwieriger ist, weil die Ambivalenz nicht mehr aufgelöst werden kann. Das hat mir noch mal sehr geholfen, über meine eigenen Trauerprozesse zu reflektieren und warum manche komplizierter sind als andere.

So. Jetzt zu den Links, erst Corona-related:

Ohne Corona:

 

Linkschau #38

Ich komme irgendwie nicht dazu, das hier zu schreiben. Dabei sind die Tabs schon offen! Also, los geht’s, bevor was Neues dazwischen kommt:

Geschichte. Es ist lustig, denn das ist mein Job. Ha! [Englisch]

Jennifer Thorp schreibt auf Autostraddle über die queere Geschichte des geschorenen Kopfes. Ich fühle mich gleich wieder inspiriert, das auch mal wieder zu tun. Geht gerade nicht, aufgrund von Gründen. [Englisch]

Bei kleinerdrei schreibt Johanna, was für sie Verbündete sind, und wie sie dazu kam, diesen Begriff zu nutzen.

DasNuf schreibt über den Tod. Über den von anderen Menschen, und über den eigenen.

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Anna-Sarah darüber, warum das Aufteilen von Aufgaben bei heterosexuellen Paaren nicht klappt.

Anne Helen Petersen schreibt bei BuzzFeed darüber, warum unsere Generation (ich weiß nicht, ob unsere, denn ich weiß nicht, ob meine Leser*innen der gleichen Generation angehören, also vielleicht eher meine Generation) die Burnout-Generation ist und wie das Leben in diesem System (Kapitalismus) uns zu nervösen und ständig ausgepowerten Menschen gemacht hat. Leider auf Englisch, für alle ein lesenswerter Artikel.

Bei kleinerdrei schreibt Francis Seek über Klassismus und Erben.

Kelsey Piper schreibt über künstliche Intelligenz und warum sie uns zerstören könnte und wir sie, gefälligst!, ernst nehmen sollten.

In dieser WDR-Doku geht es um Polyamorie mit Kindern. Ich finde die Doku sehr wertschätzend und respektvoll. Auch ein einfacher Einstieg, wenn eine sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat. (Ich habe auch Kritik daran, z.B. dass Polyamorie sich in diesem Fall nur mit sexuellen Beziehungen befasst, was mMn nicht so sein muss.)

In der Zeit, weil sie es dürfen, ein Artikel über Schwangerschaftsabbrüche.

Johanna Montanari schreibt im Freitag über Überstunden, und wieviele davon unentgeltlich geleistet werden.

In der Zeit schreibt Caroline Rosales über Kaiserschnitte und bietet einen anderen Blick auf Geburt, als es in letzter Zeit zu lesen ist.

Linkschau #36

Es ist der erste richtig kalte Tag dieses Jahr, habe ich das Gefühl. Heute Morgen war’s mir wichtig kalt an den Beinen, und das erst im November! Klimawandel und so. Natürlich gibt es wie jeden Monat auch die Gedanken anderer Menschen. Meine eigenen Gedanken teile ich ja nicht mehr so häufig. Immerhin schreibe ich noch.

Los geht’s mit Patricia von DasNuf. Sie schreibt über das Leben mit Kindern und wie sie irgendwann einfach gesigniert hat.

Ein Kommentar von Lara zum sexistischen Comic „Nie genug“ von Marvin Clifford und warum sein Verhalten nicht okay ist.

Lex Croucher erklärt in ihrem Video, warum Youtuber*innen aufhören sollen, Haul-Videos (d.h. Videos, in denen sie zeigen, welche Klamotten – und andere Dinge – sie alle gekauft haben) zu machen. [Englisch, Video]

In einem anderen Video erklärt kaptainkristian die Animationen von Disney und die Regeln, denen diese Animationen folgen. Und warum es manchmal aussieht wie Magie. [Englisch, Video]

Sarah Chavez von The Order of the Good Death schreibt zu den positiv konnotierten Wurzeln von Halloween und was sie mit dem Tod und Umgang mit Tod zu tun haben. [Englisch]

In anschläge. schreibt Lea Susemichel darüber, dass es das gute Leben ohne soziale Gerechtigkeit nicht geben kann.

Peter Schaber schreibt beim LowerClassMag zu Militanz.

In ihrem neuen Video erklärt Anna Akana, wie wir jetzt glücklich werden, auch wenn ihr der Rat selber nicht besonders gut gefällt. [Englisch, Video]

Und auf Zeitgeschichte online zwei Kommentare zu Höckes Rede letztes Jahr: Martin Sabrow erklärt, was den Zäsurcharakter der Rede ausmacht, und Maria Alexopoulou weist darauf hin, dass der blinde Fleck von Sabrow und vielen anderen Historiker*innen der Rassismus ist.

Das war’s auch schon wieder. Ich muss dazu sagen, dass es sich erheblich einfacher gestaltet, Links auf dem iPad einzufügen als am PC. Traurig, aber wahr.

Linkschau #34

Ich bin spät dran. Das kommt, weil ich die ganze Woche unterwegs war, und meinen Laptop nicht mithatte. Und sowieso keine Zeit, um diesen Text hier zu schreiben.

Jasmin schreibt über den Tod und was Frauen damit zu tun haben.

Anselm Schindler schreibt über israelisch-palästinensischen Widerstand.

Und Levi schreibt über das Leben, das wir nicht wollen. (Alter Text.)

Paris Marx schreibt darüber, warum digitales Nomad*innentum nicht gut für lokale Communities ist. [Englisch]

Und nochmal ein Text von Levi, diesmal über Liebe. (Auch ein alter Text.)

Kelly Marie Tran schreibt über ihre Erfahrungen mit Online-Mobbing. [Englisch]

Kasmir Hill und Surya Matu haben in einem Experiment für ein paar Wochen eine Wohnung mit smarten Produkten ausgestattet und sprechen über die Ergebnisse. [Video, Englisch]

M. Salih Akin schreibt über die Debatte um Mesut Özil, und was sie bedeutet.

Jason B. Rosenthal erzählt von seinem Trauerprozess, als seine Frau gestorben ist. [Video, Englisch] Und dann gibt es noch den Artikel, den Amy Krouse Rosenthal kurz vor ihrem Tod über ihre Liebe zu ihrem Mann geschrieben hat. [Englisch]

Mina Khani schreibt darüber, was es heißt, ein „Fremdkörper“ zu sein.

Steve Rousseau schreibt über die Unmöglichkeit, sich auszuloggen. [Englisch]

Enric Sala erklärt, wie wir die Weltmeere retten können (und wir wie vielleicht sogar ein paar Staaten mit kapitalistischen Argumenten davon überzeugen könnten). [Video, Englisch]

Heather Hogan schreibt über Frauen und Bier.  [Englisch]

Rose George schreibt über die Vagina, die sich selbst säubern kann und warum wir dafür keine Produkte brauchen. [Englisch]

Und dann noch was zu Migration und Kapitalismus. (Ist ein Zweiteiler, deswegen zwei Links, ha!)