Ladies

Ich habe zwei Sonntage ausgelassen, weil Dinge. Jetzt bin ich wieder da, mit meiner letzten Liste. Der Liste, die alles gestartet hat. Die, nach der alle anderen Listen kamen. Sie kommt am Ende, weil ich mich am meisten auf sie gefreut habe, und sie der Abschluss dieser Listen sein sollte. Ich weiß noch nicht, wie es mit den Sonntagen weiter gehen soll, denn bis auf die Listen habe ich noch nicht. Beziehungsweise, für nächste Woche habe ich voraussichtlich was, und dann brauche ich nur noch ein Thema, bis ich im Urlaub bin (und da mache ich NICHTS).

Okay, los geht’s mit der Liste. Es geht um wundervolle Frauen in Geschichten. Und ich habe beschlossen, dieses Mal ein paar Frauen hervorzuheben, die „unlikeable“ sind. Also Frauen, die häufig als schwierig empfunden, von den Zuschauer*innen nicht gemocht oder für ihre Entscheidungen verurteilt werden. Warum? Männlichen Charakteren wird es grundsätzlich zugestanden, ambivalent zu sein, sie werden dafür sogar hoch gelobt. Frauen wird es immer wieder vorgeworfen.

Wie immer ist die Liste in keiner bestimmten Reihenfolge, und wie immer Spoiler Alarm, und ich starte mit der Frau, die diese Liste inspiriert hat.

  • Maeve Wiley (Sex Education)

maeve

Sex Education war eine wundervolle Serie, die mir empfohlen wurde. Dann, weil sie wundervoll ist (und nächste Woche mit der zweiten Staffel startet), habe ich sie weiter empfohlen. Fast alle der Charaktere in Sex Education sind, für mich, sehr nahbar und sympathisch. Alle haben ihre eigenen Probleme und müssen mit den Konsequenzen leben. Ein froßer Teil, warum ich die Serie mag, ist Maeve. Das liegt nicht nur daran, dass ich sie unglaublich attraktiv finde und auf ihren Stil stehe, sondern auch daran, dass ich ihren Charakter sehr spannend finde. Maeve kommt aus ärmlichen Verhältnissen und musste sich viel alleine durchschlagen. Ihre Mutter ist drogenabhängig und verschwunden. Ihr Bruder ebenfalls. Zu Beginn der Serie lebt sie alleine in einem Camper auf einem Campingplatz, was sie vor den meisten anderen Menschen in der Schule geheim hält. Um Geld zu verdienen schreibt Maeve für andere Schüler*innen ihre Hausaufgaben, denn Maeve ist eine gute Schülerin und ziemlich intelligent. Sie muss auf sich selbst aufpassen, und das merkt man sofort an ihrem Verhalten. Und auch wenn sie sich manchmal egoistisch verhält, finde ich ihr Verhalten oft sehr verständlich. Ich kann sehen, wo sie herkommt, und ich verurteile sie dafür sie nicht, sondern ich bewundere auch teilweise, wie sie mit Dingen umgeht und sich im wahrsten Sinne des Wortes durchschlägt. Maeve Wiley ist eine Person, die sich um viele Dinge keinen Deut schert, und die doch das Herz am richtigen Platz hat.

Warum sie diese Liste inspiriert hat? Eine der Personen, denen ich die Serie empfohlen habe, findet sie unsympathisch und manipulativ. Und das konnte ich so nicht stehen lassen. Vor dem Hintergrund, dass seit Jahren von „starken Frauen“ gefaselt wird, und diese „starken Frauen“ immer noch perfekt sein müssen, ist diese Liste, angeführt von Maeve, den Frauen (oder Mädchen) gewidmet, die nicht auf den ersten Blick sympathisch sind.

  • Lyra Belacqua (His Dark Materials)

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Seit es eine Serie zu His Dark Materials (eine Trilogie, die auf Deutsch keinen Trilogie-Titel hat; entspricht den Büchern Der Goldene Kompass, Das Magische Messer und Das Bernstein-Teleskop) schwirren Lyra und ihre Welt im Internet durch die Gegend. Die Welt von His Dark Materials begleitet mich schon sehr lange, und im Nachhinein muss ich sagen, dass Lyra vielleicht die einzige Heldin eines Fantasy-Buches war, die ich gelesen habe, im Gegensatz zu den ansonsten vorwiegend männlichen Helden. (Später kam z.B. Tintenherz. Und tatsächlich habe ich Der Goldene Kompass noch vor Harry Potter gelesen. Lyra war also vielleicht mein erster richtiger Zugang zu Fantasy. Allein deswegen verdient sie hier einen Platz.)

Lyra war für mich persönlich immer eine sehr sympathische Heldin. Ich mochte sie gerade, WEIL sie sich nicht dafür interessiert hat, was Erwachsene gesagt haben. Lyra war schon immer eine Person mit ihrem eigenen Kopf, rebellisch, ein Mädchen, das gerne lügt. (Und da wurde mir auch schon klar, dass ich Lyra nicht besonders ähnlich war, denn im Gegensatz zu Lyra, die immer ohne mit der Wimper zu zucken lügen konnte, fiel mir das immer so schwer, dass ich bis heute denke, man kann mir das am Gesicht ablesen.) Lyra ist auch deswegen eine schwierige Heldin, weil sie viele Fehler macht. Ob es Rogers Tod ist, oder die Tatsache, dass sie Pantalaimon am Zugang zur Unterwelt zurück lassen muss. Lyra macht Fehler, und sie muss die Konsequenzen ihrer Handlungen tragen und sie leidet darunter. Und auch wenn sie nicht unbedingt ein Rollenmodell ist (die ganze Lügerei, und so egoistisch!), ist sie eine sehr nahbare Heldin, genau deswegen, wegen ihrer Fehler und der Konsequenzen, die sie mit erhobenem Kopf trägt.

  • Lisbeth Salander (Millenium Trilogie)

lisbeth

Es ist nicht so leicht für mich über Lisbeth Salander zu schreiben, weil es schon länger her ist, dass ich die Millenium-Trilogie gelesen habe (Verblendung, Verdammnis, Vergebung). Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich danach traurig war zu lesen, dass Stieg Larsson gestorben ist und er eigentlich noch drei weitere Bücher hatte schreiben wollen, denn die Geschichte um Lisbeth war auf jeden Fall noch nicht zu Ende. Das habe ich auf jeden Fall bedauert.

Lisbeth ist eine Frau, die in ihrem Leben viel durchgemacht hat, und die dadurch hart geworden ist. Eine ähnliche Richtung wie bei Maeve, nur viel extremer. Lisbeth macht die Drecksarbeit für Mikael Blomkvist und ist Hackerin. Sie hat meist ihre eigene Agenda und scheut vor Gewalt beim Erreichen ihres Zieles nicht zurück. Trotz allem war sie mir sympathisch. Vermutlich WEIL sie ihre eigenen Ziele und ihren eigenen Kopf hatte. Für eine detaillierte Beschreibung reicht meine Erinnerung leider nicht.

  • Jessica Jones (Marvel’s Jessica Jones)

jessica

Ah, Jessica Jones. Bevor ich mehr schreibe sollte ich sagen, dass ich nur die erste Staffel gesehen habe. Darüber hinaus oder zu den Comics kann ich nichts sagen.

Jessica Jones ist auch nicht das, was normalerweise als Vorbild gelten würde. Sie trinkt zu viel Alkohol, sie vergräbt sich in Arbeit, sie pflegt kaum soziale Beziehungen. Jessica hat gute Gründe für ihr Verhalten und ihre traumatische Vergangenheit wird sehr schnell offen gelegt. Dann ist Jessica immer noch abwehrend und versucht andere Menschen von sich zu halten. Die einzige Person, die sie an sich ran lässt, ist Luke Cage, und das ist in sich eine moralisch schwierige Geschichte. Und gleichzeitig ist Jessica auch eine Person, die ihr Herz am rechten Fleck hat. Sie sorgt sich um Menschen und sie kümmert sich um Menschen, und wenn es drauf ankommt, dann ist sie da, um zu beenden, was sie begonnen hat und um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Ich fand die ganze Geschichte der ersten Staffel ziemlich beängstigend und faszinierend. Jessicas Gegner, Kilgrave, ist so beängstigend und ihre Erfahrungen mit ihm sind so nahbar für viele Situationen, in denen Frauen sich in durch Gewalt geprägten Beziehungen wiederfinden. Das war eine sehr gut gemachte Storyline, und eine durchweg beängstigende. Wie Jessica Jones sich da durch gekämpft hat, wird immer beeindruckend für mich sein.

  • Circe (Circe von Madeline Miller)

circe

Circe kennen vielleicht einige aus der griechischen Mythologie. Ich wusste nicht so viel über sie, als ich das Buch gelesen habe. Circe ist eine Göttin, die Tochter des Sonnengottes Helios und der Nymphe Perse. Da ihr Vater Helios ein Titane ist, gehören Circe und ihre Familie nicht zum Olymp. Sie leben in Helios‘ Palast und das entscheidende Ereignis in Circes Leben ist, als Prometheus für seine Sünde (aka seine Liebe zu den Menschen) bestraft wird. Diese Szene prägt Circe für den Rest ihres Lebens.

Genauso wie ihre drei Geschwister entdeckt Circe irgendwann, dass sie zaubern kann. Eine Fähigkeit, die so mächtig ist, dass die Götter*innen sich vor ihr fürchten und Zeus von Helios verlangt, sie zu bestrafen. Circe wird auf eine Insel verbannt und lebt dort zurückgezogen. Nur manchmal bekommt sie Besuch von Gestalten, die aus den griechischen Mythen bekannt sind, wie Odysseus oder Dädalus. Circe ist sehr viel alleine, was das Buch interessant macht, weil wir viel in ihrem Kopf sind. Sie ist nicht besonders sympathisch. Sie ist rachsüchtig und rebellisch. Und am Ende immer wieder zu nett, wenn sie den Menschen beisteht, die sie verletzt haben. Circe hadert, mit dem unsterblichen Leben, mit den Götter*innen und den Menschen, mit ihrer Strafe. Und dann macht sie immer weiter. Das Ende hat mich sehr berührt und ich habe mich wirklich gefreut. Das ganze Buch ist eine Entwicklung, die genau auf diesen Punkt zu läuft und es ist wunderschön, das zu lesen.

  • Elektra (Pose)

elektra

Elektra war mir lange Zeit unsympathisch (weil ich Blanca so gerne mag; wäre die Kategorie nicht unsympathische Frauen, wäre Blanca auch auf der Liste und zwar als allererste). Elektra ist egoistisch und selbstsüchtig und interessiert für die Leben und die Gefühle von anderen Menschen keinen Deut. Sie ist schließlich auch nicht durch Freundlichkeit dahin gekommen, wo sie ist. Sie hat sich dafür angestrengt und sie sieht nicht ein, warum sie anderen Personen einen Gefallen tun sollte. Elektra ist zu allererst für sich selbst da, und dann kommt lange Zeit auch niemand anders.

Elektra bekommt eine tolle Entwicklung über die zwei Staffeln. Sie ist am Ende immer noch eher egoistisch und rechthaberisch. Und gleichzeitig bekommen wir die Gelegenheit, ihre hilflose und liebevolle Seite zu sehen. Sie fängt an sich für andere Menschen einzusetzen, und es ist schön das zu sehen, ohne dass sie ihren Charakter dabei verliert. Sie ist immer noch harsch und unnachgiebig, stolz und egoistisch. Und fabulous.

So viel zu meinen Listen. Mir haben sie sehr viel Freude bereitet. Zum Abschluss noch zwei Artikeln, die ich in den letzten Wochen sehr gerne gelesen habe. Und dann ist es auch bald Zeit, ins Bett zu sehen.

That’s what friends are for

Ich habe die starke Vermutung, dass ich diesen Titel schon mal genutzt habe. Das soll mich heute nicht abhalten. Ich bin wieder da, mit einer neuen Liste! Yesssss! Auf der handgeschriebenen stehen ein paar Freund*innen drauf und ich bin nicht so richtig überzeugt. Ich werde also mal gucken, wo mich das ganze Geschreibe jetzt gleich hinführt.

  • Meredith Grey & Cristina Yang (Grey’s Anatomy)

mer + cristina

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mal, wo ich anfangen soll. mIch will schon so lange über Meredith und Cristina schreiben. Es gibt einen Entwurf in meinen Blogordner, der damit betitelt ist. Um richtig über sie zu schreiben, müsste ich Grey’s Anatomy noch mal gucken und wenn wir ehrlich sind, habe ich dafür keine Zeit, weil das zehn (!) Staffeln sind bis Cristina geht. Das ist jetzt bestimmt sechs Jahre her. (Das ist nicht recherchiert, ich rede ins Blaue hinein mit diesen Jahresangaben.)

Meredith und Cristina sind alles, was Freundinnen sein können. Es gibt so viele schöne Zitate dafür. „You’re my person.“ „Derek may be the love of my life, but you’re my soulmate.“ Sind sie alles füreinander und auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, unterstützen sie einander jedes Mal so gut sie können. Während Meredith ihren ganzen Scheiß mit Derek hat und Cristina durch ihren Scheiß mit Burk und Owen geht. Am Ende, wenn sie geht, erinnert Cristina Meredith daran, wer die wichtigste Person in ihrem eigenen Leben ist: „Don’t let what he wants eclipse what you need. He is very dreamy, but he’s not the sun. You are.“

Und ich weiß, dass Sandra Oh nicht mehr dabei ist (und scheinbar macht sie ganz wundervolle andere Dinge in Killing Eve). Ich mag, wie sie die Freundinnenschaft zwischen Meredith und Cristina dennoch aufrecht erhalten, indem sie Cristina immer wieder rein bringen. Bei Meredith’s Prozess. Und mit McWidow. Das war sehr Cristina. <3

Vielleicht, eines Tages, wenn ich ganz viel Zeit habe, dann gucke ich Grey’s noch mal und mache mir Notizen und dann sage ich all die Dinge, die ich gerne über Meredith und Cristina sagen möchte. Jetzt sage ich einfach nur noch danke, dass es sie im Fernsehen gegeben hat.

  • Remus Lupin & Sirius Black (Harry Potter)

Okay, ich weiß nicht, was ich hier wegen des Bildes machen soll. Ich mag die Filmversionen von Remus und Sirius nicht besonders, und sowieso existieren sie in meinem Kopf unabhängig von JKR. Und in jeder Fanart, die ich finde, sind sie ein Paar. Das ist zwar auch spannend, nur gerade nicht das, was ich suche. Sie sind ja nicht ohne Grund in der Freunde-Kategorie und nicht der Liebespaar-Kategorie.

Nun ja. Vielleicht finde ich ja noch ein Bild. Remus und Sirius also. Ich mag ihre Freundschaft, einfach ihre ganze Beziehung zueinander, wie auch immer sie definiert wird, deswegen, weil sie so viele Missverständnisse und Verletzungen überstanden hat. All der ganze Dreck, den sie selbst verursacht haben und der ihnen angetan wurde und am Ende sind sie immer noch Freunde. Und ganz am Ende sind sie tot. Ich glaube, Remus‘ Tod werde ich nie verzeihen. Deswegen existieren sie vor allem in meinem Kopf. Glücklich und zufrieden.

  • Penelope Alvarez & Schneider (One Day at a Time)

lupe + schneider

One Day at a Time ist eine meiner liebsten Comedyserien. Die Serie schafft es irgendwie, sehr ernste Themen mit viel Humor anzusprechen und das bewundere ich sehr. Ich bewundere sowieso Menschen, die Comedy schreiben. Das ist sehr schwierig. (Folgend Spoiler.)

Lupe ist alleinerziehende Mutter, Veteranin mit PTSD und Krankenschwester. Sie ist wundervoll, wirklich. Schneider ist ihr privilegierter Nachbar, der keine Ahnung von nichts hat. Nichts, was mit dem richtigen Leben zu tun hat. Dass Lupe und Schneider für einander wirklich wichtige Freund*innen sind, auch wenn er ihr Vermieter ist, ist eigentlich immer klar. Am deutlichsten wird es dann allerdings in Staffel 3, wenn Schneider, der Alkoholiker ist, einen Rückfall hat. Ihre Freund*innenschaft ist an diesem Punkt sehr schwierig, weil Schneider Lupes Sohn Alex mit in seine Geschichten reinzieht. Am Ende schaffen sie es, sich zu versöhnen und Schneider beginnt erneut mit dem Entzug. Es ist ein super schwieriges Thema, was sie da behandeln und ich finde die Beziehung zwischen Penelope und Schneider so kraftvoll und schön. Und natürlich witzig.

  • Blanca Evangelista & Pray Tell (Pose)

blanca + pray

Pose ist wunderschön. Und es folgen Spoiler.

Blanca und Pray sind beide Teil der Ballroom Scene in New York in den 1970/80er Jahren. Pray ist schwul und Blanca eine Transfrau, beide leben mit ihren eigenen Schwierigkeiten. Von Anfang an werden sie als Freund*innen dargestellt und sie begleiten einander durch alle Höhen und Tiefen. Manchmal streiten sie, manchmal motivieren sie die jüngeren Teile ihrer Community, manchmal reicht ein Blick. Sie unterstützen einander mit ihren HIV-Diagnosen, organisieren das Gedenken an die Toten ihrer Gemeinschaft und organisieren ein AIDS-Kabarett. Ihre Freund*innenschaft ist so schön anzusehen, weil sie so nah geht. Jede*r sollte sich das angucken. Bei all den schweren Themen und den Schwierigkeiten, die die Charaktere haben, ist Pose eine der menschlichsten Serien, die ich je gesehen habe. Deswegen geht sie und die Beziehungen dort so nah.

  • Katara & Toph Beifong (Avatar: The Last Airbender)

katara + toph

Katara und Toph sind sehr unterschiedliche Charaktere (vermutlich da, um einander zu kontrastieren, also sowas wie mein Typ). Das führt häufig dazu, dass sie nicht einer Meinung sind oder sich streiten. Es gibt mehrere Folgen, in denen sie richtig miteinander streiten, die immer schmerzlich sind, weil sie beide so wundervolle Charaktere sind und weil sie am besten funktionieren, wenn sie Verständnis für die jeweils andere aufbringen. Das funktioniert zum Glück meist sehr gut und dabei stärken sie einander dann auch noch. Das gefällt mir sehr gut, und weil Avatar in den letzten beiden Kategorien zu kurz gekommen ist, dürfen sie jetzt Teil hier von sein.

Ich habe kaum Freund*innenschaften aus Büchern, wie schon bei der letzten Liste. Es kommen mir auch wirklich auf den ersten Blick nicht viele in den Sinn. Vielleicht wenn ich noch mehr darüber nachdenke. Vielleicht mache ich sowas ja noch mal. Und nun meckere ich nicht weiter über mich, sondern feiere weiter diese Freund*innenschaften! Yes! Mehr Freund*innenschaften in unseren Geschichten! Das wäre super, und ich freue mich jedes Mal über eine schöne Freund*innenschaft.

Ich möchte auch wieder ein paar Dinge teilen, die ich gelesen habe. Nur das ist mir irgendwie zu wenig, deswegen nun am Ende dieses Posts. Und vielleicht auch am Ende von anderen Posts. Wer weiß schon, was die Zukunft bringen wird.

Geschwisterliebe

Ich hatte ja erwähnt, dass ich noch mehr Listen habe. Harrharr. Habe ich auch. Eigentlich wollte ich am Sonntag auch schon was dazu geschrieben habe. Allerdings habe ich dann darüber, dass mein Herd kaputt gegangen ist und ich mir nichts mehr zu essen machen konnte, das Schreiben irgendwie vergessen. Nun ja, das wird ja wohl mal passieren dürfen.

Letzte Woche hatten wir Liebesbeziehungen, diese Woche haben wir Geschwister! Yay! Wesentlich interessanter als Liebesbeziehungen, denn Liebesbeziehungen kann ja jede*r auseinandernehmen und hypen. (Geschwister wohl auch, ich weiß nur nicht, ob das auch passiert.) Wie dem auch sei. Ist ja hier mein Blog und meine durchaus sehr subjektive und persönliche Liste. Bei den Liebesbeziehungen habe ich ja eine Auswahl von fünf getroffen, wobei ich im Nachhinein gerne noch eine andere hinzugenommen hätte. Jetzt ist es zu spät.1 Hier werden es vielleicht auch nur fünf. Vielleicht auch nicht. Entscheide ich on the go. Keine Reihenfolge und so.

  • Spock und Michael (Star Trek: Discovery)

spock + michael

Ich gucke ja – zugegebenermaßen sehr langsam – Star Trek The Original Series. Ich mag es. Ich mag besonders, dass es möglich ist, es langsam zu gucken, weil es nicht so süchtigmachend ist wie Serien heute konzipiert werden. Die ganze Sache mit Spock habe ich lange nicht verstanden. Also, ja, ich finde ihn als Charakter auch faszinierend. So richtig verstanden habe ich Spock erst, als er in Discovery auftauchte. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich wirklich noch nicht viel von der originalen Serie gesehen habe. Nun ja. Wie dem auch sei. Spock tauchte auf, und Spock und Michael sind wunderbar zusammen. Spock ist Michaels Foil (in Discovery auf jeden Fall, weil Michael da zuerst da war), das heißt, Spock kontrastiert Michael. Und zwar auf eine wunderbare Weise. Das schönste ist, dass die Serie sie mit jeder Folge näher zusammen bringt und das Verständnis für die Perspektive der jeweils anderen Person beide zu besseren Personen macht. Ich lebe ja für diese Form von Charakterentwicklung. Außerdem sind sie einfach witzig zusammen, was vor allem daran liegt, dass Spock witzig ist. Das schätze ich auch sehr an Charakterkonstellationen. Deswegen habe ich sie Anfang des Jahres ziemlich gefeiert. Jetzt ist es ja auch schon wieder vorbei.

  • Anna und Elsa (Frozen)

anna + elsa

Ich kann mich an den ersten Frozen Film leider nicht besonders gut erinnern. Deswegen rante ich jetzt über den zweiten.

Anna und Elsa sind auch Foils, also kontrastieren einander. Das ist ja quasi schon am Design ersichtlich. Falls ich das jetzt die nächsten Male auch wiederhole, haben wir alle verstanden, was für einen Typ Beziehungen ich schätze. (Kontraste! Alles Andere wäre ja auch langweilig.) Ich habe im zweiten Film gemerkt, wie krass Anna dem Herbst entspricht. Das macht sie mir ja sehr sympathisch. Also, Frozen 2. Anna und Elsa müssen im zweiten Film jede ihren eigenen Weg gehen und nachdem sie sich so wunderbar gefunden haben im ersten Film (immerhin daran kann ich mich erinnern), müssen sie jetzt beide lernen, loszulassen. Jeweils andere Dinge und jeweils auf ihre eigene Art und Weise. Ich würde also sagen, in Frozen 2 geht es ums Loslassen. (Auch ein Thema, das ich ganz besonders wichtig finde.) Was so schön an Frozen 2 ist, ist, dass sie, während sie loslassen, gleichzeitig aneinander festhalten. (Falls das keinen Sinn macht, whatever.) An ihrer Beziehung als Schwestern. Komme was wolle und so. Besonders gefällt mir, dass Elsa für Anna wichtiger ist als Kristoff. (So pauschal kann ich das eigentlich gar nicht sagen. In dieser Storyline ist das auf jeden Fall so, Elsa hat Priorität und das mag ich. Weil es auch so schön feministisch ist.) Ich könnte jetzt noch mehr dazu sagen, warum ich Frozen 2 auch sonst sehr gelungen finde (Klimawandel, Kolonialismus, Wiedergutmachung) das würde dann wohl zu weit führen. Ich empfehle den Film auf jeden Fall. Besser als der erste!

  • Meredith, Maggie und Amelia (Grey’s Anatomy)

mer, maggie + amelia

Es wissen schon alle. Ohne Grey’s Anatomy geht gar nichts. Zuerst will ich mal klarstellen, dass ich alle drei Schwestern auch einzeln wundervoll finde. Amelia ist locker eine meiner liebsten Frauen im Fernsehen. (Meredith ist außer Konkurrenz.) Nachdem Merediths person Cristina (zu den beiden kommt noch was, denn die beiden brennen mir schon seit Jahren unter den Fingern; mit ein Grund, warum es diese Listen überhaupt gibt) verschwunden ist, brauchte sie andere Freundinnen. Alex zählt nicht, denn er ist Alex. Und dann kamen Maggie und Amelia. Eine der Sachen, die ich an dieser Konstellation mag, ist, wie die Drei ihre Beziehung als Schwestern präsentieren und leben. Denn während Maggie und Meredith Halbschwestern sind, sind Meredith und Amelia Schwägerinnen und Amelia und Maggie demnach Halbschwägerinnen? Das ändert nichts daran, dass sie sich als Schwestern sehen und somit auch sind. Und das finde ich super, weil es deutlich macht, dass Familie auch eine Entscheidung ist. Die zweite Sache, die mich jedes Mal aus tiefstem Herzen glücklich macht, ist, dass sie zusammen wohnen, mit Merediths drei Kindern. Immer mal wieder ist eine von ihnen ausgezogen und immer wieder finden sie alle ihren Weg zurück in dieses Haus (das Haus, das Meredith von ihrer Mutter geerbt hat). Und ich mag es, weil es so ein Gegengewicht zu dem „wir leben als Paar zusammen“-Bild ist, das auch im Fernsehen vorherrscht, ist.

  • Mabel und Dipper (Gravity Falls)

mabel + dipper

Dieses Bild sagt schon ausreichend etwas über die Persönlichkeiten von Mabel und Dipper aus. Mabel ist eine der lustigsten Charaktere im Fernsehen, und dabei noch sehr liebenswert. Dipper ist auch liebenswert, nur anders. Eher durch seine Neugierde. Nerdig sind sie beide, auf ihre eigene Art und Weise. Auch hier: Mabel und Dipper kontrastieren wunderbar und immer wieder gibt es Folgen, in denen sie einander verletzen und enttäuschen. Und dann finden sie immer wieder zusammen und sind doch die Priorität des*r jeweils anderen Person und lernen etwas daraus. Das ist total schön und macht super viel Spaß, weil Gravity Falls eine spaßige Serie ist, bei der wir alle schön mitraten könnten, wenn wir nicht alle so faul wären wie ich (die ich die Rätsel einfach gegoogelt habe).

  • Brea, Tavra, und Seladon (The Dark Crystal: Age of Resistance)

brea, tavra + seladon

Ja ja, diese Serie hat’s mir angetan. Ich weiß. (Ich empfehle die Doku zur Entstehung der Serie. Ich war so überwältigt und beeindruckt davon!) Hier kommen auf jeden Fall Spoiler.

Brea, Tavra und Seladon sind die drei Töchter der All-Maudra, der Matriarchin der Gelflinge. (Alleine das finde ich schon toll, dass es eine Matriarchin gibt.) Brea ist die jüngste und Seladon die älteste, also die, die auch irgendwann den „Job“ ihrer Mutter erben wird. Tavra ist das Sandwich, und das ist auch ihre Rolle. Abgesehen davon, dass sie eine sehr empathische und mutige Soldatin ist, vermittelt sie immer wieder zwischen Brea und Seladon, die sich nicht besonders gut verstehen. Das liegt vor allem daran, dass Seladon daran trainiert wurde, die Regierungsgeschäfte der Familie sehr ernst zu nehmen und sehr diszipliniert ist. Brea als die jüngste nimmt das alles nicht besonders ernst und lebt in ihrer eigenen Welt. Sie hinterfragt die Regeln ständig und verstößt auch dagegen, wenn es gegen ihre eigenen Werte geht, womit Seladon schwer umgehen kann. Während Brea sich von ihrer Mutter immer wieder ungerecht behandelt fühlt, fühlt Seladon nicht gesehen. Und das setzt dann auch ihre jeweiligen Entwicklungen in Kraft. Seladon hat einen sehr emotionalen und traurigen redemption arc (Wiedergutmachungsgeschichte), während Brea die ganze Zeit „auf der richtigen Seite“ steht. Am Ende versöhnen Brea und Seladon sich, was ich als Entwicklung sehr gut gemacht finde, und es kommt auch nicht umsonst, es kostet beide sehr viel. Auch die drei kontrastieren einander, wer hätte das gedacht. Ist vielleicht auch einfach die beste Formation in solchen Konstellationen.

  • Callum und Ezran (The Dragon Prince)

ezran + callum

Ja. Auch Callum und Ezran sind in gewisser Weise Foils, wobei ich sagen würde, dass Callum und Rayla auch Foils sind. Wie dem auch sei. Ich habe das jetzt so oft geschrieben, dass klar sein sollte, dass ich drauf stehe, wenn Charaktere sich kontrastieren. It is known.

Ich könnte auch über The Dragon Prince ganz viel sagen (zum Beispiel die ganzen popkulturellen Referenzen, die mich jedes Mal zum Lachen bringen und die auch zeigen, aus welcher Tradition die Serie kommt; oder dass Callum vom gleichen Menschen gesprochen wird wie Sokka in Avatar: The Last Airbender (ich hatte auch überlegt, Katara und Sokka mit in die Liste reinzunehmen, darauf verzichte ich jetzt, denn der Post ist eh schon zu lang)). Ist ja hier nur nicht das Thema. Was ich an Callum und Ezran mag, ist, dass sie beide einfach empathische und freundliche Persönlichkeiten sind, die das Herz am richtigen Fleck haben und die erstens wissen, was sie für richtig halten, und die zweitens auch bereit sind, dafür einzustehen. Und ich liebe, wie sie sich ohne viele Worte verständigen können, was immer wieder zeigt, wie viel Zeit sie beim Aufwachsen miteinander verbracht haben. Oh, und natürlich Callums Tanz. Der ist ein Highlight.

So viel also zu Geschwistern. Mir ist aufgefallen, dass ich in Büchern nicht so viele Geschwister erinnere.2 Nächste Woche, wenn ich es nicht wieder verschlafe auf der Suche nach warmem Essen, gibt’s die nächste Liste. Hehe.

1. Florentino und Fermina aus Liebe in Zeiten der Cholera. Eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten. Geht es lesen. Auf jeden Fall!

2. Das stimmt nicht ganz. Auf der handschriftlichen Liste stehen auch die Baudelaires (Violet, Klaus und Sunny) aus Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events, Fred und George Weasley (plus Ginny) aus Harry Potter und Jane und Elisabeth Bennet aus Pride & Prejudice. Irgendwie haben sie es nicht auf die ausführliche Liste geschafft. Ich kann es nicht erklären. Hier geht alles nach Gefühl. Erwähnt sein sollen sie hiermit trotzdem, denn es handelt sich auch bei den drei Beispielen um ganz exzellente Geschwisterpaare.

Love love love

Ich habe Listen gemacht. Mehrere. Ich weiß nicht, wie ich jetzt genau mit denen umgehen soll. Allerdings will ich immer nur eine präsentieren. Vermutlich präsentiere ich sie nicht mal in vollem Umfang, denn dann gäbe es ja keine Auswahl.

Zur Erklärung: Diese Listen wurden nicht nach einem bestimmten Schema zusammen gestellt. Ich habe nur aufgeschrieben, was mir in den Kopf kam. Ich habe keine Listen im Internet konsultiert, oder mir überlegt, welche Geschichten ich noch gehört haben könnte, in denen etwas für die Listen relevantes vorkommen könnte. Vollkommene Willkür also.

Die erste Liste behandelt Paare (love love love also). Los geht’s! In keiner gesonderten Reihenfolge. Ich bin nur hier, um meine Liebe (!) für diese fiktionalen Paare (oder would-be Paare) auszudrücken. Mehr nicht. Vielleicht sage ich Euch auch noch, was ich an ihnen schätze. Vielleicht auch nicht. Wenn Ihr nicht verspoilert werden wollt, dann lest bitte nicht weiter, denn ich nehme hier kein Blatt vor den Mund.

  • Deet & Rian (The Dark Crystal – Age of Resistance)
    deet + rian
    Ich könnte jetzt, wie sonst in meiner Freizeit, darüber reden, warum ich diese Serie so toll finde. Das ist allerdings nicht mein Ziel hier. Guckt sie einfach. (Auf Netflix.) Deet und Rian sind beide Gelflinge. Rian ist ein Soldat im Palast der Skeksis (aka der Herrscher*innen). Deet kommt aus der Unterwelt (literally!) und begegnet auf der Oberfläche von Thra (der Welt, in der sie leben) allerhand Vorurteilen und Diskriminierung, weil sie aus der Erde kommt. So viel zum Setting. Deet und Rian treffen sich irgendwann, wie wir von Anfang wissen, dass sie es müssen, weil sie beide unterwegs sind, um die Welt zu retten. (Yeah!) Irgendwann sind sie dann auch endlich (!) zusammen unterwegs und die Spannung ist da. Deet und Rian sind eines dieser wanna-be-Paare, denn sie sind niemals offiziell ein Paar (sie sind zu sehr damit beschäftigt, die Welt zu retten), und gleichzeitig ist es so klar, dass sie einander mögen und dabei sind, sich zu verlieben, Das Ganze ist so subtil und schön, dass es sicher auch übersehen werden könnte. (Nicht von mir!) Das Herzzerreißende daran ist, dass ich stark vermute, dass sie niemals ihre Liebesgeschichte bekommen werden. Und trotzdem bin ich versucht, mir das Ganze noch mal anzugucken (nicht nur wegen Deet und Rian), weil es so schön ist! Auch wenn sie vermutlich nie die Liebesgeschichte bekommen werden, die sie verdienen, sind sie zwei Menschen (Gelflinge), die sich umeinander sorgen und kümmern und immer für die jeweils andere Person da sind. <3
  • Elizabeth Bennet & William Darcy (Jane Austen – Stolz und Voruteil/Pride and Prejudice)
    lizzie + darcy
    Jajajaja. Ich weiß. Sie sind DAS Paar der Literaturgeschichte oder so. ZU RECHT! Wer das Buch nicht lesen will, kann ja sehr gerne „The Lizzie Bennet Diaries“ gucken, so wie ich letztens. Wobei ich dann auch das Buch gelesen habe. Was soll ich sagen? Wenn ich jemals so eine Liebesgeschichte schreiben kann, dann hab ich’s geschafft. Dann kann ich glaub ich mit allem aufhören. Ich mag, dass sie beide in der Lage sind, ihre Fehler zu reflektieren und sich zu ändern. Sonst wären sie am Ende nämlich kein Paar, ha! Und ich mag, wie sie einander dazu animieren, bessere Menschen zu werden und dann sind sie perfekt! Und dieses Mal bin ich mir auch sicher – auch wenn ich denke, dass beide ein bisschen Stolz und Vorurteil sind – wer Stolz und wer Vorurteil ist. Kann bestimmt auch überall im Internet nachgelesen werden, deswegen muss ich mich ja hier nicht mehr darüber auslassen.
  • Callie Torres & Arizona Robbins (Grey’s Anatomy)
    callie + arizona
    Also, eine Grey’s Anatomy Liebesgeschichte musste ich ja hier rein packen. Und Callie und Arizona haben glaube ich wirklich die schönste. Ich kann mich an den genauen Anfang nicht allzu gut erinnern, denn das ist Jaaaaaaahre her, Leute. Ich erinnere mich, dass Callie gerade aus der ganzen Geschichte mit George raus kam und ihre Affäre mit Mark hatte, mit dem sie aus guten Gründen nicht zusammen sein wollte. Und dann kam Arizona. Und dann hatten sie ein Baby mit Mark und dann ist Mark gestorben und dann hatten Arizona und Callie einen Unfall und dann hat Arizona ihr Bein verloren bzw. Callie hat es ihr amputiert und alles war Drama! und dann haben sie irgendwo unterwegs geheiratet und dann haben sie sich getrennt und Callie ist am Ende nach New York gegangen und sie haben um Sophie (ihr Kind) gestritten und Arizona hat Recht bekommen und dann war Sophie todunglücklich und dann ist Arizona auch nach New York gegangen und so wie alle anderen Fans (ich unterstelle hier) glaube auch ich, dass Callie und Arizona nun happily ever after in New York leben. Ende.
  • Persephone & Hades (Rachel Smythe – Lore Olympus)
    persphone + hades
    Bild von Rachel Smythe

    Ich muss zugeben, dass ich abgesehen von Disney’s Herkules und Rick Riordan’s Percy Jackson-Büchern und Madeline Miller’s Circe (und natürlich dem Film Troja) nur wenig Ahnung von griechischen Mythen habe. Manchmal lese ich was bei Wikipedia und dann vergesse ich das schnell wieder. Allerdings mag ich (wie an der Liste unschwer zu erkennen) die Adaption von griechischen Mythen. I like it! Lore Olympus ist das keine Ausnahme. (Lore Olympus ist ein Webcomic, der unbedingt gelesen werden sollte!) Es geht um Persephone und Hades. (Wer hätte das gedacht.) Laut Mythos, ich hoffe, ich liege hier nicht falsch, hat Hades Persephone ihrer Mutter Demeter gestohlen und sie gegen ihren Willen in der Unterwelt festgehalten. Im Comic geht es darum, dass Persephone, endlich volljährig und eine eher unbedeutende Göttin, zur Uni gehen darf. Und in der ultramodernen Stadt der Götter trifft sie auf Haden, DEN Gott der Unterwelt, alles andere als unbedeutend, der im Gegensatz zu seinen Brüdern Poseidon (ziemlich liebenswert) und Zeus (anstrengend) noch nicht verheiratet ist. Auch darüber könnte ich lange reden, nur warum sollte ich? Der Comic ist ja da! Und was ich abgesehen von der Geschichte schätze, wie schön er gezeichnet ist. Life goals und so.

  • Cath & Levi (Rainbow Rowell – Fangirl)
    cath + levi
    Fangirl war ein sehr schön zu lesendes Buch. Ich hab’s an einem Tag gelesen. Toll! Sowas mag ich. Cath(er) und Levi waren von Anfang an total süß miteinander und es gab einige Missverständnisse (wie immer). Ich habe sie von Anfang an geshippt und beide sind sehr tolle Charaktere, unabhängig voneinander. Levi ist so eine Person, die würde ich ja jeder Person als Partner*in wünschen. Aufmerksam, respektvoll, rücksichtsvoll, lustig, wertschätzend. Jaja.

So viel also zu dieser Liste. Es folgen noch weitere. Wenn ich es nicht vergesse. Die werden genauso behandelt wie diese hier: total unkoordiniert und mit meiner ganz eigenen Meinung. Die müsst ihr nicht teilen.

März Recap

It’s been hard, people. Hard and exhausting. Also, change hurts.

Ansonsten habe ich erstaunlich viel konsumiert. Das liegt vermutlich daran, dass ich mehr Zeit für mich hatte. Auch wenn es sich nicht ganz so anfühlt. Ich vermute irgendwie, dass es noch mehr Zeit für mich braucht, bis irgendeine Reserve (die es bestimmt gibt) wieder aufgefüllt ist.

Erstmal habe ich A Conjuring of Light gelesen, den dritten Teil der Trilogie vom letzten Monat. Insgesamt fand ich die Trilogie spannend und gut zu lesen. Ich bleibe allerdings bei meiner Kritik vom letzten Monat und füge hinzu: Wieso ist es eigentlich so, dass Trilogien oder Fanatsybücher immer in einem Zeitraum von Wochen stattfinden? Und dann ist es plötzlich vorbei. Warum gibt es selten Pausen? (A Song of Ice and Fire ausgenommen. Das hat längere Zeiträume. Viel längere.)

Dann habe ich, auf Anraten meiner Schwester, Mistborn gelesen. Ich muss gestehen, dass ich schon lange nicht mehr so viel geweint habe bei einem Buch (oder auch sonst, abgesehen von der Folge Grey’s Anatomy heute). Ich habe richtig geschluchzt! Ein richtig gutes Buch. Und tatsächlich: hier wird schnell erklärt, und dann weiter erklärt, während die Geschichte sich bewegt. Keine 100 Seiten NICHTS, bis die Geschichte los geht. Ha! Ich habe auch gleich den zweiten Band, The Well of Ascension, gelesen und bin weiterhin begeistert. Gerade lese ich den dritten Band, mehr dazu dann wohl Ende des Monats. Das einzige, was mich stört, ist die totale Heteronormativität. Zunächst hat jede*r in diesem Buch eine*n love interest. J E D E * R. Und immer vom anderen Geschlecht. Am Anfang war das noch nicht so offensichtlich, aber je mehr Charaktere wir besser kennenlernen, desto offensichtlicher, und nervtötender, wird es. Abgesehen davon: sehr gut geschrieben, tolle Charaktere, mit denen ich mich identifizieren kann, viel Magie und sehr viele Sachen zum Mitfiebern. Wir lösen das Rätsel quasi mit Vin zusammen, zumindest hoffe ich das.

Weil ich so krank war, habe ich auch einiges geguckt. Und zwar in meiner Krankheit drei Shows: Die dritte Staffel von One Day At A Time (was jetzt abgesetzt wird, traurigerweise) und mich weiterhin sehr gut unterhalten hat, während sie, wie gewohnt, schwierige Themen ansprechen. Dann Russian Doll, was ich wirklich sehr ans Herz legen möchte. Nachdem in den ersten beiden Folgen vor allem das Problem dargelegt wurde, dachte ich: Okay, und jetzt? Und dann ging’s richtig los. Sehr schön erzählt, mit tollen Momenten und einer richtig überzeugenden Lösung des Problems. Dann habe ich Northern Rescue geguckt. Da weiß ich nicht so richtig, was ich davon halte. Vor allem hat es mich interessiert, weil es um Trauer geht. Ich finde, da wird auch gezeigt, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen. Dann doch irgendwie zu viel fabriziertes Drama. Abgesehen davon gucke ich ja wie immer Grey’s Anatomy, was ich einfach immer noch gut finde. Die neueste Folge behandelt einen Vergewaltigungsfall und ich habe die ganze Folge lang leise vor mich hingeweint. Toll gespielt, geschrieben. Alles. Und ich mag, dass sie die Show nutzen, um gesellschaftliche Dinge anzusprechen. Im Moment läuft auch die zweite Folge Star Trek Discovery. Ich mochte die Serie ja schon im letzten Jahr. Jetzt mag ich sie irgendwie noch mehr, was auch wieder an den Charakteren und den wundervollen Beziehungen liegt. Ich habe mich ein bisschen in Spock verliebt, und in Michaels Beziehung zu Spock. <3 Was auch dazu geführt hat, dass ich angefangen habe Star Trek The Original Series zu gucken. Mehr Spock. Ich verstehe den Hype, so langsam. (Aufgewachsen bin ich ja nur mit The Next Generation und Voyager, also gibt es da noch was nachzuholen.)

Ich habe sogar ein paar Filme gesehen. In der Sneak lief Sister’s Brothers, den ich und Begleitung unglaublich langweilig fanden. Vielleicht halten wir auch beide nichts von Western. Wer weiß. Als ich krank war, habe ich dann mit einer Freundin Cinderella geguckt. Die Live-Action-Verfilmung von Disney. Wir wussten nicht, dass es die gibt! Cinderella ist auf jeden Fall ziemlich… anziehend, irgendwie. Wir haben festgestellt, dass wir vor dem Film saßen und mit großen Augen mitgefiebert haben, WÄHREND wir den ganzen Plot ziemlich banane und daneben fanden. Ein weiterer Beweis, wie sehr wir in diese Geschichten sozialisiert sind. Da ich krank war (kommt mir vor wie eine gute Ausrede) und außerdem im Cinderella-Fieber (vielleicht die ehrlichere Aussage), habe ich dann auf den Tipp der Freundin hin noch The Story Teller’s Sapsorrow geguckt, was eine Mischung aus zwei Märchen ist, eins davon Cinderella. Eher abschreckend. Und dann, weil es mein Liebling in dieser Hinsicht ist, habe ich noch Ever After geguckt. Das ist der Cinderella-Film mit Drew Barrymore. Der beste. Total subjektiv und so.

Außerdem war ich im Theater. Da habe ich Rosa und Karl geguckt. Ein Stück über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, nach einem Roman von Alfred Döblin. Das Ganze war ziemlich religiös angehaucht, was etwas befremdlich war. (Was würde Rosa denken?) Es war auf jeden Fall hilfreich, dass wir uns die Einführung angehört haben, deswegen waren wir nicht so unvorbereitet. Abgesehen davon waren die Schauspieler*innen ziemlich gut, das Bühnenbild schön und das Stück hat viele Fragen gestellt (viele Fragen, keine Antworten).

Auf in einen neuen Monat, also.