Spring Day

Unter der Woche hatte ich so viele Gedanken dazu, was ich hier schreiben kann. Zwischendurch habe ich kurz überlegt, ob ich sie besser aufschreiben soll, damit ich sie nicht vergesse und heute beim Pfannkuchen backen habe ich versucht, mich an alle zu erinnern. Ich weiß nicht, ob ich all meine Gedanken noch zusammen bekomme. Vielleicht fange ich wirklich mal an, sie aufzuschreiben, damit ich dann am Wochenende darauf zurückgreifen kann. Dann muss ich auch nicht so tief in meine Erinnerung greifen.

Ich gucke Bang Bang Con, und bin damit offiziell im BTS Universum angekommen. Ich muss immer noch ein bisschen über mich lachen, dass ich jetzt diese Gruppe toll finde, aber ich habe diese Woche ein youtube-Video gesehen, dass meine Gedanken dazu sehr gut zusammen fasst. Es hat mich auch ein wenig beruhigt, dass es auch anderen Menschen schwer fällt, nicht in den Strudel reinzugeraten, wenn jemand wie ich erst mal angefangen hat, ihre Videos zu gucken. Nun ja. So isses. Gestern und heute streamt BigHit Entertainment acht (?) BTS-Live-Konzerte, und die laufen so bei mir im Hintergrund. (Außer sie reden gerade oder machen unterhaltsame Sachen. Dann kommen sie in den Vordergrund.) Da ich gerade daran arbeite, mich nicht schon selbst zu shamen für die Dinge, die ich mag, there you go. Ich mag BTS.

Diese Woche kam mir irgendwann der Gedanke, warum es diesen Blog eigentlich noch gibt. Ich hab ja mehrfach hier darüber geschrieben, dass ich nicht genau weiß, was ich hier mache oder was ich hiermit machen sollen. Dann habe ich diese Woche einen Podcast darüber gehört, wie das Schreiben uns helfen kann, wenn alles scheiße ist. Das wusste ich schon länger, ich glaub, ich hab hier auch mal einen Artikel dazu verlinkt. Auf jeden Fall hatte ich dann die Erkenntnis, dass dieser Blog mein Anker zum Schreiben ist. Selbst in den Zeiten, in denen ich nicht kreativ an Geschichten oder anderen Formaten gearbeitet habe, habe ich immer regelmäßig unregelmäßig hier geschrieben. Der Blog ist der einfachste Weg zum Schreiben zurückzukehren. Vielleicht ist es nur Internet Noise. Aber der Punkt ist auch gar nicht, irgendwas zu irgendwelchen Diskursen beizutragen, außer wenn ich mich gerade danach fühle. Der Punkt ist zu schreiben. Das Schreiben nicht zu verlieren. Reinzukommen. Weiter zu machen. Es war wichtig, das zu verstehen, dass ich das hier für mich mache, auch wenn es theoretisch jede:r lesen kann. Das ist mein Ort, an dem ich schreiben kann, was ich will, ohne besonders darauf zu achten, wieviel Sinn es für andere Menschen macht. Jetzt muss ich erst mal nicht weiter darüber nachdenken.

Ich besitze jetzt auch eine Maske zum Schutz der Gesundheit/der Allgemeinheit. Diese Woche konnte ich die Nachrichten ganz gut aushalten. Dabei habe ich viel aus Ländern gelesen, die nicht Europa oder Nordamerika sind, und ehrlich gesagt bestätigt das nur, was wir eh schon alle wussten: die Länder des Globalen Südens und marginalisierte Gruppen im Globalen Norden sind massiver von Corona betroffen als der Mainstream im Norden. Das Virus ist nämlich nicht „demokratisch“, wie gerne lange behauptet wurde. Ich poste hier in dieser Sektion nicht explizit dazu, vielleicht füge ich am Ende ein paar Artikel dazu ein. Allerdings ist es auch nicht schwierig, Nachrichten dazu selber zu finden.

Irgendwann habe ich in den letzten Woche gelesen, dass Singen Stress raus lässt. Ich merke, dass ich instinktiv mehr singe in den letzten Tagen und Wochen. Und es tut richtig gut. Ich mag singen. Ich vermisse meinen Chor und meinen Gesangsunterricht. (Nicht wegen Corona, wegen Leben.) Es macht mich zufrieden, dieses Singen, selbst wenn ich mich manchmal eigentlich zum Heulen fühle. Das kann sich von Minute zu Minute abwechseln. Alles hat seinen Platz gerade. Dieses Wochenende war ich ganz alleine in meiner Wohnung, was seltsam war, und irgendwie auch schön. Gleichzeitig freue ich mich auch darauf, dass meine Mitbewohnerin zurückkommt. Schon als ich alleine gewohnt habe, fand ich daran immer am besten, dass ich einfach nackt durch die Wohnung latschen kann. Ich weiß auch nicht, irgendwie finde ich das befreiend. Ist auch okay, dass ich das normalerweise nicht machen kann. Und ist toll, wenn es mal möglich ist. Außerdem höre ich laut Musik, singe laut mit, spiele Zelda (ich habe fast alles frei geschaltet, was bedeutet, dass ich bald gegen Ganon kämpfen muss, was mich stresst), schreibe, gucke La Casa de las Flores. Im Übrigen gucke ich heute Abend ab 20 Uhr dieses Live-Konzert von meiner früheren Gesangslehrerin. Sie freut sich bestimmt, wenn Ihr auch einschaltet.

Ich habe diese Woche alle meine alten Artikel auf der Leseliste gelesen. Durch das Zuhause-Bleiben und keine-Leute-treffen habe ich mehr Zeit zum Lesen. Mal gucken, wieviel ich davon hier teilen werden. Das weiß ich immer erst, wenn ich die Links einfüge. Diese Zeit führt auch dazu, dass ich mich wieder mehr mit dem Tod beschäftige. Ich weiß, das ist nicht für alle was, und das ist auch okay. Gestern habe ich den endlich-Podcast zu Beziehungen und Trauer gehört, den ich sehr inspirierend und lehrreich fand. Es ging ganz kurz darum, dass die Trauer um Menschen, mit denen eine eine ambivalente Beziehung hat, schwieriger ist, weil die Ambivalenz nicht mehr aufgelöst werden kann. Das hat mir noch mal sehr geholfen, über meine eigenen Trauerprozesse zu reflektieren und warum manche komplizierter sind als andere.

So. Jetzt zu den Links, erst Corona-related:

Ohne Corona:

 

Kampftag

Es ist der 08. März, liebe Leute, Frauen*kampftag oder Frauenkampftag oder Internationaler Frauentag. Wie auch immer ihr ihn nennen wollt. Bevor ich dazu weiter was sage, will ich was ganz Anderes sagen, was im Moment total untergeht, oder schön geredet wird, weil alle über Corona reden.

Die EU macht push backs an der EU-Außengrenze in Griechenland und alle finden’s spitze. Frau von der Leyen und alle möglichen europäischen Regierungen stehen, scheinheilig, hinter der griechischen Regierung, die auf Migrant*innen schießt und sie davon abhält, die Grenze zu überqueren. Und alle finden das richtig. Und dann drehen wir uns um und reden darüber, wie vorbildlich Europa (alternativ die EU) ist, was Menschenrechte angeht. Scheiß auf Eure Menschenrechte, wenn sie darin bestehen, Menschen im Niemandsland verrecken zu lassen.

Nicht, dass das alles irgendwas Neues wäre. Die EU versucht seit Jahrzehnten ihr Möglichstes, Menschen davon abzuhalten, in die EU einzureisen. Ausnahmen (2015) bestätigen bekanntlich die Regel. Und wenn die EU nicht selber auf Migrant*innen schießt, dann lässt sie es ja auch einfach andere machen. Auch das nichts Neues. In den Lagern in Libyen wird gefoltert, mit dem Wissen der EU. Jetzt ist alles ein bisschen näher gerückt. Nicht, dass ich besonders toll finde, was Erdogan macht, der die Menschen auch ihrem Schicksal im Niemandsland überlässt und sich einen Scheißdreck um ihr Wohl oder ihre Rechte schert. Nur was die EU gerade tut, ist auf unser Asylrecht zu scheißen. Denn wir haben ein Asylrecht, und der EU sind push backs nicht gestattet. Weder auf dem Mittelmeer noch an den Landgrenzen. Menschen, die flüchten, müssen aufgenommen werden. Sie zurück über die Grenze zu drängen (= push back) ist illegal.

Und der Kackhaufen, der Dublin I, II oder III heißt, sorgt dafür, dass Menschen auf Lagern auf griechischen Inseln (siehe Lesbos) in den schlimmsten Bedingungen hausen und die griechische Regierung überhaupt nicht nachkommt, sich um diese Menschen zu kümmern. Dublin hat ja seit es beschlossen wurde noch nie funktioniert, weil es die Verantwortung für Geflüchtete bei einzelnen Ländern belässt und sich alle anderen beruhigt die Hände rein waschen. Nichts daran ist okay. Nichts daran ist gut. Nichts daran ist irgendwie zu rechtfertigen. Ich weiß, das kommt allen immer irgendwie so weit weg vor, und wir haben ja auch mehr Mitgefühl mit weißen Menschen anstatt mit Schwarzen. Ich will nur noch mal ganz klar sagen, dass wir hier von Menschen sprechen. Jedes einzelne Leben, genauso ein Leben wie Deins. Genauso voller Wünsche, Sorgen, Gefühle, Beziehungen, schlechten Angewohnheiten. Gestrandet im Niemandsland zwischen Griechenland und der Türkei, Türkei und Syrien, auf griechischen Insel oder Malta, in Lagern in Libyen, Ägypten, Tunesien, Marokko, Libanon. Und es gibt keinen guten Grund dafür, warum es so sein sollte.

Um den Bogen zu schlagen zum ersten Absatz: am meisten leiden auch in diesem Fall Frauen und Kinder. Die deutsche Regierung hat dagegen gestimmt, besonders vulnerable Personen aus der Grenzregion aufzunehmen. Es ging dabei vor allem um Kinder, Schwangere, alleinreisende Frauen und Kranke. Für all diese Gruppen ist die Lage am schlimmsten, und die Politik der EU trägt nicht dazu bei, die Lage der Menschen zu verbessern.

Am schlimmsten ist, dass alle so tun, als sei es überraschend oder neu, was hier passiert. Die EU macht ja schon seit Jahren nichts Anderes, als ihre eigenen Grenzen zu schützen. Vor schutzlosen Menschen. Darüber kann ja jede*r selber nachdenken.

Und um noch mal eine andere Sache anzusprechen, bei der auch alle so tun, als sei es irgendwie überraschend oder neu: Die rechtsterroristischen Anschläge von Halle und Hanau sowie der Mord an deutschen Kommunalpolitikern sind es nämlich auch nicht. Die rechten Netzwerke gibt es seit Jahren, sie sind seit Jahren aktiv, waren nie verschwunden und haben auch früher schon Menschen umgebracht. (Und auch nicht überraschend, dass diese Netzwerke bis in gesellschaftliche Institutionen wie Unis hineinragen.) Einwurf Ende.

Zurück zum Tag der Frauen(*). Frauen sind in unserer ach so schönen Welt immer noch nicht gleichberechtigt. Es macht mich schon erschöpft, diesen Satz überhaupt zu schreiben. Denn auch er ist (you guessed it) nichts Neues. Wir reden uns seit Jahren den Mund fusselig, und dann führe ich immer noch Diskussionen darüber, ob Männer bessere Musik machen als Frauen oder die Musikindustrie einfach biased gegenüber Frauen ist (ganz abgesehen von den Hörer*innen). Hier mehr.

Frauen wissen auch tendenziell weniger über Geld, Finanzen, Vermögen als Männer. Nicht nur, dass sie also weniger verdienen oder öfter in Teilzeit arbeiten oder mehr Care-Arbeit übernehmen.

Dazu die wichtige Frage, wie feministisch es eigentlich ist, eine Putzhilfe zu engagieren. Denn wie ich schon gesagt habe, weiße Frauen sind anderen Frauen gegenüber immer noch privilegiert. Das Patriarchat ist nicht unser einziges Problem (re: Frauen an der Grenze).

Und wer nicht nur negative Schlagzeilen lesen will, kann ja auch was Positives über Frauen lesen. Es gibt so viele beeindruckende Frauen auf der Welt, und sie werden viel zu schnell vergessen, unterschlagen, ignoriert. Hier eine kleine Auswahl, teilweise habe ich das schon mal gepostet, nur es kann ja nicht schaden. Gebt Euch Mühe, die Frauen zu entdecken in den Bereichen, für die Ihr Euch interessiert. Ich garantiere, dass es sie gibt. Es gibt uns überall.

  • Fran Drescher (aka Die Nanny) war eine der ersten jüdischen Schauspielerinnen, die eine jüdische Frau im Fernsehen gespielt hat
  • Cha Myung-sook hat beim Gwangju Upising in Südkorea für die Demokratie gekämpft und ist dafür ins Gefängnis gegangen (mehr zum Gwangju Uprising und der Rolle der USA hier)
  • Warum wir alle aufhören sollten, Fangirls fertig zu machen [Video]
  • St. Gertrude (Frauen waren auch schon früher dope)
  • Warum wir in den Medien, die wir konsumieren, nicht nur starke Frauen brauchen, sondern alle Frauen
  • Harley Quinn braucht keinen Mann (repost)
  • Wie das Leben von Nonnen heutzutage aussieht
  • ‚I Will Survive‘, LGBTQ+ und HIV
  • Reyhan Şahin über Diskriminierung in der Uni
  • Guckt einfach Little Women, wenn Ihr könnt (repost)
  • Frauen sind in der Literatur einsam (und deswegen miserabel), Männer hingegen sind alleine (und heldenhaft)
  • und dann schreiben Frauen übrigens auch

 

Digitale Zukunft

An der inhaltlichen Orientierungslosigkeit hat sich nichts geändert, dafür bin ich heute „pünktlich“ am Sonntag. Ich bin heute in einer Internetloch gefallen aus Bloggen und Webhosting und der Zukunft des Internets. Es war auf jeden Fall sehr spannend und leider bin ich immer noch ziemlich verwirrt, was Webhosting angeht. Das wird ein langer Weg.

Ich interessiere mich dafür, weil ich jetzt schon länger, mindestens seit letztem Jahr, darüber nachdenke, ob ich mein Blog bei wordpress lasse oder nicht. Im letzten Jahr hatte ich mir eigentlich vorgenommen, html und css zu lernen, um selber ein bisschen an dem Aufbau einer Website rumspielen zu können. Das hat nicht geklappt. Heute habe ich auch gelernt, dass Websites, front und back, ziemlich kompliziert geworden sind, und ob ich das alles lernen will, ist eine gute Frage. Es gibt allerdings auch andere Services, die ich nutzen könnte, davon habe ich mir heute mal ein paar angeguckt. Entschieden habe ich noch nichts, weil selber hosten natürlich auch Geld kostet und so weiter und so fort.

Außerdem hängt das alles auch damit zusammen, was ich mit diesem Blog machen will, und was ich weiterhin in meinem Leben machen möchte. Große Fragen, die sich nicht so schnell beantworten lassen, weil ich mehr Informationen brauche und selber gerade nicht so richtig weiß. Das heißt, ich mache erst mal so weiter. Weil ich das Bloggen mag, so als Gedankenstrom, der nicht besonders gefiltert und überarbeitet werden muss. Nicht so, wie die anderen Dinge, die ich schreibe, die lange brauchen, um überhaupt irgendein Licht zu erblicken. Und ich bleibe im Schreiben drin, wenn ich ansonsten vor allem plane, plotte, nachdenke und versuche, Dinge zusammen zu fügen. Dann ist dieses Blog hier eine gute Möglichkeit, was runter zu schreiben und es sein zu lassen, wie es ist.

Am nächsten Wochenende gibt es einen Coding-Workshop, wie ich eben durch Zufall entdeckt habe. Und die letzten Tage habe ich immer wieder gedacht, dass ich mal sowas recherchieren müsste, weil ich immer noch Lust habe, was übers Codieren zu lernen. Und tadaaaaaa, direkt vor meiner Nase. Da gehe ich also hin diese Woche, und darauf freue ich mich. Und abgesehen davon fange ich diese Woche auch einen Schreibworkshop an, der sechs Wochen dauert. Ich hatte schon fast wieder vergessen, dass es schon so bald (es ist März!) losgeht, und jetzt bin ich ein bisschen aufgeregt, weil ich keine Ahnung habe, wie ich mir das vorstellen darf. Es wird sicher eine Herausforderung, und ich werde bestimmt einiges lernen. Wow! Neue Sachen! Was zum Lernen! Ich freue mich und bin ein wenig nervös.

Das alles läuft neben dem Tagesgeschäft, was jetzt, nach der ersten Woche zurück, wieder etwas organisierter ist. Ich habe meine Aufgaben, die nicht direkt mit meiner Diss zu tun haben, abgearbeitet, und kann morgen ganz frisch und motiviert (hoffen wir) wieder an meine Diss rangehen. Ich habe einen groben Arbeitsplan und damit kann es dann losgehen.

Bevor ich hier Schluss mache, noch ein paar Gedanken anderer Leute, as usual:

Über das Schreiben

Ich habe NaNoWiMo1 mitgemacht und dementsprechend nicht nur im letzten Monat, sondern auch im ganzen letzten Jahr viel geschrieben. Das Script, das ich im letzten Monat zu Ende geschrieben habe, ist in der ersten Version fertig. Und damit wäre ich dann auch schon bei den Dingen, die ich übers Schreiben gelernt habe.

Ich habe immer frei heraus geschrieben. Schreiben hilft mir beim Sortieren meiner Gedanken. Es legt fest, was ansonsten hin und her springt und manchmal schwierig zu verstehen ist. In den fiktiven Dingen, die ich in der Vergangenheit geschrieben habe, bin ich ohne festen Plan vorgegangen, und immer wieder darin gescheitert, irgendetwas zu Ende zu bringen. Dafür gibt es viele Gründe, u.a. die Ziellosigkeit des Schreibens, die Einbildung, dass vom Schreiben alleine schon etwas kommen wird, meine Ungeduld, … Ich habe es bis letzten Monat nicht geschafft, etwas Fiktives fertig zu schreiben. Ich dachte, ich schreibe und schreibe, und irgendwann wird es fertig sein, und dann werden andere Leute es lesen können. Wow!

Vielleicht am aussagekräftigsten ist, dass mein akademisches Schreiben nie so funktioniert hat. Akademisch schreibe ich nach langem Nachdenken, nachdem ich Stichpunkte festgelegt und hin und her geschoben habe. Nachdem ich einiges an anderen Texten gelesen und meine Gedanken mit diesen Gedanken verbunden habe. Und dann, wenn es geschrieben ist, dann korrigiere ich mehrmals. Bis ich es für fertig halte. Akademisches Schreiben ging nie von alleine und war immer Arbeit. Vor allem viel Denkarbeit.

Zu denken, dass fiktives Schreiben irgendwie anders funktioniert – auch wenn es das in manchen Aspekten tut – war vermutlich etwas unüberlegt.

Dieses Mal war es anders. Ich hatte einen Plan. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich eine sogenannte „Outline“, einen Leitfaden dafür, wie die Geschichte verlaufen soll. Irgendwann ist die Geschichte davon abgewichen. Allerdings hat der Leitfaden sehr dabei geholfen, auf der generellen Linie zu bleiben und das Ziel der Geschichte anzuvisieren. Und jetzt ist es fertig. Der erste Entwurf, den kein Mensch lesen darf, außer meiner Schwester. Als nächstes kommt das Überarbeiten. Auch wenn ich schon oft akademische Texte überarbeitet habe, habe ich keine Ahnung, wie ich diesen Text überarbeiten soll. Er muss formell überarbeitet werden. Die Geschichte muss gestrafft und ergänzt werden. Die Charaktere und Dialoge brauchen jede Menge Arbeit. Schon beim Schreiben wusste ich, dass manche Teile unbrauchbar waren und sind. Das Mantra im letzten Monat war jedoch, weiter zu machen und es zu schaffen, den ersten Entwurf fertig zu kriegen. Etwas, dass ich mir in diesem Jahr schon vor Monaten vorgenommen habe und ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Jetzt habe ich keine Ahnung, wie es weiter gehen soll. Wo ich anfangen soll beim Überarbeiten. Das einzige, was ich weiß, ist, dass ich damit noch etwas warten will. Ich will die Geschichte erst ein bisschen vergessen, bevor ich sie überarbeite.

In der Zwischenzeit will ich gerne weiter schreiben. Wie schon immer macht das Schreiben mir Spaß und besonders das Herausschreiben, das mir hilft, so viele Dinge aus meinem Kopf los zu werden. Manchmal werde ich sicher Ideen für Geschichten haben, Szenen, die geschrieben werden wollen. Manchmal werde ich meine eigenen persönlichen Gedanken und Gefühle nieder schreiben. Manchmal werde ich vielleicht wieder auf das Medium des Blogs zurück greifen.

Ich habe dieses Jahr viel darüber nachgedacht, was ich mit dem Blog machen könnte. Etwas Anderes als vorher. Was genau, weiß ich noch nicht. Ich habe einige Ideen. Gleichzeitig weiß ich noch nicht, wie sich das Blog mit meinem anderen Schreiben einordnen wird. Denn eines ist mittlerweile sicher: Schreiben ist das, was ich jeden Tag tue. Schreiben für mein akademisches Arbeiten. Schreiben für mein Tagebuch. Schreiben für meine kreativen Ideen. Schreiben schreiben schreiben.

Dieses Jahr habe ich sehr viel über das Schreiben gelernt. Vermutlich wäre ich nie so weit gekommen, wenn ich nicht vor ungefähr siebzehn Jahren angefangen hätte, sorglos ins Internet zu schreiben. Denn mindestens eine Sache habe ich daraus gelernt: Schreiben von der Leber weg, und durchhalten.2 Jetzt will ich viele andere Dinge lernen. Durchhalten wird auf jeden Fall ein Teil davon sein, ebenso wie überarbeiten, planen, denken, hin und her schieben.

Schreiben hilft mir beim Denken. Und vielleicht kann ich in den kommenden Monaten und Jahren noch mehr übers Schreiben lernen und das Schreiben noch besser für mich nutzen. Spaß macht es mir in jedem Fall, auch wenn es manchmal anstrengend und kräftezehrend ist.


1. National Novel Writing Month

2. Also doch zwei Sachen.

Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Freund*innenschaft

Die letzten zwei bis vier Wochen (ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr genau, haha) habe ich damit zugebracht, One Piece zu lesen. One Piece ist ein Manga, der vor über zwanzig Jahren begonnen wurde und immer noch nicht fertig ist. Mittlerweile gibt es auf Englisch 946 Kapitel. Ich habe früher (damals, als ich noch jung war und bei meinen Eltern lebte) immer mal wieder den Anime im Fernsehen gesehen (damals, als Animes auf RTLII liefen! Ist das heute immer noch so, oder nicht mehr? Wer weiß, ich hab schließlich keinen Fernseher). Jetzt, beim Lesen, habe ich festgestellt, dass ich offenbar auch mal angefangen habe, den Manga zu lesen und dann irgendwo zwischen durch aufgehört habe. Vermutlich weil ich den einen Charakter nicht mochte, haha. Nun ja. Jetzt habe ich wieder angefangen und durchgehalten bis zum jetzigen Stand des Mangas. Und während des Lesens habe ich viel darüber nachgedacht, was das eigentlich für eine Geschichte ist, und warum ich dieses Mal weiter gelesen habe. Es folgen also nun potentiell Spoiler.

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