Linkschau #22

Es kommt ein bisschen spät, und es gibt diesen Monat auch nicht viel zu empfehlen. Und hier ist es also:

Kersten Augustin schreibt in der taz über Arbeit. Oder weniger Arbeit.

Auf der VidCon spricht Francesca Ramsay darüber, dass unser Handeln nicht immer ein Publikum braucht. [Video]

Sinthujan Varatharajah schreibt bei der Böll-Stiftung über die Gründung von Unternehmen, um Geflüchteten zu helfen, und dem Problem ihres Weiß-Seins.

Und dann zwei Comics von Zen Pencils: In Anonymous Creativity geht es darum, dass unsere Kreativität größer sein kann, wenn wir sie nicht für ein Publikum und für unseren eigenen Ruhm machen. In The Eternal Struggle geht es darum, dass das Ausleben von Kreativität immer ein Kampf ist, dem wir uns immer wieder stellen müssen. [beide Englisch]

Im Migazin schreiben Isabella Greif und Fiona Schmidt über den NSU-Prozess und wie der Stand, im Versuch sich selbst zu schützen, die Aufklärung weiterhin verhindert.

Glokal hat mit anderen Unterzeichner*innen einen Aufruf veröffentlicht, um das Schweigen über den Umgang mit Geflüchteten auf dem Mittelmeer zu brechen. Relevant und deswegen unbedingt lesenswert.

Linkschau #21

Im Grunde habe ich diesmal nur die Hälfte der Zeit Artikel gelesen, die ich teilen kann, weil ich die andere Hälfte der Zeit ja gar nicht da bin (mysterious), und es sind dennoch ein paar Artikel geworden.

DasNuf teilt ihre Gedanken zu gleichberechtigt geteilter Elternschaft und geht dabei vor allem auch auf ökonomische Aspekte ein.

Im Migazin gibt es einen Artikel zur Visumspflicht und Deutschlands Weigerung, diese zu lockern mit der gleichzeitigen Forderung an andere Staaten, ihre Visumspflicht für Deutsche zu lockern. Da kann ich nur den Kopf schütteln und die Augen rollen.

Heinz-Jürgen Voß schreibt zum Diskussionsstand um Beissreflexe. Ich hab das Buch selber nicht gelesen, sondern nur darüber gelesen, finde den Artikel aber ganz interessant.

Mithu Sanyal hat in der taz schon vor zwei Monaten über Thordis Elva und Tom Stranger sowie ihr gemeinsames Buch geschrieben. Und über den ganzen Hass, den Thordis Elva dafür abbekommt, dass sie ein Buch mit dem Mann geschrieben hat, der sie vor 16 Jahren vergewaltigt hat.

Und hier dann auch der TED Talk von Thordis Elva und Tom Stranger, den ich sehr beeindruckend finde. Wie ich überhaupt ihren gemeinsamen Weg sehr beeindruckend finde.

Dann ein Text von vor vier Jahren von mehreren Autor*innen zum Thema Klasse und der Relevanz des Themas. Passend zu meiner eigenen Beschäftigung mit dem Thema.

Hannah reflektiert über Therapie und die Kommunikation innerhalb von Therapien.

Im Lower Class Magazine gibt es einen Kommentar zu den Kabelbränden der extremen Linken und wie wenig hilfreich und revolutionär das war.

Kersten Augustin schreibt in der taz zur Ehe für alle, und warum das nur bedingt ein Grund zur Freude ist.

Und zu guter Letzt ein Debattenbeitrag zum aktuellen Stand der Antirassismus-Arbeit von Amanda Trelles Aquino, Can Yıldız und Ward Jazani im Lower Class Magazine. Sie kritisieren die oberfläche Antirassismusarbeit, die momentan gesellschaftlich akzeptiert ist und fordern eine stärkere Verbindung von Antirassismus und Antikapitalismus, um die Strukturen tatsächlich zu ändern.

Linkschau #20

Und auf in die nächste Runde Gedanken anderer Menschen.

Stefanie Kron schreibt in der Zeitschrift Luyemburg über die Notwendigkeit der ‚Kanakisierung‘ linker Politik und plädiert damit für in die Inkorporation der Kämpfe für Bewegungsfreiheit in linke Politik.

Im Migazin stellt Nina Simon die Frage, für wen Einwanderung wirklich herausfordernd sei und fordert inklusive antirassistische Bildungsarbeit.

Martin Ballaschek schreibt über den wissenschaftlichen Nachwuchs und wie er an den Unis kaputt gemacht wird.

Und hier schreibt Sarah A. Harvard über drei Bilder des Oprah Magazines und von Fotograf Chris Buck, die auf Frauen und race schauen. [Englisch]

Bei broadly schreibt Samantha Ladwig über Frauen, die den Kontakt zu ihren Müttern abgebrochen und wie sie sich dadurch befreit haben.

Susan Djahangard und Jean-Pierre Ziegler rufen bei der Zeit dazu auf, Menschen mit Migrationsgeschichte etwas Anderes als nach ihrer Herkunft zu fragen.

Bei kleinerdrei erzählt Katrin die Geschichte ihres Bruder, die vom deutschen Gesundheitssystem handelt, das angeblich auf Solidarität beruht.

Und falls Ihr es noch nicht gesehen habt, hier Deniz Yücels Brief aus dem Gefängnis in der Türkei, den er seinen Anwälten diktiert hat.

DasNuf schreibt über Liebesbeziehungen und Kommunikation, was wie ich finde ein sehr wichtiges Thema ist. Außerdem geht es um Verträge.

Und hier Emma’s Comic zum Mental Load, den vor allem Frauen tragen, der in den letzten Tagen und Wochen schon viel geteilt wurde im Internet, deswegen kennt Ihr ihn bestimmt schon. [Englisch]

Kraehenmutter schreibt über Feminismus und was das bedeutet (oder bedeuten kann).

Im Missy Magazine schreibt Josephine Apraku darüber, warum Sprechen über Rassismus gerade auch in Liebesbeziehungen wichtig ist.

Hannah schreibt über Speziezismus und stößt dabei ein paar interessante Gedanken an.

Im letzten Baopu-Comic von Yao Xiao geht es darum, wie Geschlechterstereotype und das Sprechen darüber dafür sorgen, dass Mädchen von den Dingen entfernt werden, für die sie sich interessieren. [Englisch]

Und Naekubi schreibt über das Ende ihrer Dating-Aktivitäten und, zumindest hört es sich in meinen Ohren so an, über das Ende ihres Glaubens an die große Liebe.

Linkschau #19

Es geht weiter im Teilen von Gedanken anderer Menschen.

Hannah Witton hat in einem ihrer letzten Videos erklärt, wie eins sich am besten organisieren kann. Vielleicht inspirierende für einige Menschen da draußen. [Englisch]

Bei kleinerdrei schreibt Dr. Vulva über Sex und Bedürfnisse. Passend zu meinem eigenen Weg und der Beschäftigung mit Bedürfnissen im Moment.

Sami Omar schreibt beim Migazin über die Verlogenheit in der Debatte um das Wahlverhalten der in der Türkei wahlberechtigten Menschen mit Wohnsitz in Deutschland.

Beim Lower Class Magazine wirft David Doell die Frage nach einer linksradikalen Ethik an den deutschen Universitäten auf. Auch der anfangs zitierte Text ist lesenswert, aber dieser ist mMn noch eindringlicher.

Lisa schreibt bei umstandlos über Rituale mit und ohne Kinder in unserer heutigen Gesellschaft.

Bei den femgeeks fragt Melanie nach den feministischen Blogs und berichtet von ihren eigenen Gedanken und ihrem eigenen Weg online.

Kimberly Lawson schreibt bei broadly über eine neue gewaltvolle Praktik unter Männern, die beim Sex gegen den Willen ihrer Sexualpartner*innen das Kondom ausziehen.

DasNuf schreibt über ihren Weg zum Feminismus übers Mutter-Werden und plädiert für Feminismen für alle, unabhängig vom Wissensstand oder den gelesenen Büchern.

Bei Melanie von glücklich scheitern gibt s einen Gastbeitrag über Feminismus und Mutterschaft und der Schwierigkeit, das Mutter-Sein mit den eigenen Bedürfnissen zu vereinbaren.

Hannah schreibt in Anlehnung an ihren Text zum 01. Mai über Antikapitalismus und Behinderung und wie wenig Behinderungen in linken antikapitalistischen Kämpfen mitgedacht werden.

Nadine von der Mädchenmannschaft hat ein Interview mit Peer Thesing zu feministischer Psychatriekritik und Identitätspolitik geführt, das ich wirklich sehr empfehlenswert finde.

Auf Identitätskritik gibt es einen Beitrag zur Diskussion um die Begriffe Opfer, Erlebende, Betroffene, usw. Spannende Gedanken, und wichtiger Appell.

April Recap

Die Frage zu erörtern, ob die Zeit schneller vergeht, wenn eins älter wird, behalte ich mir vielleicht für einen anderen Beitrag vor. Diesen Monat hatte ich auf jeden Fall den Eindruck, dass der Monat sehr schnell vorbeigegangen ist. Sehr sehr schnell.

Ich weiß nicht mehr so genau, was ich eigentlich diesen Monat geschaut habe, ich versuche trotzdem, es zu rekonstruieren:

Ein Mann namens Ove

Daran kann ich mich noch gut erinnern, es ist nämlich erst drei Tage her, dass ich diesen Film mit meinem Bruder geschaut habe. Es geht um einen Mann namens Ove (surprise, surprise), der sich nach dem Tod seiner Frau das Leben nehmen möchte. Und dann geht es eigentlich die ganze Zeit darum, wie er Verbindungen zu den Menschen um sich herum aufbaut und wieder Sinn in seinem Leben schöpft. Der Film hat mich sehr nachdenklich gemacht in Bezug auf die Organisation unserer Gesellschaft und die Einsamkeit, in die viele Menschen fallen, weil sie entweder keine Partner*innen haben, oder diese verstorben sind.

Neue Liebe

Der Film ist eine Doku, die ich in den letzten zehn Tagen sogar zweimal gesehen habe. Es geht darin um eine Gruppe von Kindern/Jugendlichen, die in Deutschland in einer Sprachlernklassen Deutsch lernen. Sie berichten von ihrem Alltag, ihrer Ankunft in Deutschland, dem Heimweh, dem Neu-Beginnen und Freunde finden. Die Doku ist ziemlich kurz (50 Minuten) und wurde in Kooperation mit den beteiligten Personen erstellt. Obwohl der Film so kurz ist, vermittelt er einen guten Einblick in das Leben der Kinder, vor allem auch für Menschen, die sich noch nicht so viel mit Migration befasst haben.

My Escape/Meine Flucht

Diese Doku haben wir letzte Woche auf dem Seminar geschaut, das ich gegeben habe. Die Doku ist schon zwei Jahre alt und zeigt vor allem Smartphone-Aufnahmen von Menschen auf der Flucht aus dem Jahr 2015. Ich fand den Film sehr eindrücklich und berührend, und kann ihn nur weiterempfehlen. Allerdings mit Trigger Warnung, weil die Szenen auf der Flucht teilweise sehr krass sind was Gewalt und Sterben angeht.

Ansonsten habe ich Gilmore Girls zu Ende geguckt, zumindest die Original-Serie und Mitbewohnerin B. und ich haben angefangen, A Year in the Life zu schauen. Erst den ersten Teil, ich bin gespannt, was noch kommt. Ich hab wieder angefangen, nach einer langen Pause, Grey’s Anatomy weiterzugucken. Drama Drama!

An mehr Medienkonsum kann ich mich nicht erinnern. Außer Bücher! Gelesen habe ich …

Zähne Zeigen von Zadie Smith

In dem Buch geht es um zwei Freunde, die sich während des Zweiten Weltkriegs kennen gelernt haben, und um ihre Familien. Die Familiengeschichten sind geprägt von Migration und es geht viel um Identität und Identitätsbildungs in vielsprachigen und vielkulturellen Kontexten. Ich finde Zadie Smiths Sprache sehr schön, und ihre Charaktere immer sehr ehrlich und zugänglich. Die Themen liegen mir selber sehr am Herzen, deswegen fand ich das Buch sehr lesenswert.

Außerdem zwei Bücher zur Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg. Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Persönlich und emotional war der April anstrengend, aber nicht zum Verzweifeln, was schon mal ein sehr angenehmes Gefühl ist. So far so good.