Linkschau #39

Spät dran, ich weiß. Who cares. Seit Montag war die Woche ein Chaos, und ich auch. Montag erstaunlicherweise so krank, dass ich um 18 Uhr ins Bett gegangen bin. Dafür dann um 2 Uhr morgens wach, nachtgearbeitet, und abends auf ein Konzert. Und aus unerfindlichen Gründen (haha) war der Rest der Woche dann unendlich anstrengend. Heute ist es besser. Heute ist Alleine-Tag und es macht mich so glücklich. Nur ich. Alleine. In meiner Wohnung. Und in der Sonne eben schon und dann später. Wie schön. Nun aber genug von mir und mehr zu dem, was ich empfehlen kann.

Lex Croucher spricht über ihr Burnout und ich fühle mit ihr. Vieles davon kenne ich von mir, oder von Freund*innen. Und viel mehr gibt es dann auch nicht zu sagen, außer, dass wir aufhören müssen zu müssen. [Englisch, Video]

DasNuf schreibt darüber, wie wir unsere To-Do-Listen verkleinern können: nämlich, in dem wir auf Aufgaben verzichten. Und die Frage nach dem Warum scheint mir doch sehr hilfreich, denn meine Vermutung wäre, dass die Antwort häufiger als gedacht „weil man das so macht“ ist, und das ist ja im Grunde ziemlich unbefriedigend.

In an.schläge schreibt Bärbel Danneberg übers älter werden, Autonomie und Solidarität, und irgendwie auch die große Frage, wie wir miteinander leben wollen.

DJ Ferguson schreibt in Racebaitr über die Frage, ob es wirklich Gleichheit ist, die wir wollen und erklärt, warum sie das nicht möchte. [Englisch]

Im Internet geht es im Moment viel ums Aufräumen und um Marie Kondo. Ich frage mich, ob das an ihrer Netflixshow liegt? Keine Ahnung. Den Hype um sie gibt es schon länger und ich habe ein paar Artikel dazu gelesen. Unter anderem einen Artikel von Joshua Becker, indem er sich fragt, ob ihre Frage („Does it spark joy?“) die richtige Frage ist, um auszumisten. [Englisch]

Das war’s auch schon. Wie schön. Klein und fein.

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Linkschau #36

Es ist der erste richtig kalte Tag dieses Jahr, habe ich das Gefühl. Heute Morgen war’s mir wichtig kalt an den Beinen, und das erst im November! Klimawandel und so. Natürlich gibt es wie jeden Monat auch die Gedanken anderer Menschen. Meine eigenen Gedanken teile ich ja nicht mehr so häufig. Immerhin schreibe ich noch.

Los geht’s mit Patricia von DasNuf. Sie schreibt über das Leben mit Kindern und wie sie irgendwann einfach gesigniert hat.

Ein Kommentar von Lara zum sexistischen Comic „Nie genug“ von Marvin Clifford und warum sein Verhalten nicht okay ist.

Lex Croucher erklärt in ihrem Video, warum Youtuber*innen aufhören sollen, Haul-Videos (d.h. Videos, in denen sie zeigen, welche Klamotten – und andere Dinge – sie alle gekauft haben) zu machen. [Englisch, Video]

In einem anderen Video erklärt kaptainkristian die Animationen von Disney und die Regeln, denen diese Animationen folgen. Und warum es manchmal aussieht wie Magie. [Englisch, Video]

Sarah Chavez von The Order of the Good Death schreibt zu den positiv konnotierten Wurzeln von Halloween und was sie mit dem Tod und Umgang mit Tod zu tun haben. [Englisch]

In anschläge. schreibt Lea Susemichel darüber, dass es das gute Leben ohne soziale Gerechtigkeit nicht geben kann.

Peter Schaber schreibt beim LowerClassMag zu Militanz.

In ihrem neuen Video erklärt Anna Akana, wie wir jetzt glücklich werden, auch wenn ihr der Rat selber nicht besonders gut gefällt. [Englisch, Video]

Und auf Zeitgeschichte online zwei Kommentare zu Höckes Rede letztes Jahr: Martin Sabrow erklärt, was den Zäsurcharakter der Rede ausmacht, und Maria Alexopoulou weist darauf hin, dass der blinde Fleck von Sabrow und vielen anderen Historiker*innen der Rassismus ist.

Das war’s auch schon wieder. Ich muss dazu sagen, dass es sich erheblich einfacher gestaltet, Links auf dem iPad einzufügen als am PC. Traurig, aber wahr.

Linkschau #33

Eigentlich wollte ich das gestern noch geschrieben haben, aber dann kam was dazwischen und jetzt ist es auch schon wieder spät. Egal. Es hat sich einiges aus den letzten beiden Monaten angesammelt, und ich habe immer noch so viele Tabs offen. Wo ist die Zeit schon wieder hin?

Bei kleinerdrei ein Beitrag über Sex, Sexunfälle und Verhütung, und die Panik, die entsteht, wenn was schief geht beim Sex mit Unbekannten. Mit ein paar guten Hinweisen zu Safer Sex, die über HIV hinausgehen.

Und Levi schreibt, auch bei kleinerdrei, was er über die Kippah-Demonstrationen in Deutschland denkt.

Das Calvert Journal berichtet darüber, dass es jetzt LGBTI*-Karten für die größten litauischen Städte gibt.

Katie Orwig schreibt beim Order of the Good Death über die möglichen Ursprünge des Vatertages in den USA.

In der Zeit schrieb Vanessa Vu über die Ursprünge des Rassismus.

Und aus der taz eine Geschichte über Liebe und das Leben von Kefah Ali Deeb.

Brigitte Theißl schreibt in an.schläge über Hetero-Sex (und Macht).

Daniel Kretschmar schreibt in der taz über die Asylrechtsverschärfung von CDU und CSU.

Bei AlJazeera schreibt Lewis Turner über die Dämonisierung von männlichen geflüchteten Kindern an den Grenzen der westlichen Welt. [Englisch]

Zu empfehlen ist außerdem diese Doku vom NDR über den kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt. [Video]

Anna Akana spricht über Liebe und Tod. [Englisch, Video]

In an.schläge schreibt Nicole Schöndorfer über Hormone und die Libido (und das Patriarchat, aber das ist ja fast schon selbstverständlich).

Und dann noch ein Interview mit Christine Nöstlinger aus der taz. Wegen Franz und seinen Geschichten. Und weil sie tolle Sachen sagt.

Lea Diehl von der Zeit hat Anastassia Pletoukhina zu Antisemitismus interviewt.

Und Jasmin Schreiber, die sonst übers Sterben schreibt, hat einen sehr guten und eindrücklichen Text über Depressionen geschrieben. Because that’s how it feels.

<3

Kraftlosigkeit

Hannah hat letztens folgenden Satz geschrieben: „[Wir brauchen] Die Freiheit und den Mut manchen Menschen in unserem Leben zu sagen, dass wir sie nicht länger tragen können.“ (Quelle)

Das hat bei mir innerlich eine Glocke geläutet. Ich kann daran so gut andocken, dass es mich im übertragenen Sinne vom Stuhl gehauen hat.

Ich hatte diese Erkenntnis in der letzten Woche. Und in den letzten Tagen nochmal. Für verschiedene Konstellationen. Ich bin durch. So kraftlos. Meine emotionalen und geistigen Kapazitäten reichen gerade für die Bewältigung des Alltags und eigentlich würden sie auch für mich selbst reichen. Wenn ich nicht permanent damit beschäftigt wäre, andere Menschen mitzutragen. Für manche mache ich das gerne. Für andere nicht mehr. Und grundsätzlich kann ich es schlecht leisten gerade.

Eigentlich, wenn ich ganz tief in mich reinschaue und ganz ehrlich zu mir bin, dann habe ich gerade keine Kraft und Kapazitäten andere Menschen mitzutragen. Ich reiche nicht aus. Bin nicht genug. Wenn die Folge davon ist, dass ich Menschen verlasse und dass Menschen mich verlassen, dann weiß ich gerade nicht, wie ich das ändern soll. Ersteres will ich auch gar nicht ändern. Zweiteres würde ich gerne. Kann ich aber nicht. Weil ich keine Kraft dafür habe. Wer gehen will, muss gehen. Und ich lasse sie ziehen. Weil ich sie nicht (fest-)halten kann. Weil ich sie nicht tragen kann. Weil ich mich kaum selber tragen kann.

Was mich traurig macht, ist, dass die Kraftlosigkeit verschiedener Menschen, die in Beziehung zueinander stehen, zu mehr Trauer und Verlust führt, wenn sie nicht genug Kraft haben, um sich gegenseitig zu unterstützen. Weil wir alle gucken müssen, dass wir uns zuallererst selber tragen.

Linkschau #31

Dieses Mal bin ich besser vorbereitet und habe schon vor dem 15. gemerkt, dass es bald wieder Zeit ist, um ein paar Gedanken zu teilen. Wie schön! Und ich habe auch regelmäßiger und mehr gelesen, deswegen gibt es auch mehr zu teilen.

Naekubi beantwortet die Frage, ob alle Asiat*innen gleich aussehen (Spoiler: Nein). Sie erklärt dann auch noch, warum nicht-asiatische Menschen das denken könnten.

In der Psychology Today ein Artikel von Karen Karbo über Freund*innenschaft, und warum wir mit den Menschen befreundet sind, mit denen wir befreundet sind. [Englisch]

Caitlin Doughty (a.k.a. Ask A Mortician) berichtet über ihre Reise nach Hawaii, wo sie sich über die rassistische Geschichte Hawaiis in Bezug auf Lepra-Erkrankungen informiert hat. [Video, Englisch]

Bei Pink Stinks (die kontrovers sind, darüber will ich mich gerade allerdings nicht auslassen) schreibt Marcel Wicker über Männlichkeit und Feminismus. Für alle, die denken, Feminismus sei nur was für Frauen oder das Ziel von Feminismus wäre, die Macht über Männer zu erlangen.

Hannah Rosenblatt bloggt bei der Mädchenmannschaft zu Psychiatriekritik und Macht. Sehr lesenswert.

Bei der Zeit schreibt Azadê Peşmen darüber, wie sogar das Lachen von Frauen in der Öffentlichkeit sanktioniert wird.

Alice schreibt bei kleinerdrei darüber, warum es keinem Menschen hilft, nett zu Rassist*innen zu sein.

Bei an.schläge schreibt Franziska Kabisch über Haare und Frauenkörper. Ich habe auch schon mal darüber geschrieben und bin fast versucht, auf jeden Fall inspiriert, auch nochmal über mein eigenes Verhältnis zu meinen Haaren zu schreiben.

Elena Ferrante (ja, die Autorin) schreibt bei der Freitag darüber, warum sie nie schlecht über eine andere Frau reden würde.

Und in der Welt ein Interview mit Deniz Yücel, nachdem er aus dem Gefängnis gekommen ist. Weil.

Ein Comic von Wrong Hands. Über Narzissmus. Unter anderem Namen. [Englisch]

Karl Marx hatte letzte Woche Geburtstag. In der taz gab es einen Artikel zu ihm von Ulrike Herrmann, in dem es darum geht, wie Marx das Proletariat erfunden hat.

Im Libertine Magazine schreibt Juliane Rump darüber, dass es für Frauen jetzt einfacher ist, sich alleine einen Kinderwunsch zu erfüllen als vorher.

In der Freitag schreibt Rebekka Gottl über Schutzehen. Und über die Scheinheiligkeit, mit der aufenthaltsrechtliche Gründe für Ehen anders bewertet werden als finanzielle oder steuerrechtliche.

Thomas Moser schreibt in der Freitag ein Update über den NSU-Prozess, der bald zu Ende gehen wird.

In der Zeit schreibt Mateja Meded über ihre Erfahrung als Geflüchtete in Deutschland und mit Rassismus.

Und dann ein Interview mit Leonhard F. Seidl, warum Widerstand gegen Abschiebungen notwendig ist. Auch in der Freitag, geführt von Elsa Koester.

Und noch ein Comic von Yao Xiao, wie wir uns in diesem Sommer um uns selbst kümmern können.

In der taz gab es ein Interview mit Naika Foroutan, einer führenden Migrationsforscherin in Deutschland. Geführt wurde das Interview von Daniel Schulz und es geht um die ähnlichen Kämpfe, die Ostdeutsche und Migrant*innen teilen.

Anja Maier schreibt in der Zeit über Trennung und ein Buch von Ulrike Stöhring. Es geht darum, wie Trennung auch anders gehen kann als gedacht, und dass gut gemeint Ratschläge vielleicht manchmal nichts bringen.

That was it (das war’s). <3