Müde

Meine Augen sind müde. Ich weiß nicht, ob das vom vor-dem-Computer-sitzen kommt, oder von den Pollen. Oder ob es eine Kombination von beidem ist. Auf jeden Fall sind meine Augen müde, und das macht mich gänzlich auch immer müde. Auch wenn ich sonst nichts Anstrengendes tue.

Heute habe ich beim Spazieren einen kleinen Wald (Forst?) entdeckt, durch den ich gelaufen bin. Das war schön. Alles war so grün und luftig. Und es war schön, etwas Neues zu sehen, neben all dem, was ich schon kenne.

Ich bin auch sonst müde. Ich mag diese Wohnung. Sie ist schön. Wir haben sie schön gemacht, mit unseren Möbeln und Bildern und Pflanzen. Diese Woche haben wir sechs neue Pflanzen bekommen, die jetzt wir eine kleine Familie vor meinen Auge rumstehen. Ich fühle mich hier wohl. Und doch bin ich es manchmal so müde, hier zu sein. Alles sieht immer gleich aus.

Reden ist manchmal schwierig. Ich glaube, es liegt nicht nur daran, dass im Alltag kaum etwas passiert. Ich glaube, es liegt auch daran, dass ich keine Worte habe für das, was ich denke und fühle. Und dass viel in mir drin passiert, was ich manchmal auch gar nicht kommunizieren will. Es reift wie ein kleines Pflänzchen (früher, da dachte ich auch noch, es würde ein Apfelbaum in meinem Bauch wachsen, wenn ich die Kerne verschlucke, so stelle ich mir das vor) in mir drin, und ich bin noch nicht bereit, es auszusprechen. Oder es vor Menschen auszusprechen, die nicht professionelle Unterstützung oder meine Mitbewohni sind. Dafür ist es zu groß, und dabei ist es im Grunde auch nur banal.

Ich höre mehr Musik als früher, ist mein Eindruck. Weil sie mich tröstet oder aufmuntert oder ich laut mitsingen kann. Manchmal alles gleichzeitig. Ich mag vor allem Musik bei diesen alltäglichen Tätigkeiten, wie kochen oder abwaschen. Und diese Woche auch beim Spazieren. Da habe ich ein Lied im Loop gehört, und ich glaube, ich bin beim Gehen gefedert. Hat sich zumindest so angefühlt.

Mein Alltag ist sehr strukturiert. Jeder Tag sieht wie der andere aus, außer am Wochenende. In den letzten Wochen habe ich noch mehr Abend- und Morgenroutinen entwickelt. Das hilft alles ein bisschen zu rahmen. Es gibt mir auch Raum für mich selbst, und um mich selbst auszuhalten. Das ist nicht immer so einfach. Ich übe, übe, übe. Und ich schreibe, schreibe, schreibe. Als ob mich das irgendwie retten würde. Vielleicht tut es das auch. Das weiß ich vermutlich erst danach. Wann auch immer danach sein wird. Wie auch immer es aussehen wird. Etwas verlagert sich, ganz langsam und unmerklich. Auch dafür: keine Worte.

Es folgen Worte anderer Menschen:

 

Digitale Zukunft

An der inhaltlichen Orientierungslosigkeit hat sich nichts geändert, dafür bin ich heute „pünktlich“ am Sonntag. Ich bin heute in einer Internetloch gefallen aus Bloggen und Webhosting und der Zukunft des Internets. Es war auf jeden Fall sehr spannend und leider bin ich immer noch ziemlich verwirrt, was Webhosting angeht. Das wird ein langer Weg.

Ich interessiere mich dafür, weil ich jetzt schon länger, mindestens seit letztem Jahr, darüber nachdenke, ob ich mein Blog bei wordpress lasse oder nicht. Im letzten Jahr hatte ich mir eigentlich vorgenommen, html und css zu lernen, um selber ein bisschen an dem Aufbau einer Website rumspielen zu können. Das hat nicht geklappt. Heute habe ich auch gelernt, dass Websites, front und back, ziemlich kompliziert geworden sind, und ob ich das alles lernen will, ist eine gute Frage. Es gibt allerdings auch andere Services, die ich nutzen könnte, davon habe ich mir heute mal ein paar angeguckt. Entschieden habe ich noch nichts, weil selber hosten natürlich auch Geld kostet und so weiter und so fort.

Außerdem hängt das alles auch damit zusammen, was ich mit diesem Blog machen will, und was ich weiterhin in meinem Leben machen möchte. Große Fragen, die sich nicht so schnell beantworten lassen, weil ich mehr Informationen brauche und selber gerade nicht so richtig weiß. Das heißt, ich mache erst mal so weiter. Weil ich das Bloggen mag, so als Gedankenstrom, der nicht besonders gefiltert und überarbeitet werden muss. Nicht so, wie die anderen Dinge, die ich schreibe, die lange brauchen, um überhaupt irgendein Licht zu erblicken. Und ich bleibe im Schreiben drin, wenn ich ansonsten vor allem plane, plotte, nachdenke und versuche, Dinge zusammen zu fügen. Dann ist dieses Blog hier eine gute Möglichkeit, was runter zu schreiben und es sein zu lassen, wie es ist.

Am nächsten Wochenende gibt es einen Coding-Workshop, wie ich eben durch Zufall entdeckt habe. Und die letzten Tage habe ich immer wieder gedacht, dass ich mal sowas recherchieren müsste, weil ich immer noch Lust habe, was übers Codieren zu lernen. Und tadaaaaaa, direkt vor meiner Nase. Da gehe ich also hin diese Woche, und darauf freue ich mich. Und abgesehen davon fange ich diese Woche auch einen Schreibworkshop an, der sechs Wochen dauert. Ich hatte schon fast wieder vergessen, dass es schon so bald (es ist März!) losgeht, und jetzt bin ich ein bisschen aufgeregt, weil ich keine Ahnung habe, wie ich mir das vorstellen darf. Es wird sicher eine Herausforderung, und ich werde bestimmt einiges lernen. Wow! Neue Sachen! Was zum Lernen! Ich freue mich und bin ein wenig nervös.

Das alles läuft neben dem Tagesgeschäft, was jetzt, nach der ersten Woche zurück, wieder etwas organisierter ist. Ich habe meine Aufgaben, die nicht direkt mit meiner Diss zu tun haben, abgearbeitet, und kann morgen ganz frisch und motiviert (hoffen wir) wieder an meine Diss rangehen. Ich habe einen groben Arbeitsplan und damit kann es dann losgehen.

Bevor ich hier Schluss mache, noch ein paar Gedanken anderer Leute, as usual:

Ungeplant

Ich wollte diese Blogbeiträge besser planen. Ich wollte sie auch sonntags posten. Weder das eine noch das andere scheint in den letzten Wochen besonders gut zu funktionieren. Nun ja. Deswegen ist das hier wieder ein Gedankensalat (ich empfehle den Podcast mit dem gleichen Namen, auch wenn ich ihn noch nicht gehört habe; hören also auf eigene Gefahr; ich habe gute Sachen darüber gehört! und es geht um Islam in der Moderne, klingt also spannend: klick!).

Ich bin zurück aus dem Urlaub und ich bin entspannter als vorher. Erfolg! Und ich bin fleißig am Sortieren. Ich habe mich für eine Sache beworben, für die ich heute ein Gespräch hatte, und das Gespräch war sehr freundlich und wohlwollend. Ich warte also ab. Außerdem habe ich ein paar andere Dinge in die Wege geleitet, um mein Leben zu ordnen, und heute schon ein paar interessante Tipps bekommen. Das Ganze ist irgendwie aufregend und beängstigend. Weil. Egal was kommt, ändern wird sich auf jeden Fall was. Und ich hab Angst.

Abgesehen davon ist alles beim Alten. Ich habe mich durch einen Berg von Mails gearbeitet und beginne morgen damit, Dinge zu korrigieren. Wenn das durch ist, dann kann ich mich auch wieder vordergründig der Diss widmen, was wie ein sinnvoller Plan klingt. Denn so viel Förderzeit bleibt nicht mehr übrig. Gut, dass ich zumindest heute motiviert bin, strukturiert zu arbeiten. Und konsequent. Ich glaube mittlerweile, dass Konsequent mein Problem ist. Das kann ich nicht so gut. Ich gebe mir Mühe!

In letzter Zeit denke ich viel über Ziele nach. Überall sollen wir Ziele haben. Ziele für ein Jahr. Ziele für in fünf Jahren. Ziele im Beruf. Ziele im Privaten. Ziele Ziele Ziele. Ich sträube mich gerade innerlich sehr gegen diese Omnipräsenz von Zielen. Ziele kommen mir so starr vor. So unflexibel. Ob das an den Zielen oder an mir liegt? Das frage ich mich auch manchmal. Gleichzeitig habe ich ja auch Ziele. Ich laufe nicht ganz ziellos durchs Leben. Ich hab die nur nirgendwo aufgeschrieben, vermutlich, weil sie mir dann flexibler vorkommen. Ich bin auch über Gedanken zu Zielen sehr dankbar. Also, falls jemensch was teilen möchte? Ja? Nein? Immer gerne auf jeden Fall.

Weil ich wieder so ohne Konzept hier bin und aus technischen Gründen nicht am Movie Club in diesem Monat teilnehmen kann (der ausgesuchte Film ist The Farewell, den ich sehr gerne sehen möchte, der leider nicht mehr im Kino läuft und erst ab März streambar ist), gibt es im Februar keine Rezension. Weswegen ich überhaupt in die Verlegenheit gekommen bin, für diese Woche etwas Anderes als eine Rezension schreiben zu wollen. Es gibt Schlimmeres. Im Folgenden: Gedanken anderer Menschen.

 

Linkschau #38

Ich komme irgendwie nicht dazu, das hier zu schreiben. Dabei sind die Tabs schon offen! Also, los geht’s, bevor was Neues dazwischen kommt:

Geschichte. Es ist lustig, denn das ist mein Job. Ha! [Englisch]

Jennifer Thorp schreibt auf Autostraddle über die queere Geschichte des geschorenen Kopfes. Ich fühle mich gleich wieder inspiriert, das auch mal wieder zu tun. Geht gerade nicht, aufgrund von Gründen. [Englisch]

Bei kleinerdrei schreibt Johanna, was für sie Verbündete sind, und wie sie dazu kam, diesen Begriff zu nutzen.

DasNuf schreibt über den Tod. Über den von anderen Menschen, und über den eigenen.

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Anna-Sarah darüber, warum das Aufteilen von Aufgaben bei heterosexuellen Paaren nicht klappt.

Anne Helen Petersen schreibt bei BuzzFeed darüber, warum unsere Generation (ich weiß nicht, ob unsere, denn ich weiß nicht, ob meine Leser*innen der gleichen Generation angehören, also vielleicht eher meine Generation) die Burnout-Generation ist und wie das Leben in diesem System (Kapitalismus) uns zu nervösen und ständig ausgepowerten Menschen gemacht hat. Leider auf Englisch, für alle ein lesenswerter Artikel.

Bei kleinerdrei schreibt Francis Seek über Klassismus und Erben.

Kelsey Piper schreibt über künstliche Intelligenz und warum sie uns zerstören könnte und wir sie, gefälligst!, ernst nehmen sollten.

In dieser WDR-Doku geht es um Polyamorie mit Kindern. Ich finde die Doku sehr wertschätzend und respektvoll. Auch ein einfacher Einstieg, wenn eine sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat. (Ich habe auch Kritik daran, z.B. dass Polyamorie sich in diesem Fall nur mit sexuellen Beziehungen befasst, was mMn nicht so sein muss.)

In der Zeit, weil sie es dürfen, ein Artikel über Schwangerschaftsabbrüche.

Johanna Montanari schreibt im Freitag über Überstunden, und wieviele davon unentgeltlich geleistet werden.

In der Zeit schreibt Caroline Rosales über Kaiserschnitte und bietet einen anderen Blick auf Geburt, als es in letzter Zeit zu lesen ist.

Linkschau #29

Immer noch habe ich viele Ideen, angefangen sie aufzuschreiben, und doch keine Zeit, mich darum zu kümmern. Ab April wird alles besser.

In der taz schreibt Sibel Schick, dass es nicht grundsätzlich unemanzipatorisch ist, den Namen des Partners bei der Ehe anzunehmen.

Robot von RobotHugs hat einen Comic zu Be_hinderung und Barrierefreiheit gemacht, in dem es darum geht, dass Menschen als nicht be_hindert genug wahrgenommen und ihnen ihre Hilfsmittel o.ä. abgesprochen werden. [Englisch]

Bei Feminismus im Pott gibt es ein Interview mit Laura Gehlhaar zu Inklusion.

Anne schreibt bei kleiner drei zu möglichen Strategien gegen Rechts und Rechtspopulismus, die effektiver sein und vor dem Aktivismus-Burn-Out bewahren sollen.

i,Slam haben ein Video gemacht, dass Rassismus einfach erklärt und mit Beispielen versieht. [Video]

Patricia von dasNuf schreibt über ihre Ferien- und Nebenjobs und philosophiert darüber, ob und was ihr das Arbeiten gebracht hat.

Umstandslos verändert sich und wie sie sich gerade fühlen (wütend, müde, solidarisch) schreiben sie als Abschluss vor dem Neuen.

Megan spricht darüber, wie wir mit der Trauer von nahen Menschen umgehen können. [Video, Englisch] Und weil mich das Thema gerade hat, kann ich auch noch den Podcast endlich. empfehlen, von dem ich erst die erste Folge gehört habe, die ich sehr gut fand.

Bei kleinerdrei schreibt Alena was zu Heimat. Von Sehnsucht, Solidarität und dem Heimatministerium.

Vina Yun schreibt im Missy Magazine, wie sie sich entschieden hat, ein Familienmitglied zu pflegen, wie sich das auf ihre persönlichen Beziehungen ausgewirkt hat.

Shawn Taylor schreibt über Black Panther, warum der Film eine neue Fankultur produziert hat und wieso er so wichtig ist für Schwarze Kunst und Kultur. [Englisch]

Alice schreibt bei kleinerdrei über Rassismus und Debatten über Rassismus.

Ihr merkt schon, das Thema Tod und Trauer sind sehr präsent. Hier also nochmal Megan zum Thema Friedhöfe in der Zukunft und bereits bestehenden alternativen Projekten zu Friedhöfen und Bestattungen.

Clara Rosa von Class Matters schreibt über Klasse und Gesundheit oder warum Armut krank macht.

Tiffany Martínez berichtet, was ihr in der Akademia alles an Vorurteilen entgegen geschlagen ist und wieso sie sich mehr anstrengen muss als weiße Menschen.

Bei biber schreibt Dudu Kücükgöl über Feminismus und Islam und warum sie sich nicht dazu berufen fühlt, immer wieder ihre Solidarität mit den Frauen im Iran zu bekunden oder andersherum: dass sie sich fragt, warum sich kopftuchtragenden Musliminnen gegenüber nicht solidarisch verhalten wird.

Außerdem gucke ich ja manchmal Kids Hiho (jajaja) und da haben die Kinder dem Illustratoren in einer der letzten Folgen beschrieben, was für sie Feminismus ist. [Video, Englisch]

arte sendet eine Doku über Sookee, die noch online gesehen werden kann und in der sie u.a. über Depressionen und psychische Gesundheit redet. Sehr persönlich und direkt. [Video]

Dann erklärt Anna Akana, wie wir unsere Freundinnen effektiv darauf hinweisen können, wenn sie scheiße zu sich selbst sind. [Video, Englisch]

Meine Erklärungen waren dieses Mal glaube ich nicht so gut. Verzeiht es mir, ich bin sehr müde.