Buchrückschau September 2016

Ich weiß, es gibt eine Rückschau ganz am Ende des Jahres, aber vielleicht interessiert ja irgendwen, was ich so letzten Monat gelesen habe. Vielleicht komme ich auch nur auf diese Idee, weil ich letzten Monat mehr gelesen habe als im Rest des Jahres (abgesehen von der MA, die zählt nicht). Ich hatte Urlaub, und ich brauchte Prokrastination. Deswegen ist es so viel geworden.

Gosho Aoyama, Detective Conan #021-#039 [Englisch]

Okay, ich habe 18 Manga-Bände gelesen. Ich kriege das nicht so richtig mit, weil ich die auf meinem Handy lese. Da kann ich immer so ein Kapitel oder einen Fall lesen (es ist ein Kriminal-Manga), und dann weiter arbeiten. Sehr praktisch. Der Manga ist an sich sehr spannend und wird immer spannender, es könnte aber sein, dass es bald langweilig wird? Ich weiß gerade nicht, was noch kommen soll. Irgendwie. Ich hab den Anime früher immer mal wieder gesehen, musste aber feststellen, dass ich nur sehr wenige Folgen bzw, sehr frühe Folgen gesehen habe. Meine Schwester guckt gerade den Anime, deswegen updaten wir uns so gegenseitig.

Lemony Snicket, The Bad Beginning und The Reptile Room [Englisch]

Ich habe die Bücher von Lemony Snicket schon mal gelesen, bin mir aber unsicher, ob ich je das letzte gelesen habe. Deswegen und weil ich meine Bücherbox von meiner Schwester zurück bekommen habe, lese ich die jetzt nochmal. Witzig, besserwisserisch, aber repetitiv.

Art Spiegelmann, Maus, l’intégrale: un survivant raconte [Französisch]

Eine Graphic Novel, die ich von Mitbewohnerin C. geliehen habe. Ich habe sehr lange dafür gebraucht. Der Autor erzählt die Erfahrungen seines Vaters während des Holocaust als Jude in Polen. Auch oder vielleicht gerade weil es ein Comic ist, ist es sehr schrecklich zu lesen und geht sehr nahe. Gut gemacht, zeigt den Horror, auch der nachfolgenden Generation, sehr gut.

Michelle Hodkin, The Evolution of Mara Dyer und The Retribution of Mara Dyer [Englisch]

Der zweite und dritte Teil der Trilogie über Mara Dyer. Ich erinnere mich, dass ich den ersten Teil irgendwie blöd fand, aber der zweite Teil war dann besser, deswegen habe ich weiter gelesen. Ich war außerdem im Urlaub und wollte einfache Lektüre. Das war einfach zum Weglesen, ganz unterhaltsam. Die Frage, die am Ende im Raum steht, ist auf jeden Fall eine spannende, und muss jede*r für sich selbst beantworten. Halt so Fantasy/Young Adult.

Joann Sfar, Vampir [Deutsch]

Auch eine Graphic Novel, die ich von Mitbewohnerin C. geliehen habe. Absurde Geschichten über einen Vampir, der nach der Liebe sucht. Vielleicht aber auch lieber seine Ruhe haben möchte. Ganz witzig und kurzweilig. Spielt außerdem in Vilnius, deswegen hat das Buch einen Stein im Brett.

Jane, Lindy Hop und die Transnationalität

Es gibt Dinge, und vor allem Bücher, die sich an eine*n ranschleichen und im richtigen Moment kommen. Dieses Jahr habe ich schon ein solches erwischt mit „all about love“ von bell hooks. Gerade habe ich „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte ausgelesen. Das war auch so ein Buch, von dem ich dachte: aha! Das kommt im richtigen Moment. Ich mochte zwar nicht diesen starken Fokus auf Religion, außerdem ist das Buch ziemlich heteronormativ und -konservativ UND in allen möglichen Nebensätzen finden sich diverse Rassismen. Es ist ein Buch seiner Zeit, auf jeden Fall. Aber die Entwicklung, die Jane durchmacht, ist total spannend und von sehr viel Reflexion ihrerseits begleitet. Den Kommentar, den es dazu gibt, habe ich auch sehr gerne gelesen, weil er Dinge nochmal sehr gut in einen Kontext setzt. Ich mochte das Buch wirklich sehr gern. Die Story im Groben kannte ich schon von dieser youtube-Serie, deswegen war nichts wirklich überraschend. Aber es war gut geschrieben und Janes Entwicklung nachvollziehbar.

Ansonsten war ich gestern auf einer Lindy Hop-Party, die mich an sich nicht so überzeugt hat. Meine Tanzpartner*innen waren wie immer wundervoll und ich merke, wie viel Spaß mir die Sache macht. Und auch, dass ich länger nicht da war und ein bisschen raus bin beim Charleston. Das wird wieder! Die nächsten Wochen versuche ich, fleißiger dahin zu gehen. Unterricht hat eh Pause, Übung muss trotzdem sein. Naekubi hat vor ein paar Tagen auch einen Text zu Lindy Hop und Whitewashing geschrieben, den ich sehr hilfreich fand, um mir nochmal explizit in Erinnerung zu rufen, dass Lindy Hop ein schwarzer Tanz ist. Bei uns ist es so, dass es genau eine Schwarze Person in der Gruppe gibt, alle Anderen (inklusive mir) sind weiß. Seit Naekubis Artikel kann ich den Tanz auf jeden Fall nochmal besser wertschätzen und einordnen. Gestern bei der Party liefen auf jeden Fall Tanzperformances im Hintergrund, die dann auch tatsächlich historische Aufnahmen waren, in denen Schwarze Menschen getanzt haben. Das fand ich von den Organisator*innen ziemlich gut.

Heute wollte ich eigentlich zu einem Workshop zur Dokumentarischen Methode gehen, aber dann bin ich beim Skypen mit U. in der Türkei hängen geblieben und habe gemerkt, dass wir tatsächlich transnationale Leben führen. Immer wieder, jeden Tag aufs Neue, mit den wundervollsten Menschen. U. und ich haben uns auf jeden Fall zweieinhalb Stunden verquatscht, was ziemlich witzig und cool war. Und jetzt geht’s an die Vorbereitung des Kolloquiums. Handout und so’n Quatsch. Auf auf!