Meine Geschichte mit Kopfhaar

img_3000Ich hatte in meinem Leben sehr oft kurze Haare. Ich mag kurze Haare, und ich mag, wenn meine Haare kurz sind. Ich mag auch, wenn ich gar keine Haare habe, oder wenn sie langsam wachsen und sich besonders flauschig anfühlen.

Zu meiner Gymnasialzeit hatte ich meist so mittellange Haare. Und ich hatte oft eine doofe Zeit. Ich wurde gemobbt, und ich habe mich vielfach nicht wohl gefühlt. Und sehr sehr lange habe ich die Länge meiner Haare damit in Verbindung gebracht. Ich mochte einfach nicht, was für ein Mensch ich mit mittellangen Haaren war und was ich mit mir habe machen lassen und welche Entscheidungen ich in meinem Leben getroffen habe. Erst kürzlich fiel mir auf, dass ich all das mit der Länge meiner Haare verbinde. Beziehungsweise verbunden habe. Ausrufezeichen!

Als es mir sehr schlecht mit mir und meinen Entscheidungen ging, hatte ich Glatze. Das hat geholfen. Steht mir auch ziemlich gut. Das hat auch dazu geführt, dass ich dann wirklich sehr lange Zeit ziemlich kurze Haare hatte. Das steht mir auch gut. Es ging mir auch gut damit. Ich mochte mich sogar.

Ich habe häufig gesagt, dass mir meine Haare egal sind. Die Wahrheit ist, dass das nicht stimmt. Ich habe nur kein Problem damit, keine oder sehr kurze Haare zu haben, weil ich auch das an meinen Haaren mag. Es steht mir, ich fühle mich damit wohl. Anfang diesen Jahres habeich beschlossen, meine Haare wachsen zu lassen und zu sehen, was passiert. Es gibt in diesem Prozess meist sehr viele Phasen, die scheiße aussehen, weil die Haare eine Zwischenlänge haben. Dieses Mal fand ich, dass ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt scheiße aussah. Keine Ahnung, was andere Menschen dazu denken, aber ich fand und finde meine Haare gut.

Das Geheimnis dieses Mal ist, dass ich meine Haare ziemlich mag. Sie gefallen mir. Ich gefalle mir auch. What! Sie nerven manchmal und aus praktischen Gründen sind kurze Haare irgendwie immer noch besser (zumindest hängen sie nicht im Gesicht rum). Aber ich mag mich. Das legt nicht an meinen Haaren, das ist mir klar. Das liegt an anderen Prozessen, die ich in den letzten Monaten durchgemacht habe. Aber es zeigt mir, dass ich Prozesse durchgemacht habe. Und dass ich, unabhängig davon wie ich aussah als ich welche Entscheidungen auch immer in meiner Vergangenheit getroffen habe, mich jetzt lieber mag als früher. Es gibt immer noch Liebespotenzial nach oben, sogar ziemlich viel, aber es hat sich auch schon einiges getan. Und das ist ziemlich gut.

Deswegen warte ich jetzt ab, was mit meinen Haaren noch so passiert. Ich versuche auch, sie weniger zu waschen und gesünder zu halten. Das ist ein sehr langwieriger Prozess, der mir aber sehr wertvoll und wichtig erscheint. Vielleicht ist es auch irrelevant, aber ich arbeite trotzdem daran.

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Linkschau #11

Woop woop! Gedanken anderer Menschen und so. Weil alle meine Gedanken in die Masterarbeit fließen…

Houssam Hamade schreibt in der taz über die Linke und die dortige Rezeption des Islams (Spoiler Alert: Kritik am Islam ist meist nur eine Bestätigung rassistischer Diskurse).

Your Fat Friend schreibt über Körperbilder und Fett. [Englisch]

In der Zeit Campus schreiben drei Autor*innen über die neue radikallinke Bewegung und ihre Kritik an der Gesellschaft, in der wir leben.

Eva Marie Kogel schreibt in der Welt über (sexuelle) Gewalt an Frauen in Syrien. [TW: Vergewaltigung, Folter, Gewalt]

In der Jungle World schreibt Sebastian Weiermann über die Notwendigkeit innerhalb der Linken, sich wieder mit Arbeit zu beschäftigen.

Hannah Witton hat auf youtube eine neue Kolumne gestartet, in der sie von ihrem Weg weg von der Pille erzählt. Bisher gibt es eine Folge. [Englisch]

Bei ustandslo schreibt Frau Taugewas über die Beziehung zu ihrem Kind und den Begriff „Wunschkind„.

Mirna Funk gibt bei der Zeit einen Einblick in das Leben jüdischer Menschen in Deutschland.

Bei der taz schreibt Hülya Gürler über den Streit in Berlin über ein Mahnmal für die Opfer des Massakers von Dersim in der Türkei.

Jan Werkener schreibt im Tagesspiegel über den Horror, der sich in geheimen Gruppen bei facebook auftut, in denen Menschen laufen rechte Straftaten begehen, die nach momentanem Stand nicht verfolgt werden können.

Und zum Abschluss zwei Videos: Nerdwriter erzählt von der Truman Show und was sie uns über Politik lehren kann (never accept the world). [Englisch] Und Rosianna spricht über Körperbilder bei Erwachsenen. [Englisch]