Veränderungen

Ich hatte eine Woche Urlaub, und wie schön es war! Ich hab zwar nicht allzu gut geschlafen, weil ich auf einer Isomatte geschlafen habe. Abgesehen davon war es toll. Ich hatte Zeit für nichts tun und für nur spaßige Sachen. Toll! Ich war schwimmen, in einem Freibad neben einem Fluß, und es war schön. Ich habe meinen neuen Bikini eingeweiht dafür, yes! Ich hatte mein Fahrrad dabei, am Ende habe ich es nur benutzt, um zum Freibad zu kommen. Immerhin! Sage ich dazu. Jetzt habe ich immer noch den Eindruck, ich könnte weiter Urlaub machen. Und gleichzeitig habe ich noch andere freie Wochen geplant in diesem Jahr, und ich will auch mit meiner Arbeit weiterkommen. Deswegen ist es schon okay, morgen wieder zu arbeiten. Ja!

Hier im Blog wird sich was ändern (siehe meinen ganz wundervoll deskriptiven Titel). Ich habe mir nach monatelangem Zögern endlich The Artist’s Way (Der Weg der Künsterin) von Julia Cameron gekauft. Noch dazu haben es mir mehrere Menschen empfohlen. Nun habe ich es also endlich, und in der letzten Woche habe ich die Zeit genutzt, die Einleitung zu lesen. The Artist’s Way ist ein zwölf-wöchiges Programm, um wieder in Kontakt mit der eigenen Kreativität zu kommen. Ich dachte, ich mache das mal. Heute habe ich dann ernsthaft angefangen, und Julia Cameron hat nicht gelogen: es ist eine Menge Arbeit. Sie warnt, dass es 10-12 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen wird, und nach heute glaube ich das auch. Deswegen habe ich beschlossen, von meinem ziemlich regelmäßigen Rhythmus auf diesem Blog Abstand zu nehmen, denn ich weiß jetzt schon, dass ich nicht Arbeit, Kreatives Schreiben, The Artist’s Way UND das Blog wuppen kann. Das schaffe ich einfach nicht. (Nicht, dass ich jemals 12 Stunden die Woche an diesem Blog verbracht habe.) Vermutlich werde ich auch weniger schreiben können. (Oder weniger Serien/Youtube-Videos gucken und weniger lesen können. Das sieht allerdings eh niemand außer mir, von daher ist es schon okay.) Deswegen werde ich nur noch unregelmäßig und seltener schreiben und den Blog vor allem nutzen, um meine Movie Club Filmbesprechungen zu posten. (Auf Englisch, sorry.)

So viel zu den Veränderungen. Meine eigene Kreativität geht vor.

Dafür nun ein vor erst letztes Mal meine Lesetipps:

  • über Migration und Fachkräftemangel in Deutschland
  • über die Gefahr von privaten Gruppen am Beispiel von whatsapp [Englisch]
  • über Trauern im 21. Jahrhundert [Englisch]
  • wie wir mentale Gesundheit/Krankheit einteilen und was daran besser sein könnte [Englisch]
  • über Trump und das Internet [Englisch]
  • warum She-Ra ein Queerfest ist (spoilery) [Englisch]
  • über Kinder, die transgender sind [Englisch]
  • über die Berichterstattung über Kpop [Englisch]
  • über Familien und das Verheimlichen von wichtigen Ereignissen [Englisch]
  • über Ritter aus Leidenschaft [Englisch]
  • was Bildungsaufstieg mit Hierarchien in Familien macht
  • über Queen und Slim (definitiv voller Spoiler) [Englisch]
  • Gedanken zu Israel, Palästina und Deutschland (zweiteilig)
  • warum wir andere Menschen nicht dazu bewegen können, sich um andere Menschen zu sorgen [Englisch]
  • übers Schwarz-Sein als Muslim:a [Video]

So viel für heute. Einen guten Wochenstart an alle und bis zu unregelmäßigen Beiträgen!

Movie Club: Paddington 2

Diesen Monat gibt es zwei Filmbesprechungen, weil ich es im April irgendwie total verpeilt habe. Wie immer auf Englisch. Meine weiteren Ausführungen finden sich, wie gewohnt, auf Deutsch unter der Weiterlesen-Linie.

The film I am talking about today is Paddington 2. It was suggested by Dolby, and as she is the only one who has also written a review on it, you can find her review here. I am going to give a short overview of the film and some of my opinions and will then proceed to touch on some of the discussion points Dolby suggested in April. The first half of the review is spoiler-free, although when I start discussing some points Dolby mentioned (pointed out in the text), I will get spoilery.

Paddington 2 is about, you guessed it, the little bear called Paddington Brown. I have seen Paddington 2 for the first time, and have never fully seen the first movie (although I remember bits and pieces of it) which is not a problem. The film can easily be watched and understood on its own. Paddington lives with the Brown family in London and wants to get a birthday present for his aunt Lucy, the bear that saved Paddington’s life as a cub and lives, if I recall correctly, somewhere in South America. Paddington finds a suitable book in an antiquarian shop on the corner, which is way too expensive for him. So he sets off to earn a living to buy the book, and is then framed for stealing the book. With that event, the chase is on to find the real thief and clear Paddington’s name.

It’s a children’s movie and the stakes aren’t too high. Nevertheless, the movie is very well set up. Every character has a purpose and every plotpoint leads to something and is later solved. This also leads to some very nice inside jokes. Overall, I’d say the movie is very cute and funny. Paddington as a character is just kind and lovely, very honest and trusting. It gets him into trouble sometimes, but it also usually gets him out of trouble. It was nice to see such a kind and trusting main character whose only flaw seems to be to put too much trust in people.

I very much liked the red sock incident and Jonathan finding his way back to himself. I don’t know very much about animation, but for my taste, the animation was great. Paddington is always the same cute and looks relatable. The anatgonist is a very good one: you can spot him from hundred miles away and he is very unlikeable.

Let me touch on some of the things Dolby pointed out for discussion. As this is a review, I will discuss those points by myself, but feel welcome to comment on them.

One thing I already mentioned is the setups and payoffs during the movie. This is something I really liked about the movie because from a writing perspective, it is very well done. Every character has a talent or interest that comes in handy later on. Mary wants to swim from England to France which later enables her to save Paddington from drowning. Henry used to be a good thrower (but is in a mid-life crisis right now and doesn’t believe in himself anymore), and it later enables him to take out the bad guy. Jonathan likes steam trains (which is totally uncool), and it enables him to drive one (!!!) and save the day. Judy found an old printing press to make her own newspaper which enables her to print important information concerning the real thief and Paddington’s innocence. It was overall very well done, and also cute because there were hints throughout the film towards these incidents and their potential and they all paid off. It was honestly a joy to watch it.

Okay, let’s talk about the animation for a second longer although I am no expert. I’d say it was mainly Paddington who was animated. And then there was the book he wanted to buy for his aunt. It was a pop-up book (I love those!), and I think the film did a brilliant job with the book. When Paddington imagined giving the book to his aunt, the film takes the viewer into the book and puts Paddington and Lucy into it and animates them. I thought those parts were very endearing and I liked them very much. It mainly makes Paddington’s imagination and his joy more vivid.

One last thing I liked was how everyone got together in the end for Paddington. It was not only the Browns, but the whole neighbourhood (very cute small setups and payoffs) and Paddington’s prison mates. Very different people who came together to help the little bear. And the reason? Because Paddington was kind to all of them and brightened their days through very small acts of kindness. I think it’s a very good example on how you can build community through kindness, and how this community will eventually come together for one of their own. I very much appreciated that.

I think that’s all I have to say about the film for now. I liked it, but I don’t think I would watch it again, so I give it 3 stars.

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Geschwisterliebe

Ich hatte ja erwähnt, dass ich noch mehr Listen habe. Harrharr. Habe ich auch. Eigentlich wollte ich am Sonntag auch schon was dazu geschrieben habe. Allerdings habe ich dann darüber, dass mein Herd kaputt gegangen ist und ich mir nichts mehr zu essen machen konnte, das Schreiben irgendwie vergessen. Nun ja, das wird ja wohl mal passieren dürfen.

Letzte Woche hatten wir Liebesbeziehungen, diese Woche haben wir Geschwister! Yay! Wesentlich interessanter als Liebesbeziehungen, denn Liebesbeziehungen kann ja jede*r auseinandernehmen und hypen. (Geschwister wohl auch, ich weiß nur nicht, ob das auch passiert.) Wie dem auch sei. Ist ja hier mein Blog und meine durchaus sehr subjektive und persönliche Liste. Bei den Liebesbeziehungen habe ich ja eine Auswahl von fünf getroffen, wobei ich im Nachhinein gerne noch eine andere hinzugenommen hätte. Jetzt ist es zu spät.1 Hier werden es vielleicht auch nur fünf. Vielleicht auch nicht. Entscheide ich on the go. Keine Reihenfolge und so.

  • Spock und Michael (Star Trek: Discovery)

Ich gucke ja – zugegebenermaßen sehr langsam – Star Trek The Original Series. Ich mag es. Ich mag besonders, dass es möglich ist, es langsam zu gucken, weil es nicht so süchtigmachend ist wie Serien heute konzipiert werden. Die ganze Sache mit Spock habe ich lange nicht verstanden. Also, ja, ich finde ihn als Charakter auch faszinierend. So richtig verstanden habe ich Spock erst, als er in Discovery auftauchte. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich wirklich noch nicht viel von der originalen Serie gesehen habe. Nun ja. Wie dem auch sei. Spock tauchte auf, und Spock und Michael sind wunderbar zusammen. Spock ist Michaels Foil (in Discovery auf jeden Fall, weil Michael da zuerst da war), das heißt, Spock kontrastiert Michael. Und zwar auf eine wunderbare Weise. Das schönste ist, dass die Serie sie mit jeder Folge näher zusammen bringt und das Verständnis für die Perspektive der jeweils anderen Person beide zu besseren Personen macht. Ich lebe ja für diese Form von Charakterentwicklung. Außerdem sind sie einfach witzig zusammen, was vor allem daran liegt, dass Spock witzig ist. Das schätze ich auch sehr an Charakterkonstellationen. Deswegen habe ich sie Anfang des Jahres ziemlich gefeiert. Jetzt ist es ja auch schon wieder vorbei.

  • Anna und Elsa (Frozen)

Ich kann mich an den ersten Frozen Film leider nicht besonders gut erinnern. Deswegen rante ich jetzt über den zweiten.

Anna und Elsa sind auch Foils, also kontrastieren einander. Das ist ja quasi schon am Design ersichtlich. Falls ich das jetzt die nächsten Male auch wiederhole, haben wir alle verstanden, was für einen Typ Beziehungen ich schätze. (Kontraste! Alles Andere wäre ja auch langweilig.) Ich habe im zweiten Film gemerkt, wie krass Anna dem Herbst entspricht. Das macht sie mir ja sehr sympathisch. Also, Frozen 2. Anna und Elsa müssen im zweiten Film jede ihren eigenen Weg gehen und nachdem sie sich so wunderbar gefunden haben im ersten Film (immerhin daran kann ich mich erinnern), müssen sie jetzt beide lernen, loszulassen. Jeweils andere Dinge und jeweils auf ihre eigene Art und Weise. Ich würde also sagen, in Frozen 2 geht es ums Loslassen. (Auch ein Thema, das ich ganz besonders wichtig finde.) Was so schön an Frozen 2 ist, ist, dass sie, während sie loslassen, gleichzeitig aneinander festhalten. (Falls das keinen Sinn macht, whatever.) An ihrer Beziehung als Schwestern. Komme was wolle und so. Besonders gefällt mir, dass Elsa für Anna wichtiger ist als Kristoff. (So pauschal kann ich das eigentlich gar nicht sagen. In dieser Storyline ist das auf jeden Fall so, Elsa hat Priorität und das mag ich. Weil es auch so schön feministisch ist.) Ich könnte jetzt noch mehr dazu sagen, warum ich Frozen 2 auch sonst sehr gelungen finde (Klimawandel, Kolonialismus, Wiedergutmachung) das würde dann wohl zu weit führen. Ich empfehle den Film auf jeden Fall. Besser als der erste!

  • Meredith, Maggie und Amelia (Grey’s Anatomy)

Es wissen schon alle. Ohne Grey’s Anatomy geht gar nichts. Zuerst will ich mal klarstellen, dass ich alle drei Schwestern auch einzeln wundervoll finde. Amelia ist locker eine meiner liebsten Frauen im Fernsehen. (Meredith ist außer Konkurrenz.) Nachdem Merediths person Cristina (zu den beiden kommt noch was, denn die beiden brennen mir schon seit Jahren unter den Fingern; mit ein Grund, warum es diese Listen überhaupt gibt) verschwunden ist, brauchte sie andere Freundinnen. Alex zählt nicht, denn er ist Alex. Und dann kamen Maggie und Amelia. Eine der Sachen, die ich an dieser Konstellation mag, ist, wie die Drei ihre Beziehung als Schwestern präsentieren und leben. Denn während Maggie und Meredith Halbschwestern sind, sind Meredith und Amelia Schwägerinnen und Amelia und Maggie demnach Halbschwägerinnen? Das ändert nichts daran, dass sie sich als Schwestern sehen und somit auch sind. Und das finde ich super, weil es deutlich macht, dass Familie auch eine Entscheidung ist. Die zweite Sache, die mich jedes Mal aus tiefstem Herzen glücklich macht, ist, dass sie zusammen wohnen, mit Merediths drei Kindern. Immer mal wieder ist eine von ihnen ausgezogen und immer wieder finden sie alle ihren Weg zurück in dieses Haus (das Haus, das Meredith von ihrer Mutter geerbt hat). Und ich mag es, weil es so ein Gegengewicht zu dem „wir leben als Paar zusammen“-Bild ist, das auch im Fernsehen vorherrscht, ist.

  • Mabel und Dipper (Gravity Falls)

mabel + dipper

Dieses Bild sagt schon ausreichend etwas über die Persönlichkeiten von Mabel und Dipper aus. Mabel ist eine der lustigsten Charaktere im Fernsehen, und dabei noch sehr liebenswert. Dipper ist auch liebenswert, nur anders. Eher durch seine Neugierde. Nerdig sind sie beide, auf ihre eigene Art und Weise. Auch hier: Mabel und Dipper kontrastieren wunderbar und immer wieder gibt es Folgen, in denen sie einander verletzen und enttäuschen. Und dann finden sie immer wieder zusammen und sind doch die Priorität des*r jeweils anderen Person und lernen etwas daraus. Das ist total schön und macht super viel Spaß, weil Gravity Falls eine spaßige Serie ist, bei der wir alle schön mitraten könnten, wenn wir nicht alle so faul wären wie ich (die ich die Rätsel einfach gegoogelt habe).

  • Brea, Tavra, und Seladon (The Dark Crystal: Age of Resistance)

brea, tavra + seladon

Ja ja, diese Serie hat’s mir angetan. Ich weiß. (Ich empfehle die Doku zur Entstehung der Serie. Ich war so überwältigt und beeindruckt davon!) Hier kommen auf jeden Fall Spoiler.

Brea, Tavra und Seladon sind die drei Töchter der All-Maudra, der Matriarchin der Gelflinge. (Alleine das finde ich schon toll, dass es eine Matriarchin gibt.) Brea ist die jüngste und Seladon die älteste, also die, die auch irgendwann den „Job“ ihrer Mutter erben wird. Tavra ist das Sandwich, und das ist auch ihre Rolle. Abgesehen davon, dass sie eine sehr empathische und mutige Soldatin ist, vermittelt sie immer wieder zwischen Brea und Seladon, die sich nicht besonders gut verstehen. Das liegt vor allem daran, dass Seladon daran trainiert wurde, die Regierungsgeschäfte der Familie sehr ernst zu nehmen und sehr diszipliniert ist. Brea als die jüngste nimmt das alles nicht besonders ernst und lebt in ihrer eigenen Welt. Sie hinterfragt die Regeln ständig und verstößt auch dagegen, wenn es gegen ihre eigenen Werte geht, womit Seladon schwer umgehen kann. Während Brea sich von ihrer Mutter immer wieder ungerecht behandelt fühlt, fühlt Seladon nicht gesehen. Und das setzt dann auch ihre jeweiligen Entwicklungen in Kraft. Seladon hat einen sehr emotionalen und traurigen redemption arc (Wiedergutmachungsgeschichte), während Brea die ganze Zeit „auf der richtigen Seite“ steht. Am Ende versöhnen Brea und Seladon sich, was ich als Entwicklung sehr gut gemacht finde, und es kommt auch nicht umsonst, es kostet beide sehr viel. Auch die drei kontrastieren einander, wer hätte das gedacht. Ist vielleicht auch einfach die beste Formation in solchen Konstellationen.

  • Callum und Ezran (The Dragon Prince)

Ja. Auch Callum und Ezran sind in gewisser Weise Foils, wobei ich sagen würde, dass Callum und Rayla auch Foils sind. Wie dem auch sei. Ich habe das jetzt so oft geschrieben, dass klar sein sollte, dass ich drauf stehe, wenn Charaktere sich kontrastieren. It is known.

Ich könnte auch über The Dragon Prince ganz viel sagen (zum Beispiel die ganzen popkulturellen Referenzen, die mich jedes Mal zum Lachen bringen und die auch zeigen, aus welcher Tradition die Serie kommt; oder dass Callum vom gleichen Menschen gesprochen wird wie Sokka in Avatar: The Last Airbender (ich hatte auch überlegt, Katara und Sokka mit in die Liste reinzunehmen, darauf verzichte ich jetzt, denn der Post ist eh schon zu lang)). Ist ja hier nur nicht das Thema. Was ich an Callum und Ezran mag, ist, dass sie beide einfach empathische und freundliche Persönlichkeiten sind, die das Herz am richtigen Fleck haben und die erstens wissen, was sie für richtig halten, und die zweitens auch bereit sind, dafür einzustehen. Und ich liebe, wie sie sich ohne viele Worte verständigen können, was immer wieder zeigt, wie viel Zeit sie beim Aufwachsen miteinander verbracht haben. Oh, und natürlich Callums Tanz. Der ist ein Highlight.

So viel also zu Geschwistern. Mir ist aufgefallen, dass ich in Büchern nicht so viele Geschwister erinnere.2 Nächste Woche, wenn ich es nicht wieder verschlafe auf der Suche nach warmem Essen, gibt’s die nächste Liste. Hehe.

1. Florentino und Fermina aus Liebe in Zeiten der Cholera. Eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten. Geht es lesen. Auf jeden Fall!

2. Das stimmt nicht ganz. Auf der handschriftlichen Liste stehen auch die Baudelaires (Violet, Klaus und Sunny) aus Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events, Fred und George Weasley (plus Ginny) aus Harry Potter und Jane und Elisabeth Bennet aus Pride & Prejudice. Irgendwie haben sie es nicht auf die ausführliche Liste geschafft. Ich kann es nicht erklären. Hier geht alles nach Gefühl. Erwähnt sein sollen sie hiermit trotzdem, denn es handelt sich auch bei den drei Beispielen um ganz exzellente Geschwisterpaare.

September Recap

Der September war ziemlich durcheinander. Krankheit in der Familie (dazu später mehr) und dadurch bedingt emotionales Durcheinander. Ich werde damit, wie ich finde, ganz gut fertig. Ich finde meinen eigenen Weg dadurch. Irgendwie. Das, was sich richtig anfühlt. Die letzten paar Tage waren so schön, wetter-mäßig, was ich sehr genossen habe. Ich war einfach viel draußen und hatte schöne Gespräche mit Menschen. Und ich habe den Eindruck, dass ich mich selber besser verstehe. Das ist doch auch mal was.

Geschaut habe ich ein paar Sachen, die irgendwie so hintereinander ziemlich random wirken. Auf die Anraten von Mitbewohnerin B. habe ich What the Health geguckt. Eine Doku, in der es um den Zusammenhang zwischen Nahrung und Krankheiten geht. Sehr informativ, die Fakten können auch online auf der Seite des Films nachgelesen werden. (Da wollen sie auch Rezepte und ähnliches verkaufen, weil Menschen ansonsten scheinbar nicht vegan werden können, das kann getrost ignoriert werden).

Auf arte lief die Doku Vererbte Narben – Generationenübergreifende Traumafolgen, in der es um generationenübergreifende Traumata ging. (Duh.) Die habe ich vor allem aus professionellem Interesse geschaut und ein paar Anregungen für meine Arbeit mitgenommen.

In der Sneak Preview haben sie diesen Monat Logan Lucky gezeigt. Es war ein sehr weißer Film, aus dem US-amerikanischen Mittleren Westen. Ganz einfache Unterhaltung, von den Machern von Ocean’s Eleven. Es gab nicht viel zu denken, manchmal waren die Menschen im englischen Original schwer zu verstehen, und daher war es für mich ganz nette Unterhaltung.

Dann habe ich auch A Series of Unfortunate Events weiter geguckt, allerdings bin ich mit der ersten Staffel immer noch nicht ganz durch. Mir gefällt die Serie bisher sehr gut. Sie weicht von den Büchern ein wenig ab (dies nur als Warnung für andere Menschen, die das vielleicht gucken wollen). Und meine Mitbewohnerin und ich haben endlich Summer und Fall von den Gilmore Girls geschaut und sind damit durch. Ich war ja schon gespoilert, was das Ende der Serie angeht, und deswegen nicht überrascht. Ich finde, Emily hat eine grandiose Charakterentwicklung bekommen, und ich schätze sie als Charakter sehr.

Mit Mitbewohnerin L. habe ich dann noch Trevor Noah – Afraid of the Dark (sein neuestes Comedy-Programm, wenn ich richtig informiert bin) und Trevor Noah – You laugh but it’s true (eineDoku über sein Leben in Südafrika von 2011(?)) geschaut. Beides sehr empfehlenswert.

Und dann! Habe ich im Internet gesehen! Dass es eine neue Serie gibt! Star Trek: Discovery! Okay, viele Ausrufezeichen. Damit ist jetzt Schluss. Ich bin erstmal bescheiden begeistert. Bisher gibt es nur zwei Folgen. Es bleibt also abzuwarten.

Gelesen habe ich offenbar zwei Bücher. Erst habe ich von Sara Ahmed Living a Feminist Life gelesen. Da ich sie ja sowieso als Autorin und Philosophin sehr schätze, hat mir auch dieses Buch von ihr gefallen. Sehr ermutigend, besonders die Killjoy Toolbox und das Killjoy Manifest haben mir gut gefallen. Alles Andere war mir nicht besonders neu. Gut geschrieben, ich mag ihre Art zu schreiben immer noch.

Und weil ich in letzter Zeit so viele Sachbücher oder politische Bücher oder philosophische Bücher gelesen habe, wollte ich auch mal wieder etwas Leichteres lesen. Deswegen habe ich Tintenherz von Cornelia Funke und London von Christoph Marzi gelesen. Ersteres kenne ich schon, habe es bestimmt schon drei Mal gelesen und mag es immer noch. Zweiteres ist neu, von meiner Mama entwendet und hat mir so ganz okay gefallen. Es liest sich schnell weg, war mir gleichzeitig ein bisschen zu oberflächlich und dadurch waren nicht alle Aktionen und Reaktionen der Charaktere gut nachvollziehbar. Wer die Serie aber mag, so wie ich, freut sich wahrscheinlich, die bekannten Charaktere wiederzutreffen, so wie ich.

Love is all around

Wenn mich diese Zeit eines gelehrt hat, dann dass ich von Menschen umgeben bin, die mich lieben und die ich liebe. Diese Menschen gibt es ganz in meiner Nähe, nur wenige Türen entfernt, und weiter weg, und nur wenige Internetsekunden entfernt.

Ich habe das schon öfter gesagt, und ich sage es gerne noch hundertmal. Unsere Gesellschaft erhöht die romantische Liebe unnötig. Versteht mich nicht falsch: Ich habe kein Problem mit der romantischen Liebe. Ich bin selber gerne verliebt, ich liebe mich gerne in eine andere Person hinein (um mal Carolin Emckes Worte zu benutzen). Mich stört, dass die romantische Liebe auf ein Podest gestellt wird, nach dem wir uns strecken sollen, als ob es sonst nichts Gutes im Leben gibt. Als ob nur diese eine Liebe Erfüllung bringt und wenn wir sie nicht finden, dann haben wir kein lebenswertes, erfülltes Leben.

Ehrlich? Das ist bullshit.

Ich selber glaube ja daran, dass das Leben wenig Sinn macht ohne Lieben und ohne Verbindungen zu anderen Menschen. Nur erstreckt sich das für mich nicht auf eine*n romantische*n Partner*in. Das würde die Liebe doch so sehr einschränken! Was ist mit Freund*innen? Mit Zufallsbegegnungen, denen wir in/nach kurzen Augenblicken viel Liebe entgegenbringen können? Was ist mit Familie? Mit politischen Partner*innen? Warum stutzen wir die Liebe so, dass sie nur noch in eine Form passt? Warum lassen wir uns so vereinzeln? Warum akzeptieren wir das, ohne zu murren?

Nun ja, zugegebenermaßen murre ich. Das nicht erst seit gestern. Das nicht nur, wenn ich Single bin, sondern auch wenn ich in einer Liebesbeziehung bin. Ich finde das einschränkend. Ich finde schon die Erwartung einengend, dass ich ALLES mit meiner*m Partner*in machen sollte. Jede einzelne Verpflichtung oder Spaßveranstaltung. Warum?

Ja, es macht Spaß, Zeit mit der Person zu verbringen, mit der man in einer romantischen Beziehung ist. Dagegen spricht ja nichts. Das sehe ich ähnlich. Ich persönlich bin auch dafür diese Person in mein soziales Netz zu integrieren. Ich finde das schön. Und gleichzeitig will ich nicht jede Sekunde mit dieser Person verbringen (müssen).

Jetzt ist das hier so ein Rant geworden, dabei sollte es eigentlich ein Plädoyer werden. Vielleicht kriege ich ja noch die Kurve. Hier also das Plädoyer für die anderen Formen von Liebe: für Urlaub mit der Schwester, für Konzertbesuche mit der Freundin, für Saunabesuche mit der Mutter, für Feiern mit der Zufallsbekanntschaft. Und für mehr Wertschätzung für diese Liebe. Zu oft behandeln wir Menschen, mit denen wir keine romantische Beziehung führen, wie nebensächlich oder entbehrlich. Dabei ist dem nicht so. Zumindest nicht in meinem Leben. Diese Menschen sind meine Unterstützung, mein Support. Ich wünsche ihnen ein erfülltes Leben, was auch immer das für sie sein mag, und sie wünschen mir ein erfülltes Leben, wenngleich das nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmen mag. Sie fordern mich heraus, und helfen mir beim Wachsen.

Darum geht’s doch, oder?