Linkschau #40

Wow, 40 Stück schon. So lange mache das ich das jetzt. Gerade höre ich dieses Lied in Dauerschleife und bin, mal wieder, krank. In den letzten fünf Monaten war ich ungefähr so oft krank wie in den letzten fünf Jahren davor. Nicht gut. Ich vermute, das liegt am Stress. Dem kann eine ja alles zuschreiben. Ich sitze derweil auf dem Sofa und versuche, mein Gehirn zu motivieren. Da passiert allerdings heute nicht so viel. Liegt vermutlich daran, dass die Luftzufuhr gestört ist.

Anbieten kann ich diesen Comic von Robot Hugs über seltsame Fragen. [Englisch]

DasNuf schreibt übers Eltern-Sein und wie sich das geändert hat und dass die Pubertät vielleicht doch gar nicht so anstrengend ist als Eltern.

Narges Nassimi und Chandrika Yogarajah schreiben im LowerclassMag über den diesjährigen Frauenkampftag und was dabei rausgekommen ist.

Laura schreibt bei femgeeks über das Männerproblem der Informatik.

Und Kashmir Hill schreibt darüber, wie sie versucht hat, Apple, Facebook, Google, Microsoft und Amazon aus dem Weg zu gehen. [Englisch]

Außerdem ist mit Star Trek Discovery noch mehr ans Herz gewachsen. Ich weiß gar nicht so genau, warum. Vielleicht habe ich es bis Ende des Monats herausgefunden, dann kann ich darüber schreiben. Vielleicht liegt es Spock und Michael. Es liegt bestimmt an Spock und Michael.

Jetzt esse ich mal was und dann liege ich weiter auf dem Sofa, bis ich im Bett liege. Ha!

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Linkschau #38

Ich komme irgendwie nicht dazu, das hier zu schreiben. Dabei sind die Tabs schon offen! Also, los geht’s, bevor was Neues dazwischen kommt:

Geschichte. Es ist lustig, denn das ist mein Job. Ha! [Englisch]

Jennifer Thorp schreibt auf Autostraddle über die queere Geschichte des geschorenen Kopfes. Ich fühle mich gleich wieder inspiriert, das auch mal wieder zu tun. Geht gerade nicht, aufgrund von Gründen. [Englisch]

Bei kleinerdrei schreibt Johanna, was für sie Verbündete sind, und wie sie dazu kam, diesen Begriff zu nutzen.

DasNuf schreibt über den Tod. Über den von anderen Menschen, und über den eigenen.

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Anna-Sarah darüber, warum das Aufteilen von Aufgaben bei heterosexuellen Paaren nicht klappt.

Anne Helen Petersen schreibt bei BuzzFeed darüber, warum unsere Generation (ich weiß nicht, ob unsere, denn ich weiß nicht, ob meine Leser*innen der gleichen Generation angehören, also vielleicht eher meine Generation) die Burnout-Generation ist und wie das Leben in diesem System (Kapitalismus) uns zu nervösen und ständig ausgepowerten Menschen gemacht hat. Leider auf Englisch, für alle ein lesenswerter Artikel.

Bei kleinerdrei schreibt Francis Seek über Klassismus und Erben.

Kelsey Piper schreibt über künstliche Intelligenz und warum sie uns zerstören könnte und wir sie, gefälligst!, ernst nehmen sollten.

In dieser WDR-Doku geht es um Polyamorie mit Kindern. Ich finde die Doku sehr wertschätzend und respektvoll. Auch ein einfacher Einstieg, wenn eine sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat. (Ich habe auch Kritik daran, z.B. dass Polyamorie sich in diesem Fall nur mit sexuellen Beziehungen befasst, was mMn nicht so sein muss.)

In der Zeit, weil sie es dürfen, ein Artikel über Schwangerschaftsabbrüche.

Johanna Montanari schreibt im Freitag über Überstunden, und wieviele davon unentgeltlich geleistet werden.

In der Zeit schreibt Caroline Rosales über Kaiserschnitte und bietet einen anderen Blick auf Geburt, als es in letzter Zeit zu lesen ist.

Linkschau #34

Ich bin spät dran. Das kommt, weil ich die ganze Woche unterwegs war, und meinen Laptop nicht mithatte. Und sowieso keine Zeit, um diesen Text hier zu schreiben.

Jasmin schreibt über den Tod und was Frauen damit zu tun haben.

Anselm Schindler schreibt über israelisch-palästinensischen Widerstand.

Und Levi schreibt über das Leben, das wir nicht wollen. (Alter Text.)

Paris Marx schreibt darüber, warum digitales Nomad*innentum nicht gut für lokale Communities ist. [Englisch]

Und nochmal ein Text von Levi, diesmal über Liebe. (Auch ein alter Text.)

Kelly Marie Tran schreibt über ihre Erfahrungen mit Online-Mobbing. [Englisch]

Kasmir Hill und Surya Matu haben in einem Experiment für ein paar Wochen eine Wohnung mit smarten Produkten ausgestattet und sprechen über die Ergebnisse. [Video, Englisch]

M. Salih Akin schreibt über die Debatte um Mesut Özil, und was sie bedeutet.

Jason B. Rosenthal erzählt von seinem Trauerprozess, als seine Frau gestorben ist. [Video, Englisch] Und dann gibt es noch den Artikel, den Amy Krouse Rosenthal kurz vor ihrem Tod über ihre Liebe zu ihrem Mann geschrieben hat. [Englisch]

Mina Khani schreibt darüber, was es heißt, ein „Fremdkörper“ zu sein.

Steve Rousseau schreibt über die Unmöglichkeit, sich auszuloggen. [Englisch]

Enric Sala erklärt, wie wir die Weltmeere retten können (und wir wie vielleicht sogar ein paar Staaten mit kapitalistischen Argumenten davon überzeugen könnten). [Video, Englisch]

Heather Hogan schreibt über Frauen und Bier.  [Englisch]

Rose George schreibt über die Vagina, die sich selbst säubern kann und warum wir dafür keine Produkte brauchen. [Englisch]

Und dann noch was zu Migration und Kapitalismus. (Ist ein Zweiteiler, deswegen zwei Links, ha!)

Linkschau #32

Heute ohne Bild, weil die Daten verloren gegangen sind. Das passiert. Hoffentlich bald nicht mehr. Außerdem nicht allzu viele Links, weil keine Zeit gehabt, besonders viel zu lesen. Das passiert auch. Hoffentlich bald nicht mehr.

Im Lower Class Magazine schreiben Torkil Lauesen und Gariel Kuhn über linke Theorie und Universitäten, oder auch das Verhältnis von Theorie und Praxis.

Caitlin Doughty spricht über dämonische Kinder. Und warum es davon nur so wenige, und wenn dann männliche gibt. (Sexismus im Mittelalter oder so.) [Englisch, Video]

Bei an.schläge schreibt Lea Susemichel über Freundinnenschaften.

Janosik Herder schreibt über die Technologisierung der Gesellschaft und was, das für uns bedeutet oder wie wir damit umgehen können, sollen, …?

Bei Broadly. schreibt Sarah Lyons über Lilith und wieso sie eine feministische Figur ist.

Shon Faye schreibt im Guardian darüber, warum wir nicht darüber diskutieren sollten, ob Geschlechtsidentität nun angeboren ist oder nicht, sondern uns auf den politischen Kampf konzentrieren sollten.

Und zwei Beiträge von Alisa Tretau aus ihrem Buch „Nicht nur Mütter waren schwanger – Unerhörte Perspektiven auf die vermeintlich natürlichste Sache der Welt“, und zwar einmal bei kleinerdrei und einmal bei umstandslos. Es geht um ihren unerfüllten Schwangerschaftswunsch und die Unmöglichkeit, darüber zu sprechen.

 

Digitaler Herzschlag

Heute las ich in der Missy (auf Papier und so) was davon, dass „wir“ im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind. Daran bin ich irgendwie hängen geblieben.

Ich habe in der Vergangenheit mit Ex-Mitbewohni L. schon mal darüber diskutiert, ob das auf uns zutrifft. Sie verneint das ja konsequent, aber ich bin mir da nicht sicher. Vielleicht sollte ich also mal von vorne anfangen.

Klar ist: Ich saß nicht als Vierjährige an einem Smartphone oder Tablet und habe da Spiele gespielt oder den Freund*innen meiner Eltern whatsapp-Smileys geschickt. Aber mit sechs saß ich an dem C64 meines Vaters und habe dort Spiele gespielt. Unter anderem Batman, Superman, Sonic the Hedgehog und irgendein seltsames Spiel mit Donald Duck und Micky Mouse, an das ich mich bis heute sehr gut erinnere. Ich kann mich auch an den C64 erinnern, der in dem Zimmer stand, das ich mit Bruderherz damals geteilt habe. Wir hatten sogar einen Joystick! Sehr praktisch, um Spiele zu spielen. Der C64 lief damals noch auf DOS und ich konnte da sogar einfache Befehle eingeben. Wir hatten tolle große Disketten, auf denen die Spiele waren und zwar einen ganzen Kasten voller Disketten.

Von meinem Kommunionsgeld habe ich mir einen N64 gekauft. Mein erstes Spiel war Wave Race und direkt danach habe ich mir Super Mario 64 besorgt. Mein Lieblingsspiel war immer Zelda, aber ich kann mich auch an sehr lange Mario Kart-Spiele erinnern. Ich habe den N64 heute noch (irgendwann mussten wir mal einen zweiten ausgedienten besorgen, um meinen wieder fit zu machen) und ich besitze sogar einen Adapter für Gameboy-Spiele. Wann ich meinen Gameboy Color hatte, weiß ich nicht mehr so genau. Ich erinnere mich, dass ich, vor meinem eigenen, immer an dem alten Gameboy von meinem Cousin gespielt habe und Bruderherz auch einen Gameboy VOR mir besaß, obwohl er jünger ist. Für den Gameboy hatten wir auf jeden Fall auch eine ganze Batterie an Spielen. Irgendwann hab ich meinen verkauft, aber als ich im Bachelor war, habe ich mir wieder einen gekauft, und zwar genau den gleichen, den ich vorher auch hatte: einen lila-durchsichtigen.

Der Familiencomputer, den wir früher besaßen, stand im Arbeitszimmer meines Vaters, und ich vermute, dass ich so mit dreizehn meinen eigenen ersten Computer (natürlich ein alter von meinem Vater) in meinem Zimmer stehen hatte. Ungefähr zur selben Zeit habe ich angefangen zu bloggen (der Blog existiert hoffentlich nicht mehr). Und mit ungefähr 14 habe ich mich in meinem ersten richtigen Forum angemeldet. (Vorher war ich in diversen Chats angemeldet, wo ich mich regelmäßig rumgetrieben habe.) Das Forum, das von sich selbst als Grüne Hölle spricht, existiert heute noch, ich bin seit ca. fünf Jahren aber nicht mehr aktiv dort.

Seit ich 13/14 bin, habe ich mehr oder weniger regelmäßig gebloggt. Die Art und Weise zu bloggen hat sich für mich seitdem geändert. Das Medium ist geblieben und begleitet mich nun schon seit mehr als der Hälfte meines Lebens. Ich weiß, wie Internetforen funktionieren. Ich kenne mich aus mit RPGs und mit Fanfiction, weil ich beides selber konsumiert und produziert habe. Ich habe mehr als einen tumblr-Blog. Und ich habe auf so vielen Seiten einen Account, die ich halbwegs regelmäßig nutze, dass ich selber manchmal den Überblick verliere. Ich besitze einen Twitter-Account, den ich vor allem nutze, um manchmal bei bestimmten Themen auf dem neusten Stand zu bleiben. Ich habe Instagram ausprobiert und auch Pinterest, aber kann damit nichts anfangen. Mein Lieblingsmedium bleibt das Blog (hier UND auf tumblr).

Ich kann Internetsprech (bis zu einem gewissen Grad) und kann auch bis zu einem gewissen Grad in html-Codes rumpfuschen. Ich habe mir schon die Nutzung so vieler Programme selber beigebracht, dass ich die Hälfte wahrscheinlich schon wieder vergessen habe. Ich kann Bildbearbeitung und Videoerstellung. Ich kann GIFs machen und youtube-Videos editieren. Mein Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit habe ich bei tumblr entwickelt und dank meiner akademischen Ausbildung kann ich viele Argumente gut auseinander nehmen; die meisten „wichtigen“ akademischen Texte habe ich trotzdem nicht gelesen. Ich habe genauso viele youtube-Channels abonniert wie ich bloggenden Menschen folge. Und Netzgerechtigkeit ist mir genauso wichtig wie soziale Gerechtigkeit in der „richtigen“ Welt, was auch immer das bedeuten soll.

Einen meiner Ex-Partner habe ich online kennen gelernt und auch sehr viele andere spannende, interessante und wichtige, prägende Menschen in meinem Leben. Dass digital und analog sich überschneiden, ist für mich schon immer selbstverständlich gewesen. Mit Online-Freund*innen habe ich Briefe geschrieben und mit analogen Freund*innen habe ich schon immer Mails getauscht. Freund*innen waren schon immer Freund*innen, ganz gleich woher. Auch wenn ich mich erst daran gewöhnen musste, mich nicht für meine online geknüpften Kontake zu verteidigen als wären sie weniger wert als solche, die ich in der Schule, Uni oder bei irgendeinem Hobby kennen gelernt habe.

Nach dieser intensiven Betrachtung würde ich also sagen: ich bin in der digitalen Welt aufgewachsen. Und ich kann mir mein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen.