Privat

Ich habe gemerkt, als ich dieses daily blogging mal mehr durchgeführt habe, dass ich gar nicht so viel teilen möchte. Deswegen habe ich damit wieder aufgehört. Übrigens.

Ich möchte es nicht, weil mein Leben kein Glaskasten ist und es auch nicht werden soll. Weil es Dinge gibt, die ich nicht teilen möchte, auch wenn ich viele Dinge teilen. Und ich kann es auch gar nicht. Ich kann gar nicht alles sagen, was ich sagen möchte, weil ich weiß, welche unterschiedlichen Menschen hier mitlesen. Und bei manchen würde ich alles sagen. Und bei manchen nicht. Und manche kenne ich ja nicht mal. Warum sollte ich die innersten der inneren Gedanken mit ihnen teilen? Und denen, denen ich alles sagen würde, mit denen kann ich auch telefonieren.

Ansonsten habe ich Schmerzen im Handgelenk, aber nicht beim Schreiben. Bei anderen Bewegungen. Der Orthopäde ist noch im Urlaub, aber nächste Woche ist er wieder da. Dann wird hoffentlich alles gut. Außerdem sind die Schmerzen auch nicht permanent. Die sind immer so lange da, dass ich denke „Scheiße, jetzt muss ich zum Arzt gehen“ und dann verschwinden sie wieder. Ich glaube, das machen sie nur, um mich zu ärgern. Außerdem hatten wir Schmerzen im Handgelenk noch nicht, also kann das ja jetzt mal dran sein. So ungefähr alles andere hat schon weh getan. Zumindest so weit ich mich erinnern kann.

Das ist meine letzte Arbeitswoche. Darüber bin ich sehr glücklich. Ich habe aber schon einen neuen kurzzeitigen Arbeitsvertrag unterschrieben. Es hört einfach nicht auf mit der Arbeit. Was danach kommt, so what. Wer weiß das schon. Also, ab August ist ganztags Masterarbeitszeit. Und danach ist es bald vorbei. Das hoffe ich zumindest. Und irgendwann habe ich dann Urlaub.

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Slow rain on green grass

Auch wenn ich nichts geschrieben habe, habe ich doch was getan! Zumindest Anfang der Woche. Für die Masterarbeit habe ich da vor allem gelesen (thematisch und methodisch). Damit ich im Kolloquium gut vorbereitet war. War ich dann auch (das war am Mittwoch) und dafür habe ich ein paar gute Anmerkungen bekommen. Die sind nun alle in einer Tabelle (sehr übersichtlich) verarbeitet und ich fühle mich besser, weil es zumindest so aussieht, als hätte ich einen Plan. Vielleicht drucke ich den sogar aus, das könnte hilfreich sein. Vielleicht. Vielleicht ist es auch erschreckend, weil ich noch so viele Sachen machen muss.

Nach dem Kolloquium habe ich mir frei genommen und Donnerstag gar nichts gemacht. Dafür viel Zeit mit D. verbracht und geredet. Leben und Zukunft und Wünsche und so. Leider sind wir beide relativ arm, was nicht sehr hilfreich ist, um wegzufahren oder umzuziehen oder neue Dinge zu kaufen. Aber wir arbeiten dran. Jede*r für sich und zusammen.

Mitbewohnerin C. hatte gestern Geburtstag, was auch schön war, weil wir einen Film geguckt haben (Taxi Teheran), der ziemlich gut war und nachdenklich gemacht hat und überhaupt. Ich mag gute Filme. Und Menschen mit Humor, auch wenn das Leben furchtbar und anstrengend und furchtbar anstrengend ist.

Da ich mir diese Woche zwei Tage frei genommen habe, werde ich das Wochenende wahrscheinlich durchgängig an der Masterarbeit arbeiten. Es gibt wie gesagt viel zu tun. Ich bin auch motiviert gerade, das muss ich auf jeden Fall nutzen. Die Energie und so. Heute Abend habe ich noch ein Treffen, yeaaaaaah (vielleicht), was hoffentlich nicht so lange dauert, weil ich, glaube ich, dann einfach wieder meine Ruhe brauche. Diese ominöse Ruhe, von der ich gerade immer rede, die erscheint mir wirklich sehr essentiell für mein Leben gerade. Das muss an der MA liegen.

Da Exmitbewohni L. mir am Montag schon meinen Theorieteil korrigiert zurück geschickt hat, werde ich mich nun daran machen, alle ihre Vorschläge zu bearbeiten und ggf. einzubauen. Das erscheint mir gerade sehr viel Arbeit, ist aber auch irgendwie das Einzige, was ich heute noch hinbekomme, da ich NATÜRLICH heute Morgen schon über fünf Studen arbeite war. Und irgendwann ist ja auch mal genug.

Ade!

Motivation killer

Gestern war ich im Kino und habe mit meiner Mitbewohnerin C. und Freund A. „Stolz und Vorurteil und Zombies“ gesehen. Das war trashig und witzig und voll mit furchtbaren aber lustigen Sprüchen. Jetzt frage ich mich, woher der Zombie-Mythos eigentlich kommt und habe den Eindruck, dass er ziemlich rassistisch ist. Denn auch in diesem Film wurde erklärt, dass die Zombie-Plage aus den Kolonien gekommen sein. Ich werde das mal recherchieren, wenn ich Zeit habe.

Netflix hat mir außerdem mitgeteilt, dass sie jetzt sieben Staffeln von Gilmore Girls bereit stehen haben, was mich sehr schnell dazu verführen könnte, diese Serie jetzt endlich mal in ihrer Gänze zu schauen. Ich kenne nämlich nur einzelne Folgen, aber nicht den ganzen Flow. Gerade schaue ich aber noch Orange is the new Black, und bin auch erst in der dritten Staffel, das heißt ich habe noch einige Folgen vor mir. Woohoo.

Motivation killer ist übrigens, wenn eins jeden Tag was tun muss. Das ist frustrierend. Und nervig. Und macht traurig. Und ich habe echt keine Lust mehr. Wenn das Kolloquium um ist, mache ich erstmal zwei Tage Pause. Endlich.

Jane, Lindy Hop und die Transnationalität

Es gibt Dinge, und vor allem Bücher, die sich an eine*n ranschleichen und im richtigen Moment kommen. Dieses Jahr habe ich schon ein solches erwischt mit „all about love“ von bell hooks. Gerade habe ich „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte ausgelesen. Das war auch so ein Buch, von dem ich dachte: aha! Das kommt im richtigen Moment. Ich mochte zwar nicht diesen starken Fokus auf Religion, außerdem ist das Buch ziemlich heteronormativ und -konservativ UND in allen möglichen Nebensätzen finden sich diverse Rassismen. Es ist ein Buch seiner Zeit, auf jeden Fall. Aber die Entwicklung, die Jane durchmacht, ist total spannend und von sehr viel Reflexion ihrerseits begleitet. Den Kommentar, den es dazu gibt, habe ich auch sehr gerne gelesen, weil er Dinge nochmal sehr gut in einen Kontext setzt. Ich mochte das Buch wirklich sehr gern. Die Story im Groben kannte ich schon von dieser youtube-Serie, deswegen war nichts wirklich überraschend. Aber es war gut geschrieben und Janes Entwicklung nachvollziehbar.

Ansonsten war ich gestern auf einer Lindy Hop-Party, die mich an sich nicht so überzeugt hat. Meine Tanzpartner*innen waren wie immer wundervoll und ich merke, wie viel Spaß mir die Sache macht. Und auch, dass ich länger nicht da war und ein bisschen raus bin beim Charleston. Das wird wieder! Die nächsten Wochen versuche ich, fleißiger dahin zu gehen. Unterricht hat eh Pause, Übung muss trotzdem sein. Naekubi hat vor ein paar Tagen auch einen Text zu Lindy Hop und Whitewashing geschrieben, den ich sehr hilfreich fand, um mir nochmal explizit in Erinnerung zu rufen, dass Lindy Hop ein schwarzer Tanz ist. Bei uns ist es so, dass es genau eine Schwarze Person in der Gruppe gibt, alle Anderen (inklusive mir) sind weiß. Seit Naekubis Artikel kann ich den Tanz auf jeden Fall nochmal besser wertschätzen und einordnen. Gestern bei der Party liefen auf jeden Fall Tanzperformances im Hintergrund, die dann auch tatsächlich historische Aufnahmen waren, in denen Schwarze Menschen getanzt haben. Das fand ich von den Organisator*innen ziemlich gut.

Heute wollte ich eigentlich zu einem Workshop zur Dokumentarischen Methode gehen, aber dann bin ich beim Skypen mit U. in der Türkei hängen geblieben und habe gemerkt, dass wir tatsächlich transnationale Leben führen. Immer wieder, jeden Tag aufs Neue, mit den wundervollsten Menschen. U. und ich haben uns auf jeden Fall zweieinhalb Stunden verquatscht, was ziemlich witzig und cool war. Und jetzt geht’s an die Vorbereitung des Kolloquiums. Handout und so’n Quatsch. Auf auf!

 

2016 IV/…

Es gibt Tage, wie heute, an denen ich morgens arbeiten muss, und dann bedarf es erstmal eines ordentlichen Mittagessens, eines Kaffees, Yoga, und ein bisschen Entspannung, bis ich mich überhaupt wieder an den Schreibtisch setzen kann. Ich ließ mir sagen, oder vielleicht sage ich es mir auch nur selbst, dass das normal ist.

Wie gesagt gibt es mehrere Themen, über die ich irgendwie immer mal wieder schreiben wollte, und die mir so im Kopf rumschwirren, und heute ist so ein Tag, an dem ich vielleicht mal damit anfange, diese Gedanken niederzuschreiben.

Es gibt diese sehr untauglichen Sprüche oder Redwendungen, dass mensch nur geliebt werden kann wenn mensch sich selbst liebt. Dieser Spruch hat sehr viele problematische Implikationen. Die ganz offensichtliche ist nur eine davon. [1]   Der Spruch schließt aber auch Menschen aus, die ein problematisches Bild von sich selbst haben, zum Beispiel aufgrund von psychischen Krankheiten. Diesen Menschen soll also verwehrt sein, Liebe zu erfahren? Bullshit.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch verdient, geliebt zu werden und auch Liebe erfahren kann, ganz unabhängig davon, ob sie*er sich selbst liebt oder wieviel sie*er sich selbst liebt. Ich wurde auch geliebt, als ich mich selbst ziemlich scheiße fand und als ich Depressionen hatte und ich find mich heute manchmal immer noch ziemlich scheiße. Das ist auch normal. Kein Mensch kann sich selbst immer lieben, genauso wenig wie kein Mensch einen anderen Menschen immer lieben kann. [2]

Die letzten Monate habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Ich habe viel reflektiert über mich und die Vergangenheit und dieser Prozess wird auch lange nicht abgeschlossen sein. Ich bin mittlerweile an einem Punkt, wo ich mich selber immer wieder hinterfrage und auch die Erwartungen, die ich an andere Menschen richte. Sind diese Erwartungen gerechtfertigt? Was für ein Bedürfnis steckt dahinter? Welche Bedürfnisse hat die andere Person? Welche Erwartungen hat die andere Person? Werden diese geäußert?

Ich lerne mehr und mehr, meine eigenen Bedürfnisse auszusprechen. Und meine Erwartungen zu hinterfragen. Das Bedürfnisse aussprechen hilft total in der Kommunikation mit Anderen. Und das Erwartungen hinterfragen hilft total im Umgang mit mir selbst. Und auch in der Akzeptanz meiner selbst.

Ich würde nicht behaupten, dass ich mich mehr liebe als früher. Ich würde eher sagen, dass ich gelernt habe, besser zu mir zu sein und mich selbst auch so sein zu lassen, wie ich bin. Mit den Erwartungen (die ungerechtfertigt sein mögen), und den Ängsten und den Zweifeln. Und dass ich gelernt habe, besser zu Anderen zu sein. Ihre Bedürfnisse eher wahrzunehmen und zu akzeptieren und nicht nur zu verlangen, dass meine Bedürfnisse erfüllt werden mögen, egal was die andere Person gerade will.

Ich würde auch nicht behaupten, dass ich jetzt mehr Liebe verdient habe oder mehr Liebe bekomme. Ich merke hingegen, dass ich die Liebe, die mir gegeben wird, leichter und besser annehmen kann, und dass ich selber mehr und freier lieben kann. Insofern hat der Spruch oben für mich nicht mehr Wahrheit als vorher, und auch nicht mehr Relevanz. Ich finde eher, dass Liebe leichter fällt, wenn mensch auch gut zu sich selbst sein kann. Ob das universell [3] so ist, sei mal dahin gestellt.


 

[1] Also die Tatsache, dass mensch nur geliebt werden kann oder verdient, geliebt zu werden, wenn mensch sich selbst liebt. Also. Bitte. Wer denkt sich denn sowas aus?
[2] Was sollen auch eigentlich diese ultimativen Aussagen? Wissen wir nicht bereits, dass nichts ultimativ und immer und nie ist?
[3] ;)