Einsame Insel oder Untergrund

So viele schreiben darüber und es gibt faktisch nichts, was ich Neues dazu beitragen kann. Auch meine Ideen dazu sind nicht neu. Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, meine Gefühle und Gedanken dazu auszudrücken, damit es viele Stimmen gibt, die sich dagegen wehren und aufbegehren.

Die AfD ist in den Bundestag eingezogen. Es ist nicht überraschend gewesen (und das ist das schlimme daran), und doch immer noch schockierend. Mit der AfD zieht eine Partei in unseren Bundestag, die rassistische, sexistische, behindertenfeindliche, heterosexistische Aussagen macht; die rechte, diskriminierende Politik machen möchte. (Und die nicht nur von irgendeinem rechten Rand unterstützt wird, sondern von der rassistischen Mitte.)

Es gibt Stimmen, die sagen, dass die Demokratie das aushalten muss, und vielleicht muss sie das. Dennoch fällt es mir nicht so leicht, das einfach so abzutun, und mich darauf auszuruhen. Denn ich fühle mich bedroht. Ich bin weiß und heterosexuell, und die AfD bedroht meine Ehe, meine Freund*innen, meine Art zu leben. Sie bedroht die Gesellschaft, in der ich leben möchte, indem sie so ziemlich alles verneint, was ich unterstütze. Persönlich reduziert sie mich auf ein traditionelles Frauenbild, das ich nicht leben möchte.

Vielleicht zerfleischt sie sich selbst, vielleicht findet sie keine Antworten auf dringende Fragen, und vielleicht doch. Abgesehen davon behaupte ich, dass es nicht um faktische Antworten auf Fragen geht, sondern um emotionale, und dass die AfD das bedienen kann, haben wir schon die letzten Wochen, Monate und Jahre gesehen. Und deswegen ist sie gefährlich, bedroht unsere Demokratie und unsere Mitmenschen.

Ich bin schon politisch aktiv, und ich werde es auch weiter sein. Jetzt erst recht. Der Hass bringt mich immer wieder zum Weinen und macht mich so wütend. Der Gedanke, sich irgendwo zu verstecken, kommt immer wieder. Und doch ist mir klar, dass wir kämpfen müssen. Vor allem diejenigen von uns, die privilegiert sind und Ressourcen haben. Und das werde ich auch weiter tun.

Es haben schon einige andere geschrieben, deswegen nur kurz zu der Frage, was wir machen können:

  • engagiert Euch
  • spendet Geld
  • unterstützt PoC-Organisationen
  • macht den Mund auf
  • sucht euch Unterstützung
  • bleibt solidarisch
  • organisiert Euch
  • passt auf Euch auf

Mehr Infos oder Inspirationen hier [Englisch], hier oder hier, hier oder hier.

Linkschau #20

Und auf in die nächste Runde Gedanken anderer Menschen.

Stefanie Kron schreibt in der Zeitschrift Luyemburg über die Notwendigkeit der ‚Kanakisierung‘ linker Politik und plädiert damit für in die Inkorporation der Kämpfe für Bewegungsfreiheit in linke Politik.

Im Migazin stellt Nina Simon die Frage, für wen Einwanderung wirklich herausfordernd sei und fordert inklusive antirassistische Bildungsarbeit.

Martin Ballaschek schreibt über den wissenschaftlichen Nachwuchs und wie er an den Unis kaputt gemacht wird.

Und hier schreibt Sarah A. Harvard über drei Bilder des Oprah Magazines und von Fotograf Chris Buck, die auf Frauen und race schauen. [Englisch]

Bei broadly schreibt Samantha Ladwig über Frauen, die den Kontakt zu ihren Müttern abgebrochen und wie sie sich dadurch befreit haben.

Susan Djahangard und Jean-Pierre Ziegler rufen bei der Zeit dazu auf, Menschen mit Migrationsgeschichte etwas Anderes als nach ihrer Herkunft zu fragen.

Bei kleinerdrei erzählt Katrin die Geschichte ihres Bruder, die vom deutschen Gesundheitssystem handelt, das angeblich auf Solidarität beruht.

Und falls Ihr es noch nicht gesehen habt, hier Deniz Yücels Brief aus dem Gefängnis in der Türkei, den er seinen Anwälten diktiert hat.

DasNuf schreibt über Liebesbeziehungen und Kommunikation, was wie ich finde ein sehr wichtiges Thema ist. Außerdem geht es um Verträge.

Und hier Emma’s Comic zum Mental Load, den vor allem Frauen tragen, der in den letzten Tagen und Wochen schon viel geteilt wurde im Internet, deswegen kennt Ihr ihn bestimmt schon. [Englisch]

Kraehenmutter schreibt über Feminismus und was das bedeutet (oder bedeuten kann).

Im Missy Magazine schreibt Josephine Apraku darüber, warum Sprechen über Rassismus gerade auch in Liebesbeziehungen wichtig ist.

Hannah schreibt über Speziezismus und stößt dabei ein paar interessante Gedanken an.

Im letzten Baopu-Comic von Yao Xiao geht es darum, wie Geschlechterstereotype und das Sprechen darüber dafür sorgen, dass Mädchen von den Dingen entfernt werden, für die sie sich interessieren. [Englisch]

Und Naekubi schreibt über das Ende ihrer Dating-Aktivitäten und, zumindest hört es sich in meinen Ohren so an, über das Ende ihres Glaubens an die große Liebe.

Linkschau #12

Nicht nur ich, auch andere Menschen denken Dinge. Ha!

Emma Lindsay schreibt übers Single-Sein. [Englisch]

Marco macht wie immer tolle Fotos und schreibt über den Kaukasus. Dieses Mal über Batumi, Georgien.

In The New York Times schreibt Viet Thanh Nguyen über die Erfahrung, ein refugee zu sein. [Englisch]

Die Künstlerin Yana Mazurkevich widmet sich in ihren Bildern sexueller Gewalt, worüber Alanna Vagianos in ihrem Artikel schreibt. Der Artikel zeigt alle von Mazurkevichs Bildern, die sehr deutlich sind. Trigger Warnung: Rape/Vergewaltigung, sexuelle Gewalt. [Englisch]

Fuckermothers schreiben auf ihrem Blog über Alternativen für die Lohnarbeit und warum die meisten Menschen heute zu müde sind, um dafür zu kämpfen.

In diesem TedTalk erklärt Chimamanda Ngozi Adichie, warum wir alle Feminist*innen sein sollten.

Bei umstandslos schreibt Maren über Trauer und wie andere Menschen helfen können.

The belle jar schreibt über Depressionen und die Auswegslosigkeit, die Depressionen haben können. Trigger Warnung: Suizid. [Englisch]

Bei ze.tt schreibt Gunda Windmüller über ein Phänomen, das viele Menschen in meiner Umgebung auch kennen und sich entweder sehr wohl darin fühlen, oder sehr unzufrieden damit sind: die Nicht-Beziehung. Danke an L. fürs Teilen.

Hannah schreibt über den Mut, die eigene Stimme zu erheben, für sich selbst.

Bei kleinerdreit schreibt Kati über die Call-Out-Kultur, in der wir zum Teil leben, und was sie daran problematisch findet.

Und das war’s für dieses Mal. Viel Spaß mit den Gedanken, macht Euch Eure eigenen und so.

Linkschau #11

Woop woop! Gedanken anderer Menschen und so. Weil alle meine Gedanken in die Masterarbeit fließen…

Houssam Hamade schreibt in der taz über die Linke und die dortige Rezeption des Islams (Spoiler Alert: Kritik am Islam ist meist nur eine Bestätigung rassistischer Diskurse).

Your Fat Friend schreibt über Körperbilder und Fett. [Englisch]

In der Zeit Campus schreiben drei Autor*innen über die neue radikallinke Bewegung und ihre Kritik an der Gesellschaft, in der wir leben.

Eva Marie Kogel schreibt in der Welt über (sexuelle) Gewalt an Frauen in Syrien. [TW: Vergewaltigung, Folter, Gewalt]

In der Jungle World schreibt Sebastian Weiermann über die Notwendigkeit innerhalb der Linken, sich wieder mit Arbeit zu beschäftigen.

Hannah Witton hat auf youtube eine neue Kolumne gestartet, in der sie von ihrem Weg weg von der Pille erzählt. Bisher gibt es eine Folge. [Englisch]

Bei ustandslo schreibt Frau Taugewas über die Beziehung zu ihrem Kind und den Begriff „Wunschkind„.

Mirna Funk gibt bei der Zeit einen Einblick in das Leben jüdischer Menschen in Deutschland.

Bei der taz schreibt Hülya Gürler über den Streit in Berlin über ein Mahnmal für die Opfer des Massakers von Dersim in der Türkei.

Jan Werkener schreibt im Tagesspiegel über den Horror, der sich in geheimen Gruppen bei facebook auftut, in denen Menschen laufen rechte Straftaten begehen, die nach momentanem Stand nicht verfolgt werden können.

Und zum Abschluss zwei Videos: Nerdwriter erzählt von der Truman Show und was sie uns über Politik lehren kann (never accept the world). [Englisch] Und Rosianna spricht über Körperbilder bei Erwachsenen. [Englisch]

Linkschau #10

Es haben sich sehr viele Links (Artikel und Talks) angesammelt, weil ich immer wieder nur auf Merken geklickt habe und keine Zeit hatte, um mich hinzusetzen, und einen Beitrag zu schreiben. Aber jetzt! Heute Abend habe ich mehr Zeit für mich selbst und deswegen endlich auch mal wieder Muße, um mit Euch zu teilen, was mich beschäftigt hat. Zugegebenermaßen bleibe ich dem Internet und Nachrichten gerade relativ fern (einerseits weil ich nach Stunden in der Bib vor dem Rechner keine Lust mehr habe am Computer zu sitzen und andererseits, weil eh nichts Gutes passiert).

Halina Wawzyniak schreibt über die Probleme mit dem neuen Sexualstrafrecht und was es eigentlich genau sagt.

Jamila Raqib erzählt in ihrem TedTalk, was es braucht, damit auch gewaltfreier Widerstand funktioniert und dass dieser nicht unbedingt einfacher ist als anderer Widerstand, sondern sogar genau so viel wenn nicht mehr Organisation braucht. [Englisch]

In der taz schreibt Laila Oudray, warum sie nicht nur über Migration schreiben möchte, und es dennoch manchmal tut. Dabei sagt sie einiges über unsere Gesellschaft.

Gabriele Boos-Niazy erklärt beim Migazin das deutsche Recht und warum jetzt nicht die Scharia in Deutschland eingeführt wird.

Bei umstandslos schreibt Cornelia übers Gebären und die verschiedenen möglichen Stellungen.

Tove Tovesson schreibt im Missy Magazine über das Trans-Sein in einer transfeindlichen Welt.

Und damit es nicht zu viel zu lesen wird, gibt es noch zwei youtube-Videos. Einmal zeigt Sidney Frenz, welchen Scheiß weiße Deutsche zu Schwarzen Deutschen sagen. Und dann wird Hadnet Tesfai zu ihrem Schwarz-Sein in Deutschland interviewt.

Sehr spannend erklärt hier Cutcha Risling Baldy, warum sie The Walking Dead als ein Beispiel benutzt, um über den Mord an den Native Americans zu sprechen. [auf Englisch]

Im Migazin schreibt Birol Kocaman darüber, warum wir den rechten Terror in München auch so und nicht Amoklauf nennen sollten.

Noch ein TedTalk, für alle, die nicht mehr lesen wollen: Isaac Marion erzählt uns, warum wir die Apokalypse brauchen und was dabei Gutes für unsere Gesellschaft passieren kann. [Englisch]

Hier gibt es Kunst, die traditionelle Blumenkränze aus Polen reproduziert. Wirklich schöne Bilder! (Und wenig zu lesen.) [auf Englisch]

kaptainkristian erzählt was über den Anime FLCL, den ich selber nicht gesehen habe. Klingt aber so, als sollte ich den mal sehen. [auf Englisch]

Kübra Gümüşay erklärt, warum sie nicht zu immer sofort eine Meinung hat und auch nicht haben will.

Und Gavin Aung Than, oder auch ZenPencils, macht einen Comic über Dinge, die Väter/Eltern so denken. [auf Englisch]

Und das war’s. Puh! DAs nächste Mal wieder eher, damit es nicht so anstrengend wird.