Und jetzt hassen wir alle La La Land

[Der Text ist nicht spoilerfrei in Bezug auf La La Land!]

Ich hatte vor ein paar Tagen ein kurzes Gespfäch mit einer Mitbewohnerin, das mich zum Nachdenken gebracht hat. In dem Gespräch ging es eigentlich um Moonlight, aber dann auch irgendwie um La La Land. Ja, ich habe den Oscar-Fauxpax mitbekommen und finde ihn sehr traurig und peinlich. Und ja, ich habe beide Filme gesehen. La La Land lief hier in der OV Sneak Preview, also als Überraschungsfilm, im Dezember oder im Januar, ich bin mir gerade nicht so sicher, da habe ich ihn gesehen. Moonlight habe ich am Wochenende auch in der OV gesehen. Weiterlesen »

Linkschau #17

Dieses Mal ist die Liste besonders lang. Zumindest ist das mein Eindruck. Los geht’s also!

Frau Gehlhaar schreibt über Dating mit ihrer Behinderung. [Englisch]

Mark Terkessidis schreibt in der taz-Reihe „Über Rassismus reden“ über Rassismus und die eigene deutsche Geschichte damit, im Gegensatz zur amerikanischen Rassismusgeschichte.

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Nadia über Frauen und die Angst vorm Autofahren. Und wie sie diese überwunden hat.

Bei umstandslos schreibt eine anonyme Autorin über Sex nach der Trennung von ihrem langjährigen Partner.

Jennifer Trafton schreibt bei The Rabbit Room über La La Land und spricht mir teilweise aus der Seele. Mehr dazu in meinem nächsten Artikel zu La La Land und Diversität. [Englisch]

kaptainkristian hat auf seinem Channel ein Video zu Who Framed Roger Rabbit gemacht, das ich wärmstens empfehlen kann. Vor allem, weil ich Leute dazu animieren möchte, den Film auch zu gucken. [Englisch]

fuckermothers schreibt über das Alter von Eltern und das gesellschaftliche Bedürfnis, dieses Alter zu kommentieren. Ganz gleich, ob eins nun angeblich „zu jung“ oder „zu alt“ ist. Mit historischer Erklärung.

Georg Löwisch, Chefredakteur der taz, schreibt in ebendieser über die Verhaftung von Deniz Yücel durch den türkischen Staat.

Julie schreibt zum Equal Care Day darüber, wie in ihrer Familie die Care-Arbeit aufgeteilt ist.

Das Nuf schreibt über Computerspiele, und warum diese von Eltern im Gegensatz zu Büchern als so schädlich wahrgenommen werden.

Bei umstandslos schreibt Susi Krautgartner über Künstlerin-Sein und Mutter-Sein.

In der Zeit gibt es ein Interview mit Dirk und Jeanette van Laak, Historiker*innen, über die Erinnerungskultur in Deutschland und Geschichte.

Shawn Taylor schreibt bei the Nerds of Color über die aktuelle Black Culture sowie die Filme Moonlight und Get Out. [Englisch]

Zen Pencils hat einen neuen Comic zu Stephen King.

Naekubi schreibt auf ihrem Blog über ihren Medienkonsum und ihre sehr persönliche Bindung zu Heidi.

Bei von guten Eltern schreibt Anja über die Probleme, die entstehen, wenn niemand mehr Hebamme werden möchte.

Sarah Kurchak schreibt bei The Establishment über Depressionen und Sport. [Englisch]

Auf kleinerdrei schreib eine anonyme Autorin einen Brief an ihren Vergewaltiger. [TW: sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung]

Und noch in Artikel von Sarah Kurchak bei The Establishment, diesmal über den Film The Accountant und die Rolle von Autismus in Kunst.

Minusch schreibt bei umstandlos über Gewalterfahrungen in ihrer Beziehung. [TW: häusliche Gewalt]

Und auch bei umstandslos schreibt Li-Ming über die Kleinfamilienfalle.

Und zu guter Letzt schreibt sookee bei broadly. wie sie Feministin geworden, und warum das wichtig ist.

Urlaub is calling

Das letzte Mal, dass ich richtig im Urlaub war, war 2011, als ich mit meinen Eltern und Bubu in den USA war. Das war auch anstrengender Urlaub, weil es ein Familienurlaub war, aber tatsächlich das letzte Mal, dass ich so eine richtige Auszeit hatte, mehr als ein paar Tage, nämlich ganze zwei Wochen! Das ist jetzt fast sechs Jahr her (das war nämlich im April) und seitdem hatte ich keinen richtigen Urlaub mehr.

In der Zwischenzeit war ich zehn Monate in Palästina, zwei Wochen in Frankreich (Hochzeitsvorbereitung von Ju), zwei Wochen in Litauen (Hochzeit von F.), ein paar Tage in Weimar, im Kloster, in Paris, in Berlin, einen Monat in Litauen (Sommerschule), ein paar Tage in Brighton und ein paar Tage im Schwarzwald (und Umgebung, falls der Schwarzwald eine Umgebung haben kann). Das Problem ist nicht, dass ich mich nicht von meinem Wohnort wegbewege. Das kommt durchaus vor. Das Problem ist, dass ich immer wss zu tun habe. Auch Hochzeitsvorbereitungen sind leider kein Urlaub. Teilweise waren diese Ausflüge sogar urlaubsartig. Mein Wunsch und Bedürfnis ist aber, mal wieder zwei Wochen nichts zu tun zu haben. Das ist mit gefühlter Freiberuflichkeit schwierig, wegen dem ganzen schlechten Gewissen, aber es wäre echt mal angebracht. Ich habe so viele Sachen zu erledigen und zu organisieren, damit mein Leben irgendwie läuft, dass ein richtiger Urlaub, nur mit Wandern, Lesen und rumhängen, wirklich schön wäre.

Deswegen starte ich dieses Jahr zwei Versuche. Falls es mit Jobs nicht klappt (die Hölle der Warterei hat auf jeden Fall begonnen) und es finanziell trotzdem stimmt, kann ich im Juni nach Polen fahren, mit Freund*innen. Falls es mit Jobs klappt, will ich trotzdem im Juni nach Polen fahren, aber dann muss ich erstmal Urlaub bekommen. D. und ich wollen außerdem nach Tunesien, aber erst im (Spät-)Herbst. Das ist noch so weit weg, dass es einfach wie ein ferner Traum durch die Gegend schwirrt und mich glücklich stimmt.

Ich merke im Alltag einfach, dass es schon sinnvoll ist, dass Leute Urlaub nehmen sollten. Irgendwan fehlt einfach die Grundenergie, und bei beginnt sie langsam aber sicher auszugehen. Ich weiß, dass manche Menschen das schwer verstehen können, denn seit Jahren bin ich ja „nur“ Studentin, aber dass Studentin in meinem Fach (und wahrscheinlich auch in anderen Fächern) vor allem Arbeit und Lohnarbeit bedeutet, ist den wenigsten klar. Denn auch wenn ich „nur“ Nebenjobs gemacht habe neben dem Studium, dann ist auch das Arbeit. Und ich habe sehr viel gearbeitet. Jetzt ist irgendwann genug. Ein bisschen Ruhe und Frieden wäre gut.

Februar Recap

Der Februar ist erstaunlich kurz. Immer wieder überraschend. So wie Weihnachten. Ich versuche mal was Anderes, um mich ans Schreiben zu bekommen, hier seht Ihr also den ersten Versuch.

Im Februar habe ich…

… zwei Filme im Kino gesehen.

The Broken Circle Breakdown

Der Film dreht sich um die Geschichte eines Paares, Elise (Veerle Baetens) und Didier (Johan Heldenberg), und ihres Weges, mit der Krankheit ihrer Tochter umzugehen. (Das scheint wie ein Spoiler, ist aber keiner. Das steht in jeder Beschreibung zu diesem Film!) Der Film dreht sich sehr stark um Musik, denn Didier spielt in einer Country-Band. Elise ist Tättowiererin und beginnt im Zuge der Beziehung zwischen den beiden auch in der Band zu singen. Die Musik begleitet den Film sehr gut, sowohl als Filmmusik als auch innerhalb der Story. Es wird sehr deutlich, wie heilsam Musik und Freundschaft sein können, und dies wird auch nicht übertrieben, sondern sehr realistisch dargestellt. Auch die Beziehung der Charaktere untereinander sowie die Art und Weise mit Trauer umzugehen, wirken sehr real und nachvollziehbar. Einzig das Ende des Films fand ich sehr unrealistisch, passte aber dennoch gut zum Film und zu den dargestellten Charakteren.

Manchester-by-the-sea

Der Film hat gestern zwei Oscars bekommen, einen für’s Drehbuch, den anderen für Casey Affleck. (Zu dem Skandal um Casey Affleck vielleicht ein andern Mal mehr. Infos dazu gibt’s z.B. hier [Englisch]). In dem Film geht es um Lee(Casey Affleck), dessen Bruder stirbt, sodass er sich um seinen Neffen kümmern muss. Es dreht sich vor allem um die Probleme, die der Tod des Bruders Joe verursacht, und die Konflikte, die in diesem Zuge gelöst werden müssen. Der Film hat ein sehr ruhiges Tempo und erzählt sehr schnörkellos die Geschichte um Lee und seinen Neffen Patrick. Ich fand den Film, und auch das Spiel von Casey Affleck, sehr beeindruckend. Insgesamt hat mich der Film sehr traurig zurückgelassen angesichts von menschlichen Existenzen und der Unfähigkeit, sich seiner Vergangenheit zu stellen, zufriedenstellend zu kommunizieren oder die eigenen (inneren) Konflikte zu lösen.

Ich hab beide Filme im Laufe von zwei Tagen gesehen und entsprechend traurig haben sie mich zurückgelassen.

… auch Serien geguckt

Gilmore Girls

Ich bin in Staffel 5, also bitte keine Spoiler. Seit die Serieauf Netflix ist, habe ich es mir zum Ziel gesetzt, sie endlich mal in Reihenfolge und bis zum Ende zu gucken, inklusive der vier neuen Folgen, die Netflix produziert hat. So weit so gut.

Türkisch für Anfänger

D. und ich gucken gerade die dritte Staffel von TfA. Ich hab die Serie früher mit meiner Familie geguckt. Ich finde sie immer noch witzig und sehr gut gemacht, manchmal auch vorurteilsmäßig problematisch. Die dritte Staffel ist ein bisschen überzogen, also noch schlimmer als die beiden davor. Aber so als zwischendurch Serie eignet sie sich ganz gut.

Ich habe diesen Monat ein einziges Buch gelesen, und zwar The Wide Window von Lemony Snicket. Es ist das zweite Mal, dass ich A Series of Unfortunate Events lese, dieses Mal mehr im Zusammenhang, da ich insgesamt das Gefühl habe, beim letzten Mal nicht zu Ende gelesen oder etwas verpasst zu haben. Wir werden sehen.

Abgesehen von meinem Medienkonsum habe ich zwei Bewerbungen geschrieben und war auf zwei Bewerbungsgesprächen. Mal sehen, was sich so entwickelt. Mein Leben könnte in jede Richtung gehen, habe ich gerade das Gefühl. Dazu höre ich eigentlich auf Dauerschleife Regina Spektor – Begin to Hope. Kann ich nur empfehlen.

So far so good.

Where is the energy?

Der Drang, etwas Kreatives zu produzieren, ist jeden Tag da. Gestern habe ich ein bisschen geschrieben. Aber abgesehen davon kriege ich nichts hin. Bei mir scheint das eine Folge von Zukunftsängsten und -nöten zu sein. Ich frage mich, wie JKR es geschafft hat, ein Buch zu schreiben. Ich kann mich bei der ganzen Existenzangst kaum auf eine andere Welt konzentrieren. Zumindest nicht eine, die ich mir selbst ausgedacht habe. Auf JKRs Welt kann ich mich sehr gut konzentrieren.

Ich schreibe hier auch nicht mehr viel, ich weiß. Aber meistens bin ich zu ausgelaugt. Ich gucke dann lieber Gilmore Girls und lese, was andere Menschen zu sagen haben. Für mehr reicht die Energie meist nicht. Außerdem bin ich irgendwo zwischen krank und gesund und mein Handgelenk tut schon wieder weh und niemensch weiß warum. Ich habe emotional außerdem ziemlich viel zu verarbeiten, immer wieder, anscheinend hört das nicht auf. Hier ein emotional anstrengendes Gespräch, dort ein anderes. Ich habe mich schon letztes Jahr mit emotionaler Arbeit beschäftigt, aber langsam merke ich, dass ich keinen Bock mehr habe. Ich will nicht diejenige sein, die Dinge zusammenhält. Aber wenn sie auseinanderfallen, habe ich auch nichts davon. Ein Dilemma, was auch hier nachgelesen werden kann. [Englisch] Andererseits habe ich die emotionale Distanz zu gewissen Dingen entwickelt, sodass es mich nicht mehr stört, wenn sie auseinanderfallen. Sie haben mir eh nichts gebracht außer Arbeit und Frust. Es wurde langsam Zeit, sich davon zu distanzieren, auch wenn es so nah ist.

Tja. Es gibt nicht mehr zu sagen als dass mir Kreatives tun fehlt. Ich raffe mich nur nicht auf. Also irgendwieselber schuld. Und irgendwie auch nicht. Ich vergebe mir dafür, und lasse mich erstmal weiter inspirieren. Ich habe sehr viele Gedanken und Themen im Kopf, die ich hier mal ansprechen wollen würde, aber gleiches Problem. Vielleicht komme ich bald mal dazu, wenn sich das eine Projekt endlich mal runterschraubt. Ist ja nur noch eine Woche. Dann ist der Februar auch vorbei und das Projekt erstmal weg. (Dafür kommt ein neues, aber das ignoriere ich erstmal.)

So far so good.