Aprilwetter

Gestern waren es gefühlt 15°C und heute hat es geschneit. Auch abseits von Corona ist die Welt also vor allem eines: Chaos.

Ich teile Hannah’s Einschätzung, dass das, was passiert, gerade ein Trauerprozess ist. Ihre Gedanken findet sich hier. Ich habe wenig zu ergänzen. Ich bin mir nicht sicher, ob es sowas wie kollektive Trauer überhaupt gibt, weil ich denke, dass Trauer etwas zutiefst Persönliches ist, was nur schwerlich kollektiv bewältigt werden kann. Und doch: Wir trauern um unser altes Normal. Um all die Menschen, die sterben. Es wird ein neues Normal geben. Langsam langsam. Schritt für Schritt. Wie fast alles im Leben passiert.

Und für die ganze Kampf- und Kriegsrhethorik habe ich übrigens auch keine Geduld. Als ob wir einen Virus „besiegen“ können. Wann ist dieser Zeitpunkt? Für wieviele Menschen ist es okay zu sterben? Und warum wollen wir eigentlich lieber den Kapitalismus retten als Menschen? (Dazu hier auch noch ein paar Gedanken, weil.)

Ich lese immer noch keine Nachrichten. Wie gesagt, das tut mir nicht gut. Ich gucke Grey’s Anatomy und weine. Wenn ich nicht arbeite oder telefoniere. In den Gesprächen mit anderen Menschen bekomme ich eigentlich genug von Corona mit, ohne dass ich die Nachrichten lesen müsste.

Gerade koche ich Bohnen. Eigentlich schon seit Stunden, weil sie so lange brauchen. Ich hoffe, dass sie bald mal weicher werden, sonst können wir sie heute doch nicht essen. Vielleicht hätte ich noch eher anfangen sollen? Na ja, das wird sich in den nächsten ein bis zwei Stunden zeigen. Bis 19 Uhr habe ich den Bohnen gegeben. Ich weiß nicht, ob sie sich an meine Zeitvorgaben halten werden. (Warum sollten sie auch?)

Es kommt mir sinnfrei vor, über das Imposter-Syndrom zu reden. Deswegen tue ich das auch diese Woche nicht. Meine Gedanken dazu sind allerdings konserviert, sodass ich, wenn ich mich irgendwann in der Lage sehe, über meine berufliche Zukunft mehr als im Vorbeigehen nachzudenken, vielleicht doch noch mal was dazu schreibe. Es hat allerdings schon geholfen, die Gedanken dazu mal aufzuschreiben. Gegen die Scham an.

Wow. Mehr kommt nicht. Alle Worte aufgefressen. Ha! Spannend. Leere in meinem Kopf während ich den Topf mit den Bohnen anstarre. Gut. Meine weitere Schreibenergie werde ich also heute dafür verwenden, mein NaNo Camp Projekt weiter vorzubereiten, denn bald ist schon April und dann geht’s auch schon los! Ich bin mit der Vorbereitung gut in der Zeit und habe noch zwei To Do’s auf meiner Liste, wovon ich einen heute abarbeiten werde. Und ansonsten chille ich. Ist ja schließlich Sonntag.

Zu Eurer Freude nun noch ein paar Links: