Was mache ich hier eigentlich?

Ich frage mich schon länger, warum ich hier eigentlich noch schreibe. Und was. Und ob, und wenn ja, was, ich eigentlich erreichen möchte.

Alles hat als Tagebuch angefangen. Irgendwie. Ich war nie so naiv, mein ganzes persönliches Leben im Internet auszukotzen, zumindest nicht in einem Blog. Und über die Jahre hat sich mein Umgang mit diesem Blog noch mehr verändert. Deswegen sind eine Großzahl meiner alten Beiträge auch nicht mehr aufrufbar, weil sie zu persönlich sind. Auch wenn sie vermutlich nicht allzu persönlich sind. (Ganz sicher bin ich mir nicht, ich habe allerdings lange nicht mehr nachgeschaut.)

Ich glaube, ich habe seltenst, wenn überhaupt, Namen genannt. Die Daten anderer Menschen sind schon ein hohes Gut. Ich habe auch für mein letztes Auslandsjahr einen eigenen Blog angelegt, und dafür nicht auf diesem geschrieben. Ich versuche, nicht allzu viele Anhaltspunkte dazu zu geben, wo ich wohne, und was ich mache. Mir ist schon klar, dass ich trotzdem gefunden werden kann, aber es muss ja nicht so einfach sein.

Whatever. Kleiner Exkurs. Da das hier also kein Tagebuch mehr ist und auch nicht sein soll, stellt sich die Frage, was ich hier sonst so mache. Und was das hier sein soll. Und wer sich überhaupt dafür interessiert außer mir.

Was mache ich eigentlich hier? Vor allem sage ich meine Meinung zu irgendwelchen Themen, die meist politisch sind (dazu sollte gesagt werden, dass ich „das Politische“ sehr weit fasse). Manchmal rante ich über meine Gefühle und mein eigenes Leben, aber ich reflektiere nicht, das mache ich zu einem großen Teil offline. Ich teile die Gedanken anderer Menschen, die ich für lesens- oder hörenswert halte. Und ich reflektiere meinen Medienkonsum. Es ist also ein Sammelsurium an Dingen, die mir wichtig sind. Zugegebenermaßen würde ich gerne mehr tatsächlich fundierte politische Dinge schreiben. Dafür fehlt mir meist die Zeit und Nerven, da ich auch beruflich schreibend produziere. Hinzu kommt, dass ich dafür gerne meine sozial-strukturelle Position klar machen würden, was mir in manchen Fällen gerade einfach nicht möglich ist (die Daten anderer Menschen und so). Es ist also schwierig, a tricky business.

Was soll das hier sein? Ein Raum zum Nachdenken. Ich würde auch Diskussionen gut finden. Vermutlich schreibe ich aber keine diskussionswürdigen Sachen. Und ich halte auch nicht viel davon, ein imaginäres Publikum anzusprechen, das ich nicht kenne und von dem ich nicht weiß, was es denkt. Ich denke mir, wenn Ihr mit mir sprechen wollt, werdet Ihr das schon machen. Vielleicht ist das auch gerade nicht so wichtig, wil ich kein Geld hiermit mache und daher nicht darauf angewiesen bin, irgendeine Person echt oder pseudemäßig miteinzubeziehen. Ich kann einfach den Scheiß schreiben, den ich denke, oder den ich für überdenkenswürdig halte. Und dann poste ich das. Manchmal plane ich auch Beiträge (so wie diesen), damit niemensch überflutet wird mit Beiträgen. Und manchmal schreibe ich auch einfach gar nichts. (Surprise.) Also ein Raum zum Nachdenken. Ja. Warum auch nicht?

Und wen interessiert das? Vor allem mich selbst. Hoffentlich irgendwie andere Leute. Ich teile ja absichtlich die Gedanken anderer Menschen, weil ich hoffe, dass dann noch mehr Menschen die lesen und darüber nachdenken. Ich tue das mittlerweile hier, weil ich das früher auf facebook schon immer unübersichtlich fand und heute gar kein facebook mehr habe (ich eigne mich wirklich nicht dazu, hiermit jemals Geld zu verdienen, ich kann mich nicht mal selbst auf facebook vermarkten). Ich weiß, dass mindestens drei Menschen, die ich kenne und mit denen ich befreundet bin, hier mitlesen und auch mal die Links verfolgen, die ich so poste. Das reicht ja auch schon. Vielleicht finden sich ab und zu noch andere Menschen. Das wäre ja auch nett. (Ihr dürft Euch auch mal melden, wenn Ihr was gut fandet, dann weiß ich, dass Ihr da seid.)

Tja. Besonders viel weiter bin ich nun auch nicht. Dass ich andere Ambitionen habe, denen ich nicht gerecht werden kann, ist schon länger klar. Dass ich mich deswegen nicht unter Druck setzen möchte, ist auch klar. Ich mach das hier schließlich zum Spaß und für mich. (Alles Andere wäre eine Lüge.) Vielleicht denke ich nochmal ein bisschen darüber nach, was das hier sonst so werden soll. Vielleicht bin ich ja bald in einer anderen sozial-strukturellen Position, die mir mehr Zeit und Muße erlaubt. Wer weiß. Eine darf ja noch hoffen. Will the impossible und so. In mehreren Bereichen des Lebens. <3

Werbeanzeigen