Dezember Recap

Ich bin an einem Ort, an dem es keine Umlaute gibt, was diesen Beitrag zu einem ohne Umlaute macht. (Schlau.) Meinen eigenen Computer habe ich weiserweise nicht mitgenommen, was mir sicherlich einiges erspart hat bei der Einreise, wenngleich es trotzdem anstrengend und furchtbar war. Aber genug davon. Ich habe beschlossen, da ich nicht an Silvester glaube (und es ist eine Glaubensfrage), dass ich mir auch den ganzen Jahresrueckblicksscheiss spare. Ich mache ja schon Monatsrueckblicke, das muss reichen.

Dezember ist immer der schwierigste Monat. Sowieso, und schon laenger. An Weihnachten passiert einfach nicht viel Gutes, obwohl immer was Anderes behauptet wird. Ich hatte die Befuerchtung, dass ich jedes Jahr darueber schreibe, wie furchtbar ich den Dezember finde, musste dann feststellen, dass ich es letztes Jahr nicht getan habe, was heisst, dass ich es dieses Jahr darf. Ha.

Dezember ist doof. Vor elf Jahren ist M. gestorben und vor sieben Jahren war da dieses Ding, ueber das ich hier nicht rede, was mir aber Weihnachten ein fuer alle mal versaut hat. Seitdem lote ich jedes Jahr von Neuem aus, was geht und was nicht. Dieses Jahr ging ein Weihnachtswochenende mit der engsten Familie. Seitdem bin ich weg, und das ist auch gut so. Noch mehr als eine Woche bin ich weg. Ich bin an einem Ort, an dem es mir gut geht. Der reicht, um Abstand zu nehmen, und der mich erinnert, wie reich und gross das Leben ist. Dafuer jetzt Schluss mit der Pathetik. Auch dieses Jahr an Weihnachten ein Todesfall. So ist das Leben. Traurig und gluecklich liegen sehr nah beieinander. Manchmal gleichzeitig. Darueber habe ich definitiv schon geschrieben. Jetzt aber:

Gesehen habe ich Harry Potter and the Philosopher’s Stone sowie Harry Potter and the Chamber of Secrets. Wie wir darauf gekommen sind, weiss ich nicht genau, aber beide mit Mitbewohnerin L. Passte irgendwie zu Weihnachten. Ausserdem Star Wars: The Force Awakens (um mich wieder zu erinnern, was eigentlich passiert ist) und Star Wars: The Last Jedi im Kino in der Mitternachtspremiere, denn was muss, das muss. Mit Mitbewohnerin C. Ich gehoere zu den Menschen, die den neuen Star Wars mochten. Ich haenge nicht so sehr an Traditionen. Abgesehen von dieser: Love Actually musste dieses Jahr sein, weil es jedes Jahr sein muss. Was waere Weihnachten ohne? Ausserdem war ich in der Sneak (letzte Sneak des Jahres) und habe Wonder gesehen. Der Film war genauso kitschig wie das Buch. Passte irgendwie auch zu Weihnachten, auch wenn es manchmal ein bisschen zu viel war.

Ich habe ungefaehr eine Folge Pretty Little Liars gesehen, und circa vier Folgen The Blue Planet (eine BBC-Doku ueber den Ozean, die ich wirklich sehr empfehlen kann).

Gelesen habe ich Kara Günlük (die Umlaute sind noch von meinen Notizen) von Mutlu Erguen. Hat mir sehr gefallen. Ich habe nicht wirklich was Neues gelernt, aber ich fand’s witzig und interessant geschrieben. Ausserdem habe ich Boys don’t cry – Identitaet, Gefuehl und Maennlichkeit von Jack Urwin gelesen. Auch hier habe ich nicht all zu viel Neues gelernt. War eine interessante Perspektive und kann ich als Einsteigerbuch schon empfehlen.

Das war der Dezember. Heute bin ich zum Mittagessen eingeladen. Ansonsten habe ich noch keinen Plan. Wahrscheinlich tue ich so, als waere ich nicht da. Vielleicht werde ich auch aus Hoeflichkeit gezwungen, doch Silvester zu feiern. Das wird sich zeigen. Ich bin da ganz entspannt.

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Was mache ich hier eigentlich?

Ich frage mich schon länger, warum ich hier eigentlich noch schreibe. Und was. Und ob, und wenn ja, was, ich eigentlich erreichen möchte.

Alles hat als Tagebuch angefangen. Irgendwie. Ich war nie so naiv, mein ganzes persönliches Leben im Internet auszukotzen, zumindest nicht in einem Blog. Und über die Jahre hat sich mein Umgang mit diesem Blog noch mehr verändert. Deswegen sind eine Großzahl meiner alten Beiträge auch nicht mehr aufrufbar, weil sie zu persönlich sind. Auch wenn sie vermutlich nicht allzu persönlich sind. (Ganz sicher bin ich mir nicht, ich habe allerdings lange nicht mehr nachgeschaut.)

Ich glaube, ich habe seltenst, wenn überhaupt, Namen genannt. Die Daten anderer Menschen sind schon ein hohes Gut. Ich habe auch für mein letztes Auslandsjahr einen eigenen Blog angelegt, und dafür nicht auf diesem geschrieben. Ich versuche, nicht allzu viele Anhaltspunkte dazu zu geben, wo ich wohne, und was ich mache. Mir ist schon klar, dass ich trotzdem gefunden werden kann, aber es muss ja nicht so einfach sein.

Whatever. Kleiner Exkurs. Da das hier also kein Tagebuch mehr ist und auch nicht sein soll, stellt sich die Frage, was ich hier sonst so mache. Und was das hier sein soll. Und wer sich überhaupt dafür interessiert außer mir.

Was mache ich eigentlich hier? Vor allem sage ich meine Meinung zu irgendwelchen Themen, die meist politisch sind (dazu sollte gesagt werden, dass ich „das Politische“ sehr weit fasse). Manchmal rante ich über meine Gefühle und mein eigenes Leben, aber ich reflektiere nicht, das mache ich zu einem großen Teil offline. Ich teile die Gedanken anderer Menschen, die ich für lesens- oder hörenswert halte. Und ich reflektiere meinen Medienkonsum. Es ist also ein Sammelsurium an Dingen, die mir wichtig sind. Zugegebenermaßen würde ich gerne mehr tatsächlich fundierte politische Dinge schreiben. Dafür fehlt mir meist die Zeit und Nerven, da ich auch beruflich schreibend produziere. Hinzu kommt, dass ich dafür gerne meine sozial-strukturelle Position klar machen würden, was mir in manchen Fällen gerade einfach nicht möglich ist (die Daten anderer Menschen und so). Es ist also schwierig, a tricky business.

Was soll das hier sein? Ein Raum zum Nachdenken. Ich würde auch Diskussionen gut finden. Vermutlich schreibe ich aber keine diskussionswürdigen Sachen. Und ich halte auch nicht viel davon, ein imaginäres Publikum anzusprechen, das ich nicht kenne und von dem ich nicht weiß, was es denkt. Ich denke mir, wenn Ihr mit mir sprechen wollt, werdet Ihr das schon machen. Vielleicht ist das auch gerade nicht so wichtig, wil ich kein Geld hiermit mache und daher nicht darauf angewiesen bin, irgendeine Person echt oder pseudemäßig miteinzubeziehen. Ich kann einfach den Scheiß schreiben, den ich denke, oder den ich für überdenkenswürdig halte. Und dann poste ich das. Manchmal plane ich auch Beiträge (so wie diesen), damit niemensch überflutet wird mit Beiträgen. Und manchmal schreibe ich auch einfach gar nichts. (Surprise.) Also ein Raum zum Nachdenken. Ja. Warum auch nicht?

Und wen interessiert das? Vor allem mich selbst. Hoffentlich irgendwie andere Leute. Ich teile ja absichtlich die Gedanken anderer Menschen, weil ich hoffe, dass dann noch mehr Menschen die lesen und darüber nachdenken. Ich tue das mittlerweile hier, weil ich das früher auf facebook schon immer unübersichtlich fand und heute gar kein facebook mehr habe (ich eigne mich wirklich nicht dazu, hiermit jemals Geld zu verdienen, ich kann mich nicht mal selbst auf facebook vermarkten). Ich weiß, dass mindestens drei Menschen, die ich kenne und mit denen ich befreundet bin, hier mitlesen und auch mal die Links verfolgen, die ich so poste. Das reicht ja auch schon. Vielleicht finden sich ab und zu noch andere Menschen. Das wäre ja auch nett. (Ihr dürft Euch auch mal melden, wenn Ihr was gut fandet, dann weiß ich, dass Ihr da seid.)

Tja. Besonders viel weiter bin ich nun auch nicht. Dass ich andere Ambitionen habe, denen ich nicht gerecht werden kann, ist schon länger klar. Dass ich mich deswegen nicht unter Druck setzen möchte, ist auch klar. Ich mach das hier schließlich zum Spaß und für mich. (Alles Andere wäre eine Lüge.) Vielleicht denke ich nochmal ein bisschen darüber nach, was das hier sonst so werden soll. Vielleicht bin ich ja bald in einer anderen sozial-strukturellen Position, die mir mehr Zeit und Muße erlaubt. Wer weiß. Eine darf ja noch hoffen. Will the impossible und so. In mehreren Bereichen des Lebens. <3

Sport ist Mord?

Ich finde, ich bin kein sonderlich sportlicher Mensch. Ich bin zwar lange geschwommen, aber ich mochte auch Sport nicht besonders. Seit ich bei meinen Eltern ausgezogen bin bis dieses Jahr, und das sind 10 Jahre, habe ich nicht wirklich Sport gemacht. Klar, ich war ab und an schwimmen oder habe Yoga gemacht, und ich habe auch gerne darüber geredet. Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber weder regelmäßig noch überzeugt Sport gemacht.

Als Kind mussten meine Geschwister und ich Sport machen (schwimmen), und ich glaube, meine Eltern hatten auch ganz gute Ideen, warum das so sein sollte. Vermutlich ging es darum, regelmäßig aktiv und „gesund“ zu sein. Ich habe mich auch in dem Schwimmverein in der Jugendarbeit engagiert, was mir Spaß gemacht und dazu geführt hat, dass ich ähnliche Sachen immer noch mache. Das soziale Engagement ist stärker hängen geblieben als der sportliche Aspekt. Auch spannend.

Dieses Jahr habe ich, vermutlich aus Trauer und Frust, angefangen mit meiner Mitbewohnerin Sport zu machen. Sie hat das aufgrund von Rückenprobleme angefangen, und ich habe erstmal einfach mitgemacht. Krafttraining. Das hat mir gefallen, weil ich gemerkt habe, dass ich tatsächlich Muskeln aufgebaut habe. Vor allem an den Armen konnte ich die auch sehen. Und das finde ich, ehrlich gesagt, an mir selbst attraktiv. Da ich auch das nicht besonders rigide mache, sind meine Arme nicht unendlich angewachsen.

In der Kur habe ich dann angefangen zu joggen. Früher fand ich Joggen immer furchtbar. Ich habe immer falsch geatmet und hatte unendlich anstrengende Seitenstiche, deswegen hat sich das nie besonders etabliert. Jetzt geht es besser. Vermutlich kann ich besser atmen (haha). Ne, ohne Scherz: Durch meinen Gesangsunterricht habe ich glaube ich besser atmen gelernt. Ganz schön praktisch also. Das Krafttraining habe ich auch in der Kur weiter gemacht, sogar ein bisschen mit Geräten. Die habe ich leider zuhause nicht. Und Fitnessstudios finde ich immer noch herrlich unsympathisch. Vor allem, wenn sie gemischt sind. Ich fühle mich dann immer besonders beobachtet.

Was will ich eigentlich hiermit sagen? Ich laufe mehrmals in der Woche und mache ab und an Krafttraining (das macht nicht so viel Spaß wie Laufen, aber ich mache es trotzdem, wenn ich mich motivieren kann). Wenn ich besonders faul bin, mache ich Yoga. (Haha.) Schwimmen ist raus, weil zu teuer. Und ich glaube ich mache das jetzt aus zwei Gründen: 1. weil ich mich daran gewöhnt habe in der Kur, wo ich jeden Tag Sport gemacht habe, und 2. weil es mir tatsächlich Spaß macht.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal übers Laufen sagen würde. Gerade jetzt im Winter macht es mir besonders viel Spaß in der Kälte zu rennen. Rennen an sich macht mir Spaß. Es ist ein bisschen wie freilaufen. Und ich habe Platz für meine Gedanken. So viel Raum!

Ich will hier Sport gar nicht jede*r*m ans Herz legen, davon halte ich genauso wenig wie Leute dazu zu bringen, ihre Ernährung zu ändern. Ich wollte das nur mal für mich festhalten. Mittlerweile kann ich Sport was abgewinnen. Und wenn ich einen Tag keinen Sport mache (so wie heute), dann kribbelt es mir schon in den Fingern (oder in den Füßen), weil ich dann meist zu viel rumsitze. Die Essenz ist also: Laufen macht mich glücklich, und Krafttraining macht mich für mich selbst attraktiv (ein bisschen dick auftragen muss jetzt kurz sein).

Beim Sport ist es vermutlich wie bei allen anderen Sachen bei mir auch: Wenn es keine intrinsische Motivation gibt, dann geht gar nichts. Und die habe ich jetzt gefunden. Vor allem der ganze Raum für Gedanken erinnert mich immer wieder daran, wie gut Laufen mit tut. Ein Yeah an meinen Körper, der das alles mitmacht!

Linkschau #26

Jedes Mal muss ich nachgucken, bei welcher Zahl in dieser Reihe ich angekommen bin. Mittlerweile also wohl zum 26. Mal und zum letzten Mal in diesem Jahr. Credit where credit is due. Ich habe so viele Beiträge in der pipeline, aber keinen Kopf und keine Zeit, um mich damit zu befassen. Viele Ideen. Alle verschwinden im Sand.

In der New York Times schreibt David Finch über Liebe und die RZB (Romantische Zweier-Beziehung) und wie er gelernt hat, Verantwortung für sein eigenes Glück zu übernehmen. [Englisch]

Simone schreibt bei der Mädchenmannschaft über Rassismus und Fremd- und Selbstwahrnehmung.

Im Legal Tribune Online schreibt Ulrike Lembke über Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland, den legalen Rahmen und den Prozess gegen Kristina Hänel.

Ibrahim Arslan schreibt in der ak über das Erinnern an die Opfer rechter Gewalt und wie schwierig es ist, das Schweigen zu brechen.

Bei kleinerdrei schreibt Levi über Leitkultur und Jüdisch-Sein in Deutschland.

Auf „Don’t degrade Debs, Darling!“ geht es dieses Mal um Namen.

Konrad Litschko schreibt in der taz über den NSU-Prozess und die Reden der Nebenkläger*innen/Angehörigen der Opfer.

Anna Akana hat ein Video darüber gedreht, dass es okay ist, nicht okay zu sein (so heißt auch das Video, duh) und dass es wichtig ist, auch die Gefühle zuzulassen, die oftmals scheinbar nicht okay sind. [Englisch]

Robot Hugs hat einen Comic über sexuelle Gewalt an Kindern gemacht. [Englisch; TW: sexuelle Gewalt, grooming]

In an.schläge schreibt Brigitte Theißl über Klassismus und Sprache, und dass es eine Lösung dafür braucht.

November Recap

Ich bin total müde und der Post schon einen Tag zu spät, deswegen halte ich mich kurz.

Diesen Monat habe ich zwei Filme gesehen, beide in der Sneak: Suburbicon lief Anfang des Monats und war meiner Meinung nach eine ziemlich gut gemachte Metapher. Schwer anzugucken aufgrund der ganzen Gewalt auf allen Ebenen. Wind River lief Ende des Monats und war aufgrund der ganzen Gewalt auch sehr schwer anzusehen (hier scheint es eine Kontinuität zu geben). Ich fand den Film etwas zynisch, da er Native American Women gewidmet war, und die Geschichte sich dann doch um mehrere Männer und ihre (nicht verarbeiteten) Emotionen drehte. Wenn eins sich noch nie damit beschäftigt hat, regt der Film sicher dazu an, sich mal mehr mit der Gewalt gegen Native American Women in den USA zu bechäftigen, was ein stark unterrepräsentiertes Thema ist.

An Serien habe ich einiges geguckt oder wieder angefangen. Wie immer Grey’s Anatomy. Das ist jetzt allerdings in der Winterpause. Dann habe ich wieder angefangen, Teen Wolf zu schauen, die 5. Staffel habe ich durch, die 6. Staffel zur Hälfte. Und dann ist es bald vorbei. Außerdem Star Trek: Discovery, das ist jetzt auch in Winterpause. Von Rita habe ich noch eine Folge geguckt, irgendwie finde ich die Serie doch anstrengend und gucke sie vermutlich nicht weiter. Dann habe ich Pretty Little Liars wieder aufgenommen. Da bin ich gerade in Staffel 4. Und auf Empfehlung habe ich die erste Folge von Good Girls Revolt geguckt, da werde ich auf jeden Fall weitermachen.

Ich habe im November nur ein einziges Buch gelesen und zwar Schmerzliche Heimat – Deutschland und der Mord an meinem Vater von Semiya Şimşek. Das Buch war sehr gut und berührend und erschreckend. Da schreibe ich entweder Ende des Jahres nochmal mehr zu, oder vielleicht schon vorher. Jetzt bin ich zu müde, um kohärente Gedanken dazu zu verfassen.

An Musik möchte ich zwei Dinge empfehlen. einmal habe ich Jessie Ware sehr ins Herz geschlosen und es gibt eine tolle Live-Aufnahme von ihr, die ich nur empfehlen kann.

Und dann ist da ja noch Adele. Dazu habe ich ja in meinem letzten Post schon was gesagt, und mehr ist dem auch nicht hinzuzufügen. Ihren Auftritt in der Royal Albert Hall gibt es auf youtube.