Jane, Lindy Hop und die Transnationalität

Es gibt Dinge, und vor allem Bücher, die sich an eine*n ranschleichen und im richtigen Moment kommen. Dieses Jahr habe ich schon ein solches erwischt mit „all about love“ von bell hooks. Gerade habe ich „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte ausgelesen. Das war auch so ein Buch, von dem ich dachte: aha! Das kommt im richtigen Moment. Ich mochte zwar nicht diesen starken Fokus auf Religion, außerdem ist das Buch ziemlich heteronormativ und -konservativ UND in allen möglichen Nebensätzen finden sich diverse Rassismen. Es ist ein Buch seiner Zeit, auf jeden Fall. Aber die Entwicklung, die Jane durchmacht, ist total spannend und von sehr viel Reflexion ihrerseits begleitet. Den Kommentar, den es dazu gibt, habe ich auch sehr gerne gelesen, weil er Dinge nochmal sehr gut in einen Kontext setzt. Ich mochte das Buch wirklich sehr gern. Die Story im Groben kannte ich schon von dieser youtube-Serie, deswegen war nichts wirklich überraschend. Aber es war gut geschrieben und Janes Entwicklung nachvollziehbar.

Ansonsten war ich gestern auf einer Lindy Hop-Party, die mich an sich nicht so überzeugt hat. Meine Tanzpartner*innen waren wie immer wundervoll und ich merke, wie viel Spaß mir die Sache macht. Und auch, dass ich länger nicht da war und ein bisschen raus bin beim Charleston. Das wird wieder! Die nächsten Wochen versuche ich, fleißiger dahin zu gehen. Unterricht hat eh Pause, Übung muss trotzdem sein. Naekubi hat vor ein paar Tagen auch einen Text zu Lindy Hop und Whitewashing geschrieben, den ich sehr hilfreich fand, um mir nochmal explizit in Erinnerung zu rufen, dass Lindy Hop ein schwarzer Tanz ist. Bei uns ist es so, dass es genau eine Schwarze Person in der Gruppe gibt, alle Anderen (inklusive mir) sind weiß. Seit Naekubis Artikel kann ich den Tanz auf jeden Fall nochmal besser wertschätzen und einordnen. Gestern bei der Party liefen auf jeden Fall Tanzperformances im Hintergrund, die dann auch tatsächlich historische Aufnahmen waren, in denen Schwarze Menschen getanzt haben. Das fand ich von den Organisator*innen ziemlich gut.

Heute wollte ich eigentlich zu einem Workshop zur Dokumentarischen Methode gehen, aber dann bin ich beim Skypen mit U. in der Türkei hängen geblieben und habe gemerkt, dass wir tatsächlich transnationale Leben führen. Immer wieder, jeden Tag aufs Neue, mit den wundervollsten Menschen. U. und ich haben uns auf jeden Fall zweieinhalb Stunden verquatscht, was ziemlich witzig und cool war. Und jetzt geht’s an die Vorbereitung des Kolloquiums. Handout und so’n Quatsch. Auf auf!

 

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