2016 II/…

Wie war das nochmal mit dem Motto? Healing, growing, loving.

Anfang des Jahres war ich ja nicht so sicher, ob ich nochmal was zu diesem Motto zu sagen haben würde, aber heute habe ich nochmal nachgelesen, was ich dieses Jahr schon so geschrieben habe, und da sind ein paar Gedanken aufgepoppt, die ich seit ein paar Tagen in meinem Kopf habe. Ich bin immer noch beim healing und growing (das growing geht ganz schön ab, ist schmerzhaft und schwierig und lehrreich und manchmal auch lustig oder absurd). Ich bin aber auf jeden Fall auch voll beim Lieben dabei und habe dazu ein paar Gedanken. (Und alle so: yeah!)

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen viele Gespräche geführt über Lieben und Liebesbeziehungen und möchte erstmal konstatieren, dass übers Lieben eigentlich nur gesprochen wird, wenn es um Liebesbeziehungen geht.[1] Über alle anderen Formen von Liebe außerhalb von Liebesbeziehungen wird reichlich selten gesprochen. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, jemals besonders viel mit Freund*innen oder Verwandten darüber gesprochen zu haben, ob wir uns lieben und wenn ja, wie das aussieht und was das eigentlich bedeutet. Aber auch das ist glaube ich eine andere Geschichte, als die, die ich gerade erzählen möchte.

Wenn ich es mir recht überlege, dann habe ich wahrscheinlich in letzter Zeit auch mehr über Liebesbeziehungen und Beziehungskonzepte gesprochen als über Liebe. Vielleicht ist es aber an der Zeit, mehr über Liebe zu sprechen. Wenn mensch so Sachen gegen die Norm macht wie ich (also Heiraten und dann alles, was laut Gesellschaft dazu gehört, nicht[2]), kommt mensch an den Punkt, wo mensch viele Gespräche führen muss, was mensch denn da eigentlich so macht. Viele Gespräche waren anregend und spannend. Manche sind verletzend. Ich hinterfrage selber ziemlich viel, was ich da tue, und manche Gespräche lösen noch mehr Selbstzweifel aus. Manche werfen mich auch einfach aus der Bahn und hinterlassen mich dann Tage später in Tränen, weil ich vielleicht doch alles „falsch“[3] mache. Und manchmal merke ich, dass andere Menschen sich, genauso wie ich manchmal, sehr krass an so Begriffen wie „Ehe“ festhalten und dann das gefühlte Totschlagargument[4] kommt: „Aber Ihr seid doch verheiratet!“

Ich will eigentlich mal weg von diesen Begriffen, weil sie mir gerade nicht so wichtig sind. Viel mehr möchte ich eigentlich doch über Liebe reden. Ist es nicht egal, wie ich etwas nenne? Ist es nicht egal, welche Pläne ich mache? Oder nicht mache? Ist es nicht egal, was Andere sagen?

Gerade merke ich nämlich etwas Anderes. Ich liebe. Einfach so. Ohne Zwang. Ohne zu versuchen, diese Liebe in irgendwelche Konzepte oder Formen zu pressen. Die Liebe ist gerade einfach so da. Sie ist nicht hochromantisch und rosarot, aber das muss sie auch nicht sein.[5]

Für mich äußert diese Liebe sich darin, dass wir Zeit miteinander verbringen, wie und wann und wo wir wollen. Dass wir die Dinge tun, auf die wir Lust haben. Dass wir uns melden, wenn wir wollen, und wir uns darauf verlassen können, dass die andere Person sich zurückmeldet, wenn wir sie nicht erreichen können. Diese Liebe bedeutet für mich auch, dass ich mich darin sicher fühle. Auch ohne große Versprechen oder Garantien. Und das ist gerade einfach ein gutes Gefühl, mit dem es mir gut geht, mit dem ich mich wohl fühle, mit dem ich gut leben kann.

Egal was die Anderen sagen.

———

[1] Wenn denn überhaupt übers Lieben gesprochen wird und nicht über andere Dinge in Bezug auf Liebesbeziehungen, aber das ist nochmal eine andere Geschichte.

[2] Darauf will ich jetzt nicht näher eingehen

[3] = Abseits der Norm. Ich halte das nicht für falsch, was ich hier tue.

[4] Für „Andere“, nicht für mich

[5] Über die Gefühle von D., oder wie er sie bezeichnen würde, kann ich nicht sprechen. Das wäre anmaßend.

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