Rückschau #4

Die letzte Woche war voll und turbulent. Das war von vornherein klar, und ich war darauf vorbereitet. Und obwohl es voll war, war es auch schön. Anfang der Woche habe ich, wie immer, gearbeitet. Da ich den Rest der Woche frei hatte, ließ es sich leider nicht vermeiden, an zwei Tagen wenigstens ein bisschen zu arbeiten.

Am Freitag habe ich passend zu meinem Leben diesen Artikel zur Abschaffung der Ehe gelesen, dem ich voll und ganz zustimme. Wie der Artikel ganz wunderbar erläutert, gibt es in unserem Staat keine Möglichkeit, Verantwortung für Menschen zu übernehmen (seien es nun Partner*innen oder Mitbewohner*innen oder Freund*innen). Die einzige Möglichkeit ist die Ehe (und Adoption), und mensch muss mit dem arbeiten, was ihm*ihr zur Verfügung steht. Ich bin also immer noch gegen die Institution Ehe und gegen die beharrliche Verweigerung des Staates, etwas Anderes als die Hetero-Ehe anbzuerkennen. Warum kann ich keine legale Verantwortung für meine Mitbewohner*innen übernehmen? Warum gibt es keine Möglichkeit, mit den Menschen, mit denen ich wohne, eine legale Gemeinschaft zu bilden, die gemeinsam lebt und wirtschaftet und damit auch ähnliche Vorteile bekommt wie eine Ehepartnerschaft? Warum gibt es für Menschen, die einander lieben, keine legale Sicherheit ihr Leben zusammen verbringen zu können, außer wenn sie verheiratet sind? Warum gibt es keine Anerkennung für Beziehungsmodelle abseits der Heteronormativität? All das erschließt sich mir nicht.

Am Freitag war auch die Jubiläumsfeier des IMIS und die Absolvent*innenfeier von L. Ich habe fotografiert, Sekt getrunken und Torte gegessen. Das war ziemlich famos. Aber es gab auch sehr viele Reden, mindestens eine davon war zu lang, der Beitrag der Studierenden wurde natürlich in der Prsse überhaupt nicht erwähnt, obwohl wir eine Aktion gegen die Asylrechtsverschärfung gestartet haben, aber das war vielleicht auch zu erwarten.

Am Samstag gab es eine Soliparty, auf die wir alle ganz wunderbar solidarisch gegangen sind. Solidarisch haben wir uns auch T-Shirts besorgt und für Bier musste ich nichts zahlen, weil. Es gab gute Gründe oder so. Um Mitternacht hat S. Sekt besorgt und ich habe mit meinen Mitbewohner*innen angestoßen auf das Leben. Tanzend. Mit Sekt. Und ganz viel Liebe. Die Musik war ziemlich ziemlich genial, vor allem die beiden Ska-Bands waren hübsch und haben ganz tanzbare Musik gemacht. Es war wirklich ehrlich ein toller Abend mit tollen Menschen, schönen Gesprächen und lustigen Momenten.

Sonntag hatte ich ja dann Geburtstag. In der WG gab es ein großes, ausgedehntes, saugeiles Frühstück mit Überraschungsgast. Es gab Blumen, und Geschenke, selbstgebackenen veganen Schokokuchen, Geburtstagslieder und die interessante niederländische Tradition, das Geburtstagskind auf einem Stuhl tatsächlich hochleben zu lassen. Ich habe wieder einmal gemerkt, dass ich in einer wundervollen und sehr heilsamen WG wohne. Diese Menschen sind toll und voller Liebe und manchmal weiß ich auch nicht, wie ich dahin gekommen bin. Es tut auf jeden Fall sehr gut. Danach war ich bei meinen Eltern, wo es noch mehr Kuchen und noch mehr Geschenke gab. Es war vergleichsweise anstrengend, was aber eventuell zu erwarten gewesen wäre. D. war nicht dabei, was es mir ein bisschen schwerer gemacht hat, glaube ich. Jetzt bin ich wieder zuhause, heute Morgen hatte ich einen inhaltlich interessanten aber didaktisch schlecht durchgeführten Workshop, der weiter entwickelt werden soll, was ich sehr sehr spannend finde. Mal schauen, wie sich das alles so entwickelt. Uiuiui.

Jetzt lege ich mich lieber hin, bevor ich heute Abend wieder arbeiten muss. Gute Nacht!

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