Die Bienen sind tot, lang leben die Bienen

Ja, die Bienen sind tot. Sie haben den Winter nicht überlebt. Es könntedafür mehrere Gründe geben. Genau werden wir es nie wissen. Letzte Woche haben wir erst neues Zubehör gekauft, was bedeutet, dass es jetzt bei uns rumsteht und wir nichts damit anfangen können. Weil die Bienen tot sind.

Es war ehrlich gesagt ein sehr trauriger Anblick, als ich am Samstag mit dem Imker vor den Bienenstöcken stand. Keine einzige Biene war mehr da, dafür ganz viele tote Bienen auf dem Boden. Nichts hat sich bewegt.

Jetzt müssen wir den Bienenstock schließen, damit sich keine anderen Bienen darin einnisten können. Mehr dürfen wir nicht machen, weil es immer noch ein Sperrgebiet gibt, wegen der Faulbrrut. Also dürfen wir nichts hin oder weg transportieren. Wir können kein neues Volk bekommen. Wir warten also, und denken darüber nach, ob wir das überhaupt weiter machen wollen. C. will auf jeden Fall, ich bin mir nicht so sicher. Ich habe das Grfühl, dass wir die Bienen im Stich gelassen haben, und auch wenn sie klein sind, sie sind immer noch Lebewesen und die lässt mensch nicht einfach so im Stich. Dann sterben sie nämlich. Und das ist traurig.

Abgesehen davon haben alle Bienen, die noch leben, mittlerweile angefangen auszufliegen. Es ist warm genug für ein neues Bienenjahr. Lang leben die Bienen!

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Über den Alltagsrassismus in unseren Köpfen und was das mit BHs zu tun hat

Dass Rassismus blöd ist, würden die meisten Menschen unterschreiben. Dass sie selbst rassistisch sind, würden die wenigsten Menschen so sehen. Theoretisch habe ich nie wirklich verstanden, was daran so schwer zu erkennen ist. Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft, die ihre kolonialen Einflüsse verschweigt und den Holocaust in die Geschichtsecke verbannt hat, wo wir ihn nur angucken müssen, wann wir wollen. Es ist kein Wunder, dass wir alle rassistische Dinge denken, sagen oder tun. Und es ist auch nicht besonders schwierig, das nachzuvollziehen oder anzuerkennen.

Was schwierig ist, ist die praktische Umsetzung. Ich behaupte gerne von mir selbst, dass ich über solche Dinge aufgeklärt bin. Aber wie schwierig es in der Praxis ist, die eigenen rassistischen Denkmuster zu erkennen und dann zu bekämpfen, das habe ich erst letztens wieder gemerkt. Ich hatte mit einer Freundin ein Gespräch über BHs und ohne nachzudenken, habe ich mich über die „hautfarbenen“ BHs in der Boutique lustig gemacht. Meine Freundin hat mir bestimmt dreimal gesagt, dass wir doch lieber beige sagen sollten (denn die BHs waren ja genau das, nämlich beige) und ich habe erst am nächsten Tag gemerkt, was an meiner Aussage so problematisch war.

Wie gesagt, die BHs waren beige. Diese Farbe mit Hautfarbe gleichzusetzen, bedeutet gleichzeitig, andere Hautfarben für das nicht Normale, die weiße/beige Hautfarbe allerdings als das Normale darzustellen. Dadurch werden Menschen nicht-weißer Hautfarbe herab gesetzt, als nicht normal gestempelt und verletzt. Das nennt mensch dann Rassismus.

Mittlerweile habe ich verstanden, dass meine Aussage rassistisch war. Es tut mir Leid, und es wird mir nicht wieder passieren.

Ich bin mir allerdings sicher, dass in meinem Kopf weiterhin Aussagen und Wertvorstellungen herum schwirren, die genau diese Art von Rassismus abbilden. Dieses Mal hatte ich Glück: ich hatte eine Freundin, die mich darauf hingewiesen hat. Beim nächsten Mal vielleicht nicht, und dann kommt es vielleicht so weit, dass ich etwas Rassistisches sage oder tue, und dabei jemenschen verletze. Daher sehe ich es als meine Aufgabe an, mein Bestes zu tun, um diese gedanklichen Strukturen zu identifizieren und auszumerzen. Das ist es auch, was ich unter antirassistischem Engagement und Aktivismus verstehe: am besten fängt mensch bei sich selbst an.

Wer sich mehr mit dem Thema beschäftigen möchte, kann dies (auf Deutsch) gerne unter folgenden Stellen tun:

Noah Sow

Der braune Mob

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und gute Nacht!