I promise to be good

Heute gibt es Datteln, und Schokolade, das ist viel besser als Tee. Zumindest an manchen Tagen. Eigentlich wollte ich über Weihnachten schreiben, aber ich weiß gar nicht, ob das so interessant ist. Was mir auf jeden Fall durch den Kopf gegangen ist, ist Folgendes:

Die wenigsten Leute in meinem Umfeld sind religiös. Wenn ich so überlege, fallen mir vielleicht zwei Menschen, die mir nah sind, ein, die religiös sind (meine Familie jetzt mal ausgenommen). Aber wir feiern alle Weihnachten. Der gedankliche Sprung zu „Weihnachten hat nichts mit Religion zu tun“ ist da. Juhu! Da wollten wir alle schon mal hin. Ist ja auch irgendwie nicht so, als wäre das eine grandiose Erkenntnis oder so.

In der WG haben wir einen gemeinschaftlichen Adventskalender, was uns allen sehr viel Freude bringt. Jede*r bekommt drei Geschenke, und am Ende gibt’s noch Geschenke für die WG insgesamt. Da ich die erste war, die Geschenke bekommen hat, ist es für mich bald vorbei mit Auspacken, aber dann kommt ja noch Weihnachten selbst. Also kein Grund zur Sorge. (Ich habe übrigens eine ganz wundervoll flauschige Kinderwärmflasche mit Pinguinen bekommen und ein spannendes französisches Buch über Revolution. Revolution!)

Auf dem Küchentisch stehen Kerzen, und der Adventskrank to go von meiner Omma. Licht ist also auch da. Genug, um uns in dieser furchtbaren, kalten und deprimierenden Zeit über Wasser zu halten. Alle Menschen um mich herum wünschen sich nette Dinge. Vom Studiengang aus gibt es eine Wichtelaktion und mit ein paar Kommilitoninnen gibt es ein Weihnachtsfrühstück. Alles scheint auch in der Uni ein bisschen gechillt zu sein. Klar, Dinge müssen immer noch erledigt werden. Aber keine*r drängt besonders.

Wir essen viel Schokolade und Schokolade und trinken Tee in Massen. Ich laufe quasi permanent mit Wärmflasche rum und die Playlist mit Weihnachtsmusik läuft ganz oft im Hintergrund (gerade nicht, ich probiere grad ne neue Band aus). Aber all das hat für uns alle sehr wenig mit Weihnachten zu tun. Ich kann nicht sagen, was es für andere Menschen bedeutet, aber für mich bedeutet es, eine Zeit, in der ich sehr dankbar für Menschen bin, die ich liebe und die für mich da sind. Es bedeutet Zeit mit Familie (und ich benutze dieses Wort im weitesten Sinne, den ich mir vorstellen kann, weil es genau das ist, was es für mich bedeutet). [„There’s an old proverb that says you can’t choose your family. You take what fate hands you. And like them or not, love them or not, understand them or not, you cope. Then there’s the school of thought that says the family you’re born into is simply a starting point. They feed you, clothe you, and take care of you until you’re ready to go out into the world. There you find your own tribe.“] Es beudetet Schenken, vor allem Zeit und Geduld. Und es bedeutet Vergeben, auch wenn ich darin nicht sonderlich gut bin.

Weihnachten bedeutet auch immer Stress, und es bedeutet eine Melancholie, die ich nicht erklären kann. Dieses Jahr bedeutet es auch, dass die Depression und die Neurodermitis wieder da sind. Zwei treue und nicht sonderlich hilfreiche Begleiter. Ich habe ja schon über Depressionen gesprochen, und trotzdem sehr lange mit mir gehadert, ob es wieder so weit ist, aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass es wieder so weit ist. Manche Tage sind leichter als andere. Aber es ist wieder so weit. Schließlich ist Weihnachten.

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