And it drove me wild

Teehat doch immer wieder beruhigende Wirkung. Zumindest diese Tasse Salbeitee direkt neben mir. Und Tegan & Sara, die über Liebe singen, tun auch einiges dafür, um meine Laune wieder ein bisschen zu heben. Die wochen ziehen einfach so an mir vorüber, weil ich so viel zu tun habe, dass ich kaum gemerkt habe, dass es schon fast November ist. (Offensichtlich habe ich’s doch bemerkt, denn sonst könnte ich ja nichts darüber sagen, haha.)

Die Bienen machen uns Sorgen. (Ja, ich habe einen Bienenstock zusammen mit meiner Mitbewohnerin C. und die müssen jetzt überwintern.) Vielleicht sind die krank, und das Veterinäramt war am Sonntag da und hat Proben genommen. Jetzt müssen wir so circa zwei Wochen auf die Ergebnisse warten. Wir hoffen natürlich, dass sie doch nicht krank sind, weil sie ganz wundervolle Bienen waren, die super ruhig und emsig sind. Auf der anderen Seite hätten C. und ich bedeutend mehr Zeit für andere Dinge, wenn wir uns nicht mehr um die Bienen kümmern müssten. Das klingt böse, und ist es bestimmt auch, aber die Zeit ist einfach sehr knapp für uns beide.

Abgesehen davon hatte ich einige interessante Begebenheiten auf der Arbeit. Ich hab ein wenig überlegt, ob ich darüber schreiben soll, aber es erscheint mir doch irgendwie sinnvoll. Es ist vollkommen egal, auf welcher meiner beiden Arbeitsstellen es passiert ist und wer genau involviert ist, das dürfte ich wahrscheinlich eh nicht sagen, Datenschutz und so, auf jeden Fall wurde ich letzte Woche auf der Arbeit gefragt, ob besagte Person mich küssen dürfe. Ich habe daraufhin nein gesagt und mir wurde nur erwidert, dass das ja ein Test gewesen wäre und dann wurden mir Ferrero Küsschen geschenkt. Ich fand das sehr befremdlich und unangenehm. Leider habe ich erst letztes Wochenende wirklich die Zeit gefunden, darüber nachzudenken, und dann entschieden, am Montag mit meiner Arbeitsstelle darüber zu sprechen.
Ich würde diese Frage jetzt mal als sexuelle Belästigung einstufen, und im Arbeitskontext auch als höchst unangebracht. Ich habe dies alles meinen Vorgesetzten geschildert und musste dann feststellen, dass der Umgang mit Sexismus auf dem Arbeitsplatz irgendwie nicht so gut vorbereitet ist. Scheinbar weiß keiner, wie damit umgegangen werden sollte. Denn die ersten Dinge, die ich zuhören bekam, waren „Das meint er bestimmt nicht so“ und „Das habe ich ja so von der Person noch gar nicht gehört“. Zwei Dinge, die sehr deutlich meine Aussagen und meine Gefühle missachtet haben. Später wurde mir noch gesagt, dass andere Personen auch schon so angesprochen wurden und wir bei der Person einfach „ein dickeres Fell“ haben müssten und die anderen so belästigten Personen diese Kommentare als „harmlos“ einstufen würden. Auch das finde ich in der gegebenen Situation eine Zumutung. Damit wurde mein Unwohlsein mehrfach missachtet bzw. als nicht relevant dargestellt, was mich im Grunde noch zusätzlich verunsichert hat und mir außerdem das Gefühl gegeben hat, dass ich mich besagter Situation besonders anstellen würde.
Nach weiterem Nachdenken über die Situation muss ich allerdings sagen, dass ich das nicht so sehe. Ich bin weder überempflindlich noch habe ich die Situation falsch gedeutet und den Umgang seitens der Leitung mit meiner Situation fand ich genauso unangebracht wie die Situation an sich. Vor allem im Arbeitskontext finde ich so eine Art von Annäherung vollkommen deplatziert, und da spielt es keine Rolle, ob ich in einer Beziehung bin oder nicht, oder wie ich mich kleide. Es war nie irgendwie die Rede davon, dass ich mich der Person irgendwie annähern wollen würde, und ich habe die Person in dieser Hinsicht auch nie ermuntert.
Ich habe die Person selber nochmal darauf angesprochen und mein Unwohlsein kund getan. Ich habe auch nochmal darauf hingewiesen, dass ich diese Art von Verhalten unangebracht finde. Die Person hatte wohl nicht damit gerechnet, dass ich nochmal darauf eingehen würde, und hat sich entschuldigt und meinte, er „wolle mir nicht zu nahe treten“. Auch diese Aussage finde ich paradox, da der Vorschlag eines Kusses, egal ob lustig oder ernst gemeint, zwangsläufig eine Form von Nähe suggeriert oder herstellen will. Abgesehen von meiner Herangehensweise an das Thema ist und wir von der Leitung auch nichts mehr geschehen, was ich sehr enttäuschend finde. Momentan denke ich darüber nach, nochmal eine schriftliche Stellungnahme dazu zu formulieren. Wahrscheinlich werde ich aber nochmal meinen nächsten Arbeitstag abwarten, um zu sehen, ob die Person nochmal dazu Stellung nimmt.

Tja. Solche Dinge passieren dann mal einfach so auf der Arbeit und plötzlich muss ich mich allein gelassen fühlen. Als ob ich nicht schon genug andere Dkinge hätte, über die ich mir Gedanken machern müsste. Zum Beispiel, ob ich im Dezember von meiner anderen Arbeit endlich mal frei bekomme, damit ich nicht irgendwann vor lauter Arbeit zusammen breche. Das wäre doch auch mal eine sehr entgegen kommende Geste, die ich wirklich wert schätzen könnte. Aber das klärt sich ja dann am Sonntag. Bis dahin sind es ja noch zwei Tage.

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