Linkschau #39

Spät dran, ich weiß. Who cares. Seit Montag war die Woche ein Chaos, und ich auch. Montag erstaunlicherweise so krank, dass ich um 18 Uhr ins Bett gegangen bin. Dafür dann um 2 Uhr morgens wach, nachtgearbeitet, und abends auf ein Konzert. Und aus unerfindlichen Gründen (haha) war der Rest der Woche dann unendlich anstrengend. Heute ist es besser. Heute ist Alleine-Tag und es macht mich so glücklich. Nur ich. Alleine. In meiner Wohnung. Und in der Sonne eben schon und dann später. Wie schön. Nun aber genug von mir und mehr zu dem, was ich empfehlen kann.

Lex Croucher spricht über ihr Burnout und ich fühle mit ihr. Vieles davon kenne ich von mir, oder von Freund*innen. Und viel mehr gibt es dann auch nicht zu sagen, außer, dass wir aufhören müssen zu müssen. [Englisch, Video]

DasNuf schreibt darüber, wie wir unsere To-Do-Listen verkleinern können: nämlich, in dem wir auf Aufgaben verzichten. Und die Frage nach dem Warum scheint mir doch sehr hilfreich, denn meine Vermutung wäre, dass die Antwort häufiger als gedacht „weil man das so macht“ ist, und das ist ja im Grunde ziemlich unbefriedigend.

In an.schläge schreibt Bärbel Danneberg übers älter werden, Autonomie und Solidarität, und irgendwie auch die große Frage, wie wir miteinander leben wollen.

DJ Ferguson schreibt in Racebaitr über die Frage, ob es wirklich Gleichheit ist, die wir wollen und erklärt, warum sie das nicht möchte. [Englisch]

Im Internet geht es im Moment viel ums Aufräumen und um Marie Kondo. Ich frage mich, ob das an ihrer Netflixshow liegt? Keine Ahnung. Den Hype um sie gibt es schon länger und ich habe ein paar Artikel dazu gelesen. Unter anderem einen Artikel von Joshua Becker, indem er sich fragt, ob ihre Frage („Does it spark joy?“) die richtige Frage ist, um auszumisten. [Englisch]

Das war’s auch schon. Wie schön. Klein und fein.

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Januar Recap

Dieses Mal in einem etwas anderen Format. Gelesen habe ich folgendens (übrigens in den ersten zweieinhalb Wochen des Monats, danach nichts mehr):

Brandon Sanderson, Skyward – Claim the Stars

Skyward ist der erste Band einer Science Fiction-Serie (Trilogie?). Es geht um Spensa, die in den armen Vierteln ihrer Kolonie unter der Erde aufwächst. Spensa kümmert sich um ihre Familie, indem sie in den unerforschten Tunneln um die Kolonie herum Ratten fängt, die ihre Mutter dann an die Arbeiter*innenschaft verkauft. Spensa und ihre Familie leiden darunter, dass Spensas Vater, ein früherer Pilot, als Feigling beschimpft wird und ihre Familie deswegen von vielen geschnitten wird. Spensa möchte, wie ihr Vater, Pilotin werden, und kämpft darum, sich diesen Traum erfüllen zu können. Die menschliche Kolonie auf dem Planeten Detritus wird regelmäßig von Aliens, den Krell, angegriffen und die Pilot*innen kämpfen gegen diese Angriffe, um die überlebende Menschheit zu schützen. Wer oder was die Krell genau sind und warum sie die Menschheit angreifen, ist unklar.

Das Buch beschreibt die Welt und das Geschehen aus Spensas Perspektive. Am Anfang musste ich mich ein wenig an Spensa gewöhnen, weil sie eine sehr große Klappe und eine ungewohnte Art sich auszudrücken hat. Ich hab mich schnell daran gewöhnt und es hat mich noch mehr gefreut, dass dieser Aspekt von Spensas Persönlichkeit im Laufe des Buches explizit thematisiert wurde und Spensa eine gut geschriebene und plausible Charakterentwicklung durchgemacht hat. Das Buch war seit langem mal eins, bei dem ich wirklich mitgefiebert habe und wissen wollte, wie es weiter geht. Einerseits, was Spensas Geschichte angeht, und auch, was die Geschichte um ihren Vater angeht. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil, und freue mich jetzt schon darauf, ihn irgendwann lesen zu dürfen.

Virginie Despentes – King Kong Theorie

King Kong Theorie ist eine Sammlung von in sich geschlossenen Essays von Virginie Despentes. Es ist eine Mischung aus feministischen Essays und Berichten aus ihrem Leben. Despentes‘ Sprache ist teilweise sehr vulgär und direkt, was ich sehr mochte. Sie bringt die Dinge aus ihrer Sicht gut auf den Punkt. Ihre Ansichten waren teilweise ein bisschen anders als die, die ich schon kannte, was vermutlich daran liegt, dass sie aus dem französischen Diskurs kommt und nicht aus einem englischsprachigen. Einige ihrer Theorien über Pornographie und Männlichkeit fand ich sehr anregend und habe ich so nie vorher gehört. Besonders eindrücklich und überzeugend fand ich, wie sie Vergewaltigung mit Todesangst verbunden hat. Der Essay hat mich sehr angesprochen und hat auch gut zu meinen eigenen Erfahrungen gepasst. Aus dieser Perspektive betrachtet, haben einige Erlebnisse aus meinem eigenen Leben mehr Sinn gemacht. Ich stimme nicht mit all ihren Ansichten überein. Insgesamt war es ein zum Nachdenken anregendes Buch, das ich nicht am Stück, sondern immer wieder mit einigem Abstand gelesen habe.

Charles Dickens – Weihnachtserzählungen

Das Buch habe ich vor ewigen Zeiten von meiner Oma geschenkt bekommen und ich bin nie dazu gekommen, es zu lesen. Ende 2018 habe ich dann angefangen. Es enthält drei Kurzgeschichten, von denen die erste die Weihnachtsgeschichte um Scrooge ist. Die war kürzer als ich dachte, und erinnert mich sehr an meine Kindheit. (Da der Disney-Film dazu auch kürzer war als ich dachte, macht das wohl das voran geschrittene Alter.) Die anderen drei Geschichten waren durchmischt. ‚Das Heimchen am Herd‘ fand ich dabei am schönsten, auch von der Moral der Geschichte her. Die anderen beiden, ‚Der Kampf des Lebens‘ (vorhersehbar) und ‚Die Glocken‘ (moralisch fragwürdig) fand ich nicht besonders ansprechend. Angenehm und leicht geschrieben waren sie alle, deswegen gut zu lesen. Ich stimme nur nicht immer mit Dickens‘ Moralvorstellungen überein.

Somaiya Daud, Mirage

Vorweg: Ich mochte das Buch. Ich mochte, dass es viele weibliche Charaktere gab, die schöne und komplizierte Beziehungen zueinander haben. Ich mochte auch den arabischen (irgendwo habe ich marokkanisch gelesen) Einfluss. Das ist das erste Mal, dass ich das in Fantasy/Sci-Fi lese. Der Anfang des Buches las sich langsam, dann ab der Mitte des Buches ging es von der Geschichte her richtig los und ab da konnte ich das Buch auch nicht mehr weglegen. Die Storyline ist nicht besonders innovativ und teilweise sehr vorhersehbar, und lässt sich gleichzeitig sehr gut lesen. Ich bin auf den weiteren Verlauf gespannt und hoffe auf ein paar spannende Sachen.

bell hooks, All About Love

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich das Buch in den letzten drei (?) Jahren gelesen habe. Vermutlich drei oder vier Mal. Es hat mich dieses Mal nicht mehr so beeindruckt wie bei den letzten Malen, und ich konnte immer noch einiges daraus mitnehmen. Es ist ein bisschen wie eine Erinnerung an die Dinge, die mir wichtig sind und eine Frage, wie ich leben und Beziehungen führen möchte. Ich würde es nach wie vor sehr empfehlen.

Diesen Monat habe ich nur einen Film gesehen, und auch den nur halb. L. und ich haben Harry Potter and The Goblet of Fire angefangen zu gucken (auf Neujahr), und nach der Hälfte waren wir 1. zu müde und 2. zu genervt. Was ist mit den Haaren der Leute im Film los? Und warum ist Harry noch nerviger und langsamer als sonst? I don’t know!

An Serien habe ich das Weihnachtsspecial von The Chilling Adventures of Sabrina gesehen. Hat mir gut gefallen. Magie und tolle Frauen und spannende Storyline. Jajaja. Dann habe ich eine Folge Friends geguckt, zum Zeitvertreib. Ich bin ja jetzt wieder am Anfang. Außerdem habe ich zwei Folgen Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events gesehen. Jetzt hänge ich wieder. Irgendwie bleibe ich immer in der Mitte einer Storyline hängen. Egal. Die ganze Serie ist mittlerweile online, von daher kann ich ja ganz entspannt weiter gucken. Dann ging Grey’s Anatomy wieder los, und ich habe genau eine Folge gesehen und es war toll und ich mochte es sehr. Mit S. gucke ich Gravity Falls, wann immer wir mal dazu kommen. Es geht also sehr langsam voran, und belustigt mich immer noch sehr. Und zuletzt habe ich noch die zwei neuen Folgen Star Trek Discovery geschaut, als ich nach meinem Umzug so fertig war, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Yay!

Ach ja, umgezogen bin ich auch. Und wenn das hier online geht, dann bin ich im Urlaub, and that’s a really good thing.

Linkschau #38

Ich komme irgendwie nicht dazu, das hier zu schreiben. Dabei sind die Tabs schon offen! Also, los geht’s, bevor was Neues dazwischen kommt:

Geschichte. Es ist lustig, denn das ist mein Job. Ha! [Englisch]

Jennifer Thorp schreibt auf Autostraddle über die queere Geschichte des geschorenen Kopfes. Ich fühle mich gleich wieder inspiriert, das auch mal wieder zu tun. Geht gerade nicht, aufgrund von Gründen. [Englisch]

Bei kleinerdrei schreibt Johanna, was für sie Verbündete sind, und wie sie dazu kam, diesen Begriff zu nutzen.

DasNuf schreibt über den Tod. Über den von anderen Menschen, und über den eigenen.

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Anna-Sarah darüber, warum das Aufteilen von Aufgaben bei heterosexuellen Paaren nicht klappt.

Anne Helen Petersen schreibt bei BuzzFeed darüber, warum unsere Generation (ich weiß nicht, ob unsere, denn ich weiß nicht, ob meine Leser*innen der gleichen Generation angehören, also vielleicht eher meine Generation) die Burnout-Generation ist und wie das Leben in diesem System (Kapitalismus) uns zu nervösen und ständig ausgepowerten Menschen gemacht hat. Leider auf Englisch, für alle ein lesenswerter Artikel.

Bei kleinerdrei schreibt Francis Seek über Klassismus und Erben.

Kelsey Piper schreibt über künstliche Intelligenz und warum sie uns zerstören könnte und wir sie, gefälligst!, ernst nehmen sollten.

In dieser WDR-Doku geht es um Polyamorie mit Kindern. Ich finde die Doku sehr wertschätzend und respektvoll. Auch ein einfacher Einstieg, wenn eine sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat. (Ich habe auch Kritik daran, z.B. dass Polyamorie sich in diesem Fall nur mit sexuellen Beziehungen befasst, was mMn nicht so sein muss.)

In der Zeit, weil sie es dürfen, ein Artikel über Schwangerschaftsabbrüche.

Johanna Montanari schreibt im Freitag über Überstunden, und wieviele davon unentgeltlich geleistet werden.

In der Zeit schreibt Caroline Rosales über Kaiserschnitte und bietet einen anderen Blick auf Geburt, als es in letzter Zeit zu lesen ist.

Dezember Recap

Guten Morgen in 2019! Ich gewöhne mich schon mal daran, die Jahreszahl zu schreiben. Dann fällt es auf der Arbeit nicht so schwer.

Im Dezember habe ich nicht so viel gelesen, obwohl ich gerade bestimmt drei Bücher gleichzeitig rumliegen habe, die alle noch nicht fertig gelesen sind. So ist das manchmal. Durchgelesen habe ich nur Girls of Paper and Fire von Natasha Ngan. Ich habe das Buch mehr oder weniger in einer Nacht durchgelesen, und es dann meiner Schwester zurückgegeben. Es ist eine Fantasygeschichte und es geht um Lei, die mit acht anderen Mädchen dazu ausgewählt wurde, dem Dämonenkönig als menschliche Frau zu dienen (und dienen impliziert hier auch sexuelle Dienste). Lei findet sich nicht mit ihrem Schicksal ab und wehrt sich dagegen. Und dann verliebt sie sich. Und das finde ich an diesem Buch besonders schön, denn sie verliebt sich in eine Frau (und das ist in der Fantasy nicht so selbstverständlich) und es wird ganz selbstverständlich behandelt. Jetzt geht es natürlich noch irgendwie weiter in der Geschichte, allerdings dauert es bestimmt noch, bis die Bücher rauskommen.

Geschaut habe ich erstmal Mickey Mouse A Christmas Carol. Das habe ich schon lange nicht mehr gesehen, und ich hatte auch vergessen, dass es so kurz ist. Nach der Geschichte von Dickens wundert mich das nicht mehr, denn die ist auch ziemlich kurz. Mit S. habe ich Love Actually gesehen, der ja irgendwie zu Weihnachten gehört für mich. Einen Tag später habe ich dann eine Review darüber gelesen, die natürlich alle problematischen Dinge auf einen Punkt gebracht hat. Gut, dass erstmal ein Jahr vergeht, bevor ich den Film wieder gucken möchte. Oder möchte ich das nicht mehr? In der Sneak habe ich kurz vor Weihnachten The Wife gesehen. Den Film fand ich ziemlich großartig. Ich gestehe, dass ich mir den Twist schon in den ersten Sekunden gedacht habe und vielleicht soll es auch kein Twist sein, weil der Titel schon alles sagt. Es geht um die Frau eines Schriftstellers, der den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat. Die beiden fahren mit ihrem Sohn nach Schweden, um den Preis entgegen zu nehmen und dabei wird die Geschichte des Paares in Flashbacks erzählt. Kurz vor Weihnachten habe ich dann noch Wie im Himmel mit S. geschaut. Das ist mein liebster Chorfilm und hat mich auch dieses Mal zum Weinen gebracht. Ich finde die Musik so schön und berührend.

An Serien habe ich Broadchurch angefangen, da ich keine spannende Serie hatte, die ich geguckt habe und Broadchurch ist schon länger auf meiner Liste. Ich habe viel Gutes über die Serie gehört, wusste gar nichts (hier waren keine Spoiler auch gut) und habe im letzten Monat alle drei Staffeln geguckt. In der ersten Staffel geht es um die beiden Polizist*innen Hardy und Miller, die mit dem Tod eines Jungen in Broadchurch konfrontiert sind und den Fall lösen müssen. Die beiden folgenden Staffeln behandeln andere Fälle und behandeln auf eine sehr liebevolle Weise auch immer noch die Nachwirkungen des ersten Falles. Sehr empfehlenswert. Die Serie ist auch optisch sehr ästethisch. Dann habe ich eine Folge Gravity Falls gesehen, das ich überraschenderweise lustig fand, und ungefähr zwei Folgen Avatar.

Jetzt ist das Jahr 2018 vorbei. In den letzten Tagen ist mir vor allem dieses Lied in den Ohren hängen geblieben:

Und mein Horoskop vom letzten Jahr war ein bisschen wahr. Das liegt sicher nur an den geschickten Formulierungen.

Habt einen schönen ersten Tag im Jahr 2019!

Linkschau #37

Ich bin ein bisschen spät dran. Ich denke schon seit Tagen, dass ich das hier schreiben sollte. Dann hatte ich nie die Energie. Ich frage mich, ob er wohl jetzt fertig wird?

Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, schreibt darüber, was falsch im Wissenschaftssystem läuft und wie der Umgang mit Nachwuchswissenschaftler*innen verbessert werden kann.

Bei kleinerdrei schreibt Tobias Betzin darüber, wie Kleidung uns zu dem macht, wie wir uns fühlen. Sehr interessanter Essay über Kleidung und Armut.

Brigitte Theißl schreibt bei an.schläge über künstliche Intelligenz und wie wichtig es ist, dass diese Forschungs- und Entwicklungsfelder nicht nur von weißen Männern bedient werden.

Bei umstandlos schreibt Louisa Kamrath über die Geburtshilfe in Deutschland. Nichts Neues, wenn eine sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, dafür gut zusammen gefasst.

Jason Hickel und Martin Kirk schreiben in FastCompany über den Kapitalismus und wie er das eigentliche Problem unserer Zeit ist. Auch hier nichts Neues. Was ich daran interessant finde, ist, dass es offenbar vor allem Leuten in meinem Alter und jünger so geht, dass sie die Probleme des Kapitalismus erkennen. Vielleicht, weil wir am stärksten darunter leiden. [Englisch]

Nerdwriter philosophiert in einem seiner neuesten Videos darüber, warum es so wenige Smartphones in den beliebtesten Filmen gibt. [Englisch, Video]

Auf Spektrum schreibt Bettina Wurche darüber, was wir aus dem Ohrenschmalz von Walen lernen können und wie wir das Ökosystem der Tiere zerstören.

Bee schreibt auf autostraddle über Hippie-Pants, und warum sie sich darin gleichzeitig schön und schuldig fühlt, und warum sie sie trotzdem trägt. [Englisch]

Ich habe einiges rausgelassen, weil ich mich zu müde fühle, es in einen Kontext zu setzen. Und ich glaube, auch weil mich die Themen ermüden, weil die Probleme alt und die Lösungen weit weg sind. Vielleicht, weil ich manchmal einfach politikmüde werde und weil es anstrengend ist, in dieser Welt zu leben.