kindness

In der letzten Woche hatte ich ein paar kleine, freundliche Begegnungen mit Menschen, die ich nicht kenne und die ich vermutlich auch nicht wieder sehen werde. Jede dieser Begegnungen hat mich glücklich gemacht, auch wenn diese Momente so kurz sind, dass sie in der Ansammlung an Momenten, die wir Leben nennen, nicht besonders herausstechen. Ich kenne ja oft nicht mal die Namen dieser Menschen. Wie zum Beispiel von dem Mann, der extra angehalten hat, um mir anzubieten, mich zum Nationalpark mitzunehmen. Oder der Mann (dessen Namen ich zwar kenne, aber das spielt hier nur eine untergeordnete Rolle), der das Hauslicht für mich ausgemacht hat, damit ich die Sterne besser sehen konnte

Und es hat geholfen! Ich hab noch nie den Nordstern von alleine erkannt, und jetzt weiß ich sogar, wie ich ihn finde. Yeah! Und den Oriongürtel und Kassiopeia und die Pleiaden. Leider konnte ich die Milchstraße im Winter nicht sehen. Dsfür garantiere ich Euch, dass ich die Sterne noch nie so hell und deutlich gesehen habe. Und so nah kamen sie mir vor!

Und dann waren da natürlich noch die Frauen in der Frauenbibliothek, die unglaublich freundlich waren und mich einbezogen haben, obwohl ich das erste (und einzige?) Mal da war. Besonders inspirierend fand ich die über Achtzigjährige, die diesen Sommer alleine nach Uzbekistan fährt und mich ermuntert hat, genau das zu machen, was ich will und schön weiter alleine zu reisen.

Keine dieser Begegnungen war zu warten und es waren nicht mal die einzigen, die mich berührt haben. Nur die letzten. Es hat richtig Spaß gemacht, diese Menschen zu treffen und mich aufgemuntert. Abseits von Stress und Arbeit gibt es kindness. (Weil es für kindness keine gute Übersetzung ins Deutsche gibt, bleibe ich bei kindness.) Und hiermit haben wir wieder eine dieser offensichtlichen Erkenntnisse, die ich sehr gerne in die Welt hinausposaune. Leute, es gibt noch kindness in der Welt! Das wusstet Ihr schon? Das ist e für Euch. Ich freue mich und hoffe, dass Ihr sie oft erleben dürft, denn es fühlt sich super an.

Was ansonsten zu meiner guten Laune beigetragen hat war Harley Quinn/Birds of Prey. Nach dem Film hab ich mich gefühlt, als würde mir die Welt gehören. Ich denke, der Film hat also seine Funktion erfüllt.

Mehr Harley Quinn. (Alle auf Englisch.)

Arundhati Roy über Friedhöfe, Indien und Pakistan und Kashmir und ein bisschen über Kunst in schweren Zeiten. (Englisch)

Wie in den USA Defamierungsanklagen genutzt werden, um Überlende sexueller Gewalt einzuschüchtern. (Englisch)

 

Hartnäckig

WordPress sagt mir, ich bin seit 10 Jahren auf WordPress. Wow! Heute seit zehn Jahren! Das ist eine lange Zeit. Am Wochenende hat Jan Hofer in der Tagesschau gesagt, dass das Sars-Virus 17 Jahre her ist. Wow. Ich kann mich gut daran erinnern. Wir kommen also zu der Zeit, in der Dinge, die fast 20 Jahre her sind, Dinge sind, an die ich mich gut erinnern kann. Ein eindeutiges Zeichen des älter Werdens. Ich sage das hier ganz ohne Wertung. Es sind lediglich Dinge wie diese, die mich daran erinnern. Nicht mehr und nicht weniger.

Traurigkeit ist ein Gefühl, das sich nicht so leicht wegreden lässt. Manchmal kommt Traurigkeit als Wut raus. Vermutlich, weil Wut ein Gefühl ist, mit dem es uns leichter fällt umzugehen. Wut ist aktiv und anregend (wenn auch manchmal destruktiv) und bringt uns in Schwung, in die Welt. Wut ist so sehr nach außen gerichtet und es wundert mich kein bisschen, dass Traurigkeit manchmal zu Wut wird. Es ist so viel einfacher, wütend zu sein als traurig.

Traurigkeit ist irgendwie schwer. Sie wiegt viel. Sie sitzt und sitzt und starrt eine an, als wolle sie sagen „und nu?“. Und Du sitzt gegenüber und zuckst mit den Schultern.

Bei Traurigkeit kann ich nicht viel tun als dabei zu sitzen. Kein Mensch, kein Ding kann machen, dass sie verschwindet. Ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, sie irgendwie leicht oder schnell loszuwerden. Sie sitzt einfach schwer und gemütlich auf ihrem Arsch, bis sie keine Lust mehr hat. Ja, es wird erträglicher, wenn ich süße Videos gucke oder die Trauer in etwas Anderes verarbeite. Und dann? Dann hebest Du den Kopf und siehst sie immer noch da sitzen. Traurigkeit ist hartnäckig und schwer und schwer zu ertragen. Wie Müdigkeit, die durch schlafen nicht besser wird.

Die einzige Lösung, die ich habe, ist also mit der Traurigkeit sitzen bis sie geht. Sie anzustarren und zu fühlen und zu ertragen. Ich sehe nichts schlechtes in Traurigkeit, auch wenn sie wie Wut häufig als negatives Gefühl bezeichnet wird. Traurigkeit, wie jedes andere Gefühl, sagt ja vor allem etwas darüber aus, wie ich (oder Du) mich gerade zur Welt verhalte. Und wir brauchen auch Platz für Traurigkeit. Hier, da kannst Du sitzen und mich anstarren und ich starre zurück und zucke mit den Schultern. Und warte, dass sie wieder geht.

Ein Film, der Platz für Traurigkeit lässt, ist Little Women. Und hier ist die Review, die alles sagt, was ich auch gedacht habe. Nur dass ich keine*n Ex in New York habe. [Englisch]

Ein alter Text über Utopie und Technik und Klimawandel und Menschlichkeit. [Englisch]

Wie wir über Beziehungen nachdenken und was das mit dem Film Marriage Story zu tun hat. [Englisch]

Warum Kunst nur Bedeutung hat, wenn Menschen sie erleben. [Englisch, Video, ab Minute 5:48; natürlich darf auch das ganze Video angeguckt werden]

 

Im Körper verankert

Ich wollte hier gar nicht schreiben. Ich wollte eine Auszeit nehmen, und das auch hier ankündigen. Dann hatte ich dafür irgendwie keine Zeit mehr, und jetzt sitze ich hier und schone meine Knie, weil ich offenbar schon ziemlich alt geworden bin. Oder meinen Körper überschätze. Eins von beidem. Deswegen hatte ich die letzten beiden Tage viel Zeit zum Denken und bin auf etwas gestoßen, was mir in den letzten Wochen und Monaten immer wieder aufgefallen ist.

Ich bin ein sehr verkopfter Mensch. Ich verbringe sehr viel Zeit in meinem Kopf (wie vermutlich viele Menschen, wie sollten wir auch je da raus kommen?), und ich habe ein großes Talent für Tagträumereien und Eskapismus. Ich kann mich sehr lange in meinem Kopf aufhalten, ohne mit anderen Menschen zu reden. In meinem Kopf ist unendlich viel Platz für Wünsche für mein eigenes Leben (und sehr bunte Ausmalungen dessen), Ideen für Geschichten und philosophische und reflektierende Gedankenspiralen. Es hört nie auf. Wenn ich mich nicht selber daraus hole, und das ist nicht immer einfach.

Interessanterweise treffe ich meine Entscheidungen meist nicht nach langem Überlegen, sondern nach meinem Bauchgefühl. Manchmal wäre es vermutlich schlau, etwas mehr über Dinge nachzudenken, bevor ich sie tue. Sonst würde ich vermutlich nicht hier sitzen und meine Knie schonen.

Wie kriege ich mich selbst aus meinem Kopf heraus? Jedes Mal, wenn es passiert, fällt mir auf, wie leicht und erleichternd es ist. Das Verrichten von sehr alltäglichen Dingen oder Arbeiten macht es meistens möglich. Kochen. Brote schmieren. Spülen. Duschen. Tätigkeiten, die keine große Denktätigkeit benötigen, weil mein Körper weiß, was er zu tun hat. Diese Tätigkeiten erinnern mich daran, dass ich ein Körper bin, als Körper existiere. Und dass ich nicht nur ein herumfliegendes Gedankengeschwader bin. Sondern dass ich existiere, hier und jetzt, und dass meine Finger Sachen tun, dass mein Körper sich bewegt ohne viel zu denken. Tanzen ist eine andere Tätigkeit, die das schafft. Mit oder ohne Musik, gerade lieber mit, in diesem Moment, in diesem langweiligen und tristen Raum, mit Regen vor dem Fenster, ist es eine Erinnerung, dass ich bin. Hier. Jetzt. In dieser Realität. Wie weit auch immer die sich in meinen Gedanken ausdehnen kann. Eine andere Sache, die hilft, ist das Beobachten von anderen Menschen. Das regt zwar auch mein Geschichtengehirn an, und gleichzeitig erinnert es mich, dass auch andere Menschen existieren. Im Hier und Jetzt.

Ich weiß nicht, ob das ein besonders revolutionärer Gedanke ist. Es ist, für mich, ein tröstender Gedanke, und das reicht mir. Es ist auch eine Erinnerung daran, dass wir auch in der Wissenschaft vielleicht so tun können als wären wir nur Kopf und Gedanken, und gleichzeitig nicht vergessen sollten, dass wir durch unsere Körper an einen bestimmten Standpunkt, eine bestimmte Perspektive gebunden sind, aus der wir nur schwer raus können. Und die nicht mehr und nicht weniger richtig oder valide ist als die einer anderen Person.

So viel zu den Dingen, die mir im Urlaub durch den Kopf gehen. Hier nun noch meine Empfehlungen zum Lesen:

Wie sehen wir eigentlich Farben und was sagt uns das über Realität? [Englisch]

Warum Darwin nicht ganz Recht hatte und Kooperation auch wichtig für Gesellschaften ist. [Englisch]

Wie die MENA-Region zu dem geworden ist, was sie heute ist, und warum es anders ist, als der Westen häufig denkt. [Englisch]

Welche Bedeutung ‚I Will Survive‘ für die LGBTQIA*-Community hat. [Englisch]

Warum Sookee ihre Rap-Karriere beendet und Musik für Kinder macht. (Die übrigens auch ziemlich gut ist. Zu finden jetzt als Sukini.) [Deutsch]

Movie Club: The Prestige

Dieser Beitrag wird zu einem Großteil auf Englisch verfasst sein. Ich bin Teil einer Online-Schreibgruppe und wir haben einen Movie Club eröffnet, in dem wir jeden Monat einen Film gucken und dazu eine Review schreiben. Denn, wie ich neuerdings gelernt habe, sind Frauen beim Reviewen von Filmen unterrepräsentiert. Deswegen und weil ich mich seit dem letzten Jahr sowieso vermehrt damit beschäftigt habe und mich darin üben wollte, werde ich jetzt ein Mal im Monat einen Film besprechen. Sobald die Besprechungen der anderen Teilnehmerinnen online sind, werde ich sie hier in meinem Beitrag verlinken, sodass potentielle Leser*innen sich ein multiperspektivisches Bild von dem jeweiligen Film machen können. (Links am Ende der Review.)

Außerdem gibt’s noch Lesehinweise, unter der Weiterlesen-Linie.

Spoilers for The Prestige

The Prestige is a movie about two magicians (the performance show kind, not the Gandalf kind) who start out as apprentices for the same magician and end up in a cycle of revenge and rivalry for the spot of „best magician“. The movie plays with the concepts of reality and illusions not only in the competition between Angier and Borden, but also as a movie itself. As a viewer, I was again and again fooled by the movie and therefore, proved the point. (More on that later.) I can only marvel at the complexity of the storyline with its time jumps and twists and turns at every corner because it all works and is a well thought through storyline (all my respect here!). I wanna highlight a few points about the movie that stood out to me and had my head turning for the rest of the night.

Let’s start with Borden and Angier. I liked the movie and was very fascinated by it. Despite the fact that the two protagonists, Angier and Borden, are two very unlikeable characters. During the movie, I was sometimes swayed in favor of one and then the other, and in the end leaned more towards Borden. After a good night’s sleep, I have to admit that I don’t really like any one of them. They are both morally ambiguous characters with shady agendas. I understand some of their actions, until a certain point. I understand that Angier is angry, upset and confused about the death of his wife, caused by Borden. I understand that he would want some kind of closure, or in his case revenge (which is a somewhat difficult topic for me, so let’s spare it here). I also understand that Borden feels wrongly accused because of his double nature, although this only made sense to me at the very end of the movie (with the last big reveal). I even understand their drive to be the best, or at least, be better than the other person. What I don’t understand is their recklessness with which they pursue it, harming many other people along the way. It ties in with a quote from the movie about following our obsessions who will, in the end, kill us. It is a good piece of foreshadowing and ushered as a warning to Angier who disregards it, eventually leading to his death. Same goes for Borden. He doesn’t hear the sentence in the movie, and it still applies to him and leads to his actual and metaphorical death. Angier and Borden push each other to extreme measures in their pursuit to surpass the other, eventually killing them both (in a way) and harming other people on the way. Olivia also speaks along the same lines when she tells Borden that he and Angier deserve each other which illuminates once more the obsession they hold for each other.

Apart from the fact that Angier and Borden are trying to surpass each other, I want to highlight their recklessness and disregard for other people. This is especially visible with the women in the movie. Angier’s wife, Julia, is the catalyst for the conflict between Borden and Angier and serves no other obvious purpose. The same goes for Sarah, Olivia and even Jess (Borden’s daughter whose name we only learn in the very end). The women in the movie seem to me like plot devices who serve as the men’s objects of desire. Julia dies in the first couple of minutes of the movie, fueling the conflict between Angier and Borden. Olivia and Sarah have little angency. Olivia moves from being Angier’s mistress to being Borden’s mistress and is disregarded by both. Angier sends her away to spy on Borden for him which turns her against him. This move makes her an important character in the plot, but she has no real life to herself. She is merely there to serve the conflict between the two men. In Borden’s life, Olivia competes against Sarah, Borden’s wife, and eventually leaves Borden after Sarah’s death because she is repulsed by his lack of caring. As Sarah, Olivia only uses her agency when she leaves Borden. Sarah is the most interesting of the women. She marries Borden and the two have a daughter, Jess. Sarah is the one who calls Borden out on his strange behaviour regularly and she actually seems to sense his secret. I am still undecided if she actually KNEW or what her version of the story would have been. Nevertheless, she knows something is wrong with Borden and she tries really hard to be with him until she uses her agency to commit suicide and therefore leave Borden and her daughter behind. All three women fuel the conflict between Angier and Borden, they’re objects of desire and a cause for envy and jealousy of the men who want to possess one or another of the women. Jess, Borden’s daughter, is actually mostly a piece on a chessboard that they circle around.

Furthermore, I want to point out that Borden’s relationship to Sarah and Olivia is actually quite abusive. Borden who is actually not one person but two (twin brothers) who „share a life“ as he puts it is in a relationship with Sarah and Olivia at the same time. As Borden explains later, one of the brothers is in love with Sarah while the other is in love with Olivia. It is actually the biggest reveal (for me) in the movie and one that explains most of Borden’s really werid behaviour previously. It is foreshadowed the whole time with Sarah being able to tell when Borden actually means the „I love you“s and when he doesn’t. Why is it an abusive relationship? Because neither Sarah nor Olivia consented to this relationship. Both think that Borden is ONE person while he is not and Borden at one point explains how the shared life was enough for him and his brother while it wasn’t for the two women. This is obvious to me because they never actually ASKED the women, so why would it be enough for them? They were clearly in this relationship for whole Borden, not a part of him. I am not sure if I would actually call it rape but there could be made a case for it because Borden deceives both women, taking away their agency and their basic ability to consent (so rape) which eventually drives Sarah to her suicide. (Side note: I’ve always been wondering if Jess might have been able to tell that Borden was actually two people, but I didn’t pay enough attention and would have to watch the movie again to make a statement on the case, but it’s interesting to think about.)

I actually liked the reveal about Borden and Fallon being brothers and frequently switching places. It made so much sense and is foreshadowed so early in the story and is also very important to highlight how Borden and Angier are different. When they go to see Chung Ling Soo – another magician-, Borden sees through Soo’s trick at once while Anguier has no clue BECAUSE BORDEN IS LIVING THE SAME PRETENSE. (Of course, a different pretense, but he is living a pretense to make his best illusion, The Transported Man, just like Soo is living his pretense to make his goldfish illusion.) Angier cannot even fathom to living a lie like this which is, I think, the biggest difference between them.

Which leads me to the birds. Throughout the movie, we see a lot of birds. Often in combination with a trick where a magician makes a bird „disappear“ and then makes the bird come back from somewhere else. Originally, the trick involves killing a bird and bringing another bird back. I read this part of the story as a metaphor about „getting your hands dirty in the magic business“. We can see that on different occasions, and it again highlights the difference between Borden and Angier and how they push each other in certain directions. In the beginning of his career, Borden assists a magician with this trick which is how he meets Sarah. Her nephew points out that the bird has been killed while Sarah tries to comfort him that it hasn’t and Borden can’t lie to the boy. (I actually liked that part about Borden.) Nevertheless, Borden is complicit in the killing of the birds, showing his ability and willingness to get his hands dirty for the job, and ties in with him living for the illusion and the tricks, denying a part of his life (his brother). Angier doesn’t want to do the trick when he goes solo. His ingénieur Cutter constructs a device that actually allows Angier to perform the trick without harming the bird, only after he made sure that Angier would be willing to hurt the bird in the first place. It is very clear that Angier doesn’t feel comfortable with killing the bird and is relieved when he doesn’t have to. He appears to be a person who wants to live according to his ideals, and not harm other people. When he wants to show the trick on stage and requires two volunteers, Borden assists (who Angier has wounded before) and destroys his bird, killing the bird, injuring the other volunteer and hindering Angier’s career. Borden pushes Angier in the direction of getting his hands dirty for his profession. It fuels the cycle of revenge in which they find themselves and eventually leads to the ultimate „dirtiness“ of Angier’s choices.

In the end, Angier and Borden both have to make sacrifices, but they sacrifice other people for their own benefit. I don’t doubt that it hurts them, but it is not really their sacrifice. While Borden’s behaviour leads to Sarah’s and his brother’s death, Angier’s behaviour leads to the death of 101 of his „clones“. While Angier is directly responsible for more dead people (and also partly responsible for Borden’s brother’s death because he lands him in prison), I think both make terrible choices and sacrifice and harm others along the way, only to get back at the other person. Angier lies to himself until the end, pretending all he did was to see the look on people’s faces when they see his tricks while the movie shows us clearly that both do what they do for success, fame and revenge. And Cutter is right when he calls Angier out on it, calling it a child’s obsession. It is childish and self-righteous what both of them are doing. This is what makes them so unlikeable.

The storyline about Tesla was a nice bit. In the beginning, I just liked it because Tesla. In hindsight, I also like it because it adds another layer on top with the whole illusion/reality theme because Tesla’s invention is handled as „real magic“ within the story whereas as a viewer, I also know it’s another illusion in the movie, as in: it’s not real in our reality.

All in all, I appreciated the movie. It asks a lot of very good questions about what we do for success and fame and how far we are willing to go to get what we think we deserve. The fact that I could barely sleep because my brain was turning over all these questions in my head shows me that it’s actually a quite good story. It was also very well executed because it conveyed its message on different levels. In the beginng of the movie, Cutter explains how illusions work in three parts, the last of them being the Prestige. And the whole movie works that way. Cutter explains that the audience is aware that it’s a trick but doesn’t look carefully enough at it because it actually doesn’t want to know how the trick works. The sentence is repeated in the end of the movie and spoke directly to me because all the revelations are foreshadowed quite well, and I was still wondering the whole time how things could be that way and when the „reality“ was revealed, I always knew that I should have known and actually wished somehow I didn’t need to know that Angier killed all his clones or that Borden sacrificed his brother for his career and his own life with his daughter. So, it was well executed, asked many good questions and made me think quite a lot. And that despite there being maybe two likeable characters (Cutter and Sarah).

3/5 stars (would have gotten 4 if it weren’t for the awful treatment of women)

Read V.T.’s review

Read Dolby’s review

Read Bea‘s review

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Ladies

Ich habe zwei Sonntage ausgelassen, weil Dinge. Jetzt bin ich wieder da, mit meiner letzten Liste. Der Liste, die alles gestartet hat. Die, nach der alle anderen Listen kamen. Sie kommt am Ende, weil ich mich am meisten auf sie gefreut habe, und sie der Abschluss dieser Listen sein sollte. Ich weiß noch nicht, wie es mit den Sonntagen weiter gehen soll, denn bis auf die Listen habe ich noch nicht. Beziehungsweise, für nächste Woche habe ich voraussichtlich was, und dann brauche ich nur noch ein Thema, bis ich im Urlaub bin (und da mache ich NICHTS).

Okay, los geht’s mit der Liste. Es geht um wundervolle Frauen in Geschichten. Und ich habe beschlossen, dieses Mal ein paar Frauen hervorzuheben, die „unlikeable“ sind. Also Frauen, die häufig als schwierig empfunden, von den Zuschauer*innen nicht gemocht oder für ihre Entscheidungen verurteilt werden. Warum? Männlichen Charakteren wird es grundsätzlich zugestanden, ambivalent zu sein, sie werden dafür sogar hoch gelobt. Frauen wird es immer wieder vorgeworfen.

Wie immer ist die Liste in keiner bestimmten Reihenfolge, und wie immer Spoiler Alarm, und ich starte mit der Frau, die diese Liste inspiriert hat.

  • Maeve Wiley (Sex Education)

maeve

Sex Education war eine wundervolle Serie, die mir empfohlen wurde. Dann, weil sie wundervoll ist (und nächste Woche mit der zweiten Staffel startet), habe ich sie weiter empfohlen. Fast alle der Charaktere in Sex Education sind, für mich, sehr nahbar und sympathisch. Alle haben ihre eigenen Probleme und müssen mit den Konsequenzen leben. Ein froßer Teil, warum ich die Serie mag, ist Maeve. Das liegt nicht nur daran, dass ich sie unglaublich attraktiv finde und auf ihren Stil stehe, sondern auch daran, dass ich ihren Charakter sehr spannend finde. Maeve kommt aus ärmlichen Verhältnissen und musste sich viel alleine durchschlagen. Ihre Mutter ist drogenabhängig und verschwunden. Ihr Bruder ebenfalls. Zu Beginn der Serie lebt sie alleine in einem Camper auf einem Campingplatz, was sie vor den meisten anderen Menschen in der Schule geheim hält. Um Geld zu verdienen schreibt Maeve für andere Schüler*innen ihre Hausaufgaben, denn Maeve ist eine gute Schülerin und ziemlich intelligent. Sie muss auf sich selbst aufpassen, und das merkt man sofort an ihrem Verhalten. Und auch wenn sie sich manchmal egoistisch verhält, finde ich ihr Verhalten oft sehr verständlich. Ich kann sehen, wo sie herkommt, und ich verurteile sie dafür sie nicht, sondern ich bewundere auch teilweise, wie sie mit Dingen umgeht und sich im wahrsten Sinne des Wortes durchschlägt. Maeve Wiley ist eine Person, die sich um viele Dinge keinen Deut schert, und die doch das Herz am richtigen Platz hat.

Warum sie diese Liste inspiriert hat? Eine der Personen, denen ich die Serie empfohlen habe, findet sie unsympathisch und manipulativ. Und das konnte ich so nicht stehen lassen. Vor dem Hintergrund, dass seit Jahren von „starken Frauen“ gefaselt wird, und diese „starken Frauen“ immer noch perfekt sein müssen, ist diese Liste, angeführt von Maeve, den Frauen (oder Mädchen) gewidmet, die nicht auf den ersten Blick sympathisch sind.

  • Lyra Belacqua (His Dark Materials)

lyra

Seit es eine Serie zu His Dark Materials (eine Trilogie, die auf Deutsch keinen Trilogie-Titel hat; entspricht den Büchern Der Goldene Kompass, Das Magische Messer und Das Bernstein-Teleskop) schwirren Lyra und ihre Welt im Internet durch die Gegend. Die Welt von His Dark Materials begleitet mich schon sehr lange, und im Nachhinein muss ich sagen, dass Lyra vielleicht die einzige Heldin eines Fantasy-Buches war, die ich gelesen habe, im Gegensatz zu den ansonsten vorwiegend männlichen Helden. (Später kam z.B. Tintenherz. Und tatsächlich habe ich Der Goldene Kompass noch vor Harry Potter gelesen. Lyra war also vielleicht mein erster richtiger Zugang zu Fantasy. Allein deswegen verdient sie hier einen Platz.)

Lyra war für mich persönlich immer eine sehr sympathische Heldin. Ich mochte sie gerade, WEIL sie sich nicht dafür interessiert hat, was Erwachsene gesagt haben. Lyra war schon immer eine Person mit ihrem eigenen Kopf, rebellisch, ein Mädchen, das gerne lügt. (Und da wurde mir auch schon klar, dass ich Lyra nicht besonders ähnlich war, denn im Gegensatz zu Lyra, die immer ohne mit der Wimper zu zucken lügen konnte, fiel mir das immer so schwer, dass ich bis heute denke, man kann mir das am Gesicht ablesen.) Lyra ist auch deswegen eine schwierige Heldin, weil sie viele Fehler macht. Ob es Rogers Tod ist, oder die Tatsache, dass sie Pantalaimon am Zugang zur Unterwelt zurück lassen muss. Lyra macht Fehler, und sie muss die Konsequenzen ihrer Handlungen tragen und sie leidet darunter. Und auch wenn sie nicht unbedingt ein Rollenmodell ist (die ganze Lügerei, und so egoistisch!), ist sie eine sehr nahbare Heldin, genau deswegen, wegen ihrer Fehler und der Konsequenzen, die sie mit erhobenem Kopf trägt.

  • Lisbeth Salander (Millenium Trilogie)

lisbeth

Es ist nicht so leicht für mich über Lisbeth Salander zu schreiben, weil es schon länger her ist, dass ich die Millenium-Trilogie gelesen habe (Verblendung, Verdammnis, Vergebung). Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich danach traurig war zu lesen, dass Stieg Larsson gestorben ist und er eigentlich noch drei weitere Bücher hatte schreiben wollen, denn die Geschichte um Lisbeth war auf jeden Fall noch nicht zu Ende. Das habe ich auf jeden Fall bedauert.

Lisbeth ist eine Frau, die in ihrem Leben viel durchgemacht hat, und die dadurch hart geworden ist. Eine ähnliche Richtung wie bei Maeve, nur viel extremer. Lisbeth macht die Drecksarbeit für Mikael Blomkvist und ist Hackerin. Sie hat meist ihre eigene Agenda und scheut vor Gewalt beim Erreichen ihres Zieles nicht zurück. Trotz allem war sie mir sympathisch. Vermutlich WEIL sie ihre eigenen Ziele und ihren eigenen Kopf hatte. Für eine detaillierte Beschreibung reicht meine Erinnerung leider nicht.

  • Jessica Jones (Marvel’s Jessica Jones)

jessica

Ah, Jessica Jones. Bevor ich mehr schreibe sollte ich sagen, dass ich nur die erste Staffel gesehen habe. Darüber hinaus oder zu den Comics kann ich nichts sagen.

Jessica Jones ist auch nicht das, was normalerweise als Vorbild gelten würde. Sie trinkt zu viel Alkohol, sie vergräbt sich in Arbeit, sie pflegt kaum soziale Beziehungen. Jessica hat gute Gründe für ihr Verhalten und ihre traumatische Vergangenheit wird sehr schnell offen gelegt. Dann ist Jessica immer noch abwehrend und versucht andere Menschen von sich zu halten. Die einzige Person, die sie an sich ran lässt, ist Luke Cage, und das ist in sich eine moralisch schwierige Geschichte. Und gleichzeitig ist Jessica auch eine Person, die ihr Herz am rechten Fleck hat. Sie sorgt sich um Menschen und sie kümmert sich um Menschen, und wenn es drauf ankommt, dann ist sie da, um zu beenden, was sie begonnen hat und um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Ich fand die ganze Geschichte der ersten Staffel ziemlich beängstigend und faszinierend. Jessicas Gegner, Kilgrave, ist so beängstigend und ihre Erfahrungen mit ihm sind so nahbar für viele Situationen, in denen Frauen sich in durch Gewalt geprägten Beziehungen wiederfinden. Das war eine sehr gut gemachte Storyline, und eine durchweg beängstigende. Wie Jessica Jones sich da durch gekämpft hat, wird immer beeindruckend für mich sein.

  • Circe (Circe von Madeline Miller)

circe

Circe kennen vielleicht einige aus der griechischen Mythologie. Ich wusste nicht so viel über sie, als ich das Buch gelesen habe. Circe ist eine Göttin, die Tochter des Sonnengottes Helios und der Nymphe Perse. Da ihr Vater Helios ein Titane ist, gehören Circe und ihre Familie nicht zum Olymp. Sie leben in Helios‘ Palast und das entscheidende Ereignis in Circes Leben ist, als Prometheus für seine Sünde (aka seine Liebe zu den Menschen) bestraft wird. Diese Szene prägt Circe für den Rest ihres Lebens.

Genauso wie ihre drei Geschwister entdeckt Circe irgendwann, dass sie zaubern kann. Eine Fähigkeit, die so mächtig ist, dass die Götter*innen sich vor ihr fürchten und Zeus von Helios verlangt, sie zu bestrafen. Circe wird auf eine Insel verbannt und lebt dort zurückgezogen. Nur manchmal bekommt sie Besuch von Gestalten, die aus den griechischen Mythen bekannt sind, wie Odysseus oder Dädalus. Circe ist sehr viel alleine, was das Buch interessant macht, weil wir viel in ihrem Kopf sind. Sie ist nicht besonders sympathisch. Sie ist rachsüchtig und rebellisch. Und am Ende immer wieder zu nett, wenn sie den Menschen beisteht, die sie verletzt haben. Circe hadert, mit dem unsterblichen Leben, mit den Götter*innen und den Menschen, mit ihrer Strafe. Und dann macht sie immer weiter. Das Ende hat mich sehr berührt und ich habe mich wirklich gefreut. Das ganze Buch ist eine Entwicklung, die genau auf diesen Punkt zu läuft und es ist wunderschön, das zu lesen.

  • Elektra (Pose)

elektra

Elektra war mir lange Zeit unsympathisch (weil ich Blanca so gerne mag; wäre die Kategorie nicht unsympathische Frauen, wäre Blanca auch auf der Liste und zwar als allererste). Elektra ist egoistisch und selbstsüchtig und interessiert für die Leben und die Gefühle von anderen Menschen keinen Deut. Sie ist schließlich auch nicht durch Freundlichkeit dahin gekommen, wo sie ist. Sie hat sich dafür angestrengt und sie sieht nicht ein, warum sie anderen Personen einen Gefallen tun sollte. Elektra ist zu allererst für sich selbst da, und dann kommt lange Zeit auch niemand anders.

Elektra bekommt eine tolle Entwicklung über die zwei Staffeln. Sie ist am Ende immer noch eher egoistisch und rechthaberisch. Und gleichzeitig bekommen wir die Gelegenheit, ihre hilflose und liebevolle Seite zu sehen. Sie fängt an sich für andere Menschen einzusetzen, und es ist schön das zu sehen, ohne dass sie ihren Charakter dabei verliert. Sie ist immer noch harsch und unnachgiebig, stolz und egoistisch. Und fabulous.

So viel zu meinen Listen. Mir haben sie sehr viel Freude bereitet. Zum Abschluss noch zwei Artikeln, die ich in den letzten Wochen sehr gerne gelesen habe. Und dann ist es auch bald Zeit, ins Bett zu sehen.